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Reisen trotz Corona: Wer jetzt nicht auch verreisen will, der lügt


Mallorca-Urlauber müssen sich nicht schämen

  • Mauritius Kloft
Ein Kommentar von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 06.04.2021Lesedauer: 2 Min.
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Menschen am Strand von Mallorca: Die Auflagen auf der beliebten Urlaubsinsel sind strenger als in Deutschland.
Menschen am Strand von Mallorca: Die Auflagen auf der beliebten Urlaubsinsel sind strenger als in Deutschland. (Quelle: Clara Margais/dpa-bilder)
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Früher erzählten sich die Deutschen von ihren Urlauben. In der Pandemie müssen sie sich dafür schämen. Wer in Corona-Zeiten nach Mallorca fliegt, gilt als asozial. Zu unrecht!

Die Wut der Deutschen ist groß, wieder einmal. Nicht nur auf die Kanzlerin, die Länderchefs und ihre desaströse Corona-Politik. Der Frust über die fatalen politischen Entscheidungen, die angelernte Selbstkasteiung, entlädt sich inzwischen auch in Hass und Neid gegenüber denjenigen, die keine Lust mehr auf die Pandemie-Tristesse haben, die raus wollen, die Urlaub machen – zum Beispiel auf Mallorca.

Viele Reisende berichten, dass sie zu Hause Freunden und Verwandten nicht erzählen, dass sie sich davongestohlen haben. Und auch in den Sozialen Medien sind Häme und Ärger über die Malle-Urlauber weit verbreitet.

Unvernünftig sind die Urlauber nicht

Doch ist das gerecht? Nicht wirklich.

Klar: Der Gedanke daran, während einer globalen Pandemie in den Urlaub zu fahren, als ob nichts wäre, mutet absurd, ja unverantwortlich an. Aber das ist es gar nicht – oder muss es zumindest nicht zwangsläufig sein.

Denn die allermeisten Deutschen vor Ort verhalten sich vernünftig. Zudem sind die Corona-Maßnahmen auf der Baleareninsel sogar noch strenger als in Deutschland.

So gilt neben Kontaktbeschränkungen eine Maskenpflicht auf der gesamten Insel, nicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen, sondern überall: Auf der Straße, im Auto, auf der Promenade.

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Lediglich zum Sonnenbaden am Strand darf die Maske runter; Restaurants haben zwar geöffnet – aber nur im Außenbereich dürfen Gäste sitzen, Maskenpflicht gilt, bis das Essen am Platz ist. Ab 17 Uhr ist auch damit wieder Schluss, ehe nachts von 22 bis 6 Uhr die Ausgangssperre greift, die die Polizei streng kontrolliert.

Die Lage ist sehr fragil – aber meisterbar

Wer einreist, muss zudem einen negativen PCR-Test vorlegen – und nach Deutschland hinein kommt auch niemand mit positivem Corona-Ergebnis. Was von einigen Touristen als Schikane angesehen wird, ist der eigentliche Weg, der den Urlaub überhaupt möglich macht.

Natürlich, es kann sein, dass ein Corona-Test auch mal ein falsches Ergebnis anzeigt. Und ja, nicht ausgeschlossen ist, dass sich Reisende in den 48 Stunden anstecken, die maximal zwischen Test und Einreise nach Deutschland liegen dürfen.

Wer nicht in den Urlaub will, lügt sich in die Tasche

Doch wer sich an die Regeln hält, die Testungen und Maskenpflicht in Kauf nimmt und seinen gesunden Menschenverstand benutzt, der wird sich auch nicht anstecken – und der darf auch einen entspannten Urlaub verbringen. Ohne Missgunst, ohne dass ihn die verschrobenen Nachbarn zu Hause verteufeln.

Anders gefragt: Wo kommen wir hin, wenn man nicht mehr erzählen darf, dass man in den Urlaub fährt? Wenn man sich dafür schämen muss, dass man verreist?

Seien wir mal ehrlich, wer momentan nicht am liebsten raus aus dem Lockdown-Alltag will und die Gedanken an die schleppende Impfkampagne für kurze Zeit zur Seite schieben möchte, der lügt. Oder ist bereits zu sehr abgestumpft.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche und Beobachtungen
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  • Johannes Bebermeier
Von F. Holewik, F. Reinbold, J. Bebermeier
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