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Deutschland spart: Privatvermögen der Deutschen wächst auf 8 Billionen Euro


Prognose für 2022  

Privatvermögen der Deutschen wächst auf 8 Billionen Euro

27.06.2021, 10:57 Uhr | fls, dpa

Deutschland spart: Privatvermögen der Deutschen wächst auf 8 Billionen Euro. Geldscheine (Symbolbild): Die Privatvermögen der Deutschen steigen während der Corona-Pandemie immer weiter. (Quelle: imago images)

Geldscheine (Symbolbild): Die Privatvermögen der Deutschen steigen während der Corona-Pandemie immer weiter. (Quelle: imago images)

Die privaten Haushalte werden in Summe immer reicher. Dieser Trend dürfte Volkswirten zufolge 2021 anhalten. Allerdings werden sich in den Zahlen die Lockerungen der Corona-Einschränkungen niederschlagen.

Die DZ Bank rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren kräftigen Anstieg des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland. Zwar werden die Menschen nach Einschätzung von DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel dank zunehmender Lockerung der Corona-Einschränkungen weniger sparen als 2020.

"Dafür kann in diesem Jahr wieder mit insgesamt ordentlichen Wertzuwächsen bei Aktien, Fonds und Zertifikaten gerechnet werden", heißt es in einer aktuellen Analyse des genossenschaftlichen Spitzeninstituts. "Alles in allem dürfte das private Geldvermögen 2021 ähnlich schnell wie im Vorjahr auf dann 7,6 Billionen Euro wachsen." Im nächsten Jahr sei mit einem weiteren Zuwachs auf knapp 8 Billionen Euro zu rechnen.

Im vergangenen Jahr hatten die Menschen in Deutschland gespart wie die Weltmeister – zum großen Teil notgedrungen, weil beispielsweise Reisen ausfielen, Geschäfte und Gaststätten über weite Strecken ihre Dienstleistungen nur eingeschränkt anbieten durften. Zugleich trauten sich mehr Menschen an die Börse und profitierten in der Folge von der steilen Erholung der Kurse nach dem Corona-Crash im Februar und März vergangenen Jahres.

Viele Deutsche zieht es an die Börse

Nach Berechnungen der Bundesbank summierte sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland Ende 2020 auf den Rekordwert von rund 7 Billionen Euro. Berücksichtigt wurden dabei Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Wie das Geld verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.

Als sicher gilt jedoch, dass viele Menschen in den vergangenen zwölf Monaten den Sprung an die Börse gewagt und sich erstmals mit Wertpapieren wie Aktien und Fonds eingedeckt haben. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland stieg im vergangenen Jahr um 2,7 Millionen, beliebt waren dabei vor allem die sogenannten Indexfonds, kurz ETFs, mit denen Sparer ihr Geld weltweit streuen können, wie beim Index MSCI World. Alles, was Sie zu ETFs wissen sollten, lesen Sie hier.

MSCI World

3.114,50-56,07%
Aktuelles ChartZeitraum 1 Jahr16.09.2021Eurex
MSCI World Index
Hoch
3.168,00
Zwischenwert Hoch / Mittel
3.142,13
Mittel
3.116,25
Zwischenwert Mittel / Tief
3.090,38
Tief
3.064,50

Volkswirte gehen davon aus, dass die Menschen nach der Vollbremsung in der Pandemie nun dank Impffortschritt und Lockerungen einiges an Konsum nachholen werden. Es werde angenommen, dass vor allem in diesem und im nächsten Jahr "etwa ein Viertel der Ersparnisse, die während der Pandemie unfreiwillig gebildet wurden, (...) für zusätzliche Konsumausgaben verwendet wird", schreibt die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht.

Sparquote dürfte wieder sinken

Langfristig dürfte die Sparquote in Deutschland somit "wieder ein ähnliches Niveau erreichen wie vor der Pandemie", prognostiziert die Notenbank. 2019 betrug die Quote 10,9 Prozent. Im Krisenjahr 2020 war sie auf das Rekordhoch von 16,2 Prozent geschnellt. Das heißt: Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte im Schnitt gut 16 Euro auf die hohe Kante.

Die Ökonomen der DZ Bank rechnen für das Gesamtjahr 2021 mit einer Sparquote von 13,9 Prozent in Deutschland. "Im historischen Vergleich ist das immer noch sehr hoch, aber bereits deutlich weniger als im Krisenjahr 2020." 2022 dürfte die Sparquote nach Einschätzung der DZ Bank dann mit 10,9 Prozent wieder erheblich niedriger ausfallen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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