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Bahnstreik | Lokführer legen Verkehr lahm: Das ist eine Frechheit


Dieser Bahnstreik ist eine Frechheit

  • Florian Schmidt
Ein Kommentar von Florian Schmidt

Aktualisiert am 10.08.2021Lesedauer: 2 Min.
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Reisende am Berliner Hauptbahnhof (Symbolbild): Dreiviertel der Züge fahren die nächsten zwei Tage nicht.
Reisende am Berliner Hauptbahnhof (Symbolbild): Dreiviertel der Züge fahren die nächsten zwei Tage nicht. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)
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48 Stunden lang wollen die Lokführer Deutschland lahmlegen: Ab Mittwoch fallen bundesweit fast alle ICEs und Regionalzüge aus. Eine inakzeptable Aktion.

Um es gleich vorwegzunehmen: Streiks sind eine legitime Form des Arbeitskampfes. Das Recht der Gewerkschaften darauf ist ein hohes Gut in der gesetzlich verbrieften Tarifautonomie, im Konflikt zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern um mehr Geld für die Angestellten.

Das, was die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) vorhat, überspannt allerdings den Bogen. Der jetzt beschlossene Bahnstreik ist eine Frechheit, und das nicht allein, weil er unangemessen kurzfristig angekündigt und lang ist. Er ist zudem aus drei Gründen unnötig und überzogen.

Erstens: Wir befinden uns immer noch inmitten der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Obwohl es inzwischen mit der Konjunktur bergauf geht, leiden die Unternehmen noch immer unter der Corona-Pandemie, den Verlusten, die die Firmen im vergangenen Jahr geschrieben haben.

Lokführer litten kaum in der Corona-Krise

Das gilt auch für die Bahn: Der Staatskonzern, den wir übrigens alle mit unseren Steuergeldern finanzieren, hat gerade erst ein Minus von 1,4 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten des Jahres verbucht. Auch von Arbeitnehmern kann man deshalb Zurückhaltung bei Lohnforderungen verlangen.

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Das gilt zweitens umso mehr, weil die Lokführer – wie die gesamte Belegschaft der Bahn – unter der Krise selbst zuletzt deutlich weniger gelitten haben als Arbeitnehmer in anderen Branchen und Firmen. Während Millionen Menschen in Kurzarbeit waren, Lohnkürzungen hinnehmen mussten, haben die Lokführer ihren Job trotz Corona weitgehend unbehelligt weitermachen können. Ohne besonderes Gesundheitsrisiko und ohne, dass sie um die wirtschaftliche Existenz bangen mussten wie zum Beispiel Selbstständige oder Gastronomen. Ausgerechnet jetzt deutlich mehr Geld zu wollen, muss für Menschen, die im vergangenen Jahr arbeitslos wurden, wie Hohn und Spott klingen.

Gewerkschaftszwist auf dem Rücken der Reisenden

Aber darum, und das ist drittens der eigentliche Kern, geht es der GDL ja auch nur vordergründig. Lohnerhöhungen, Pensionsansprüche, Boni – all diese Dinge wirken angesichts des bahninternen Streits mit der deutlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lediglich wie vorgeschobene Scheinargumente für einen Streik.

Denn anders als in herkömmlichen Tarifkonflikten geht es hier primär um Macht; darum, welche der konkurrierenden Gewerkschaften künftig mehr Einfluss bei der Bahn hat, wer den besseren Tarifabschluss erzielt und damit langfristig die eigene Existenz sichert.

Diesen Umstand wird die überwiegende Mehrheit der Deutschen schon bald verstehen – und den Streik kaum gelassen, oder gar solidarisch hinnehmen. Wer zu Recht der Buhmann ist, wird also bald klar sein.

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Von Frederike Holewik
BahnstreikClaus WeselskyGDL
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