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Trotz hoher Inflation: EZB belässt Leitzins bei 0,0 Prozent


Trotz hoher Inflation  

EZB belässt Leitzins bei 0,0 Prozent

28.10.2021, 13:56 Uhr | dpa, rtr

Trotz hoher Inflation: EZB belässt Leitzins bei 0,0 Prozent. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (Archivbild): Trotz hoher Inflation halten die Währungshüter am niedrigen Leitzins fest.  (Quelle: imago images)

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (Archivbild): Trotz hoher Inflation halten die Währungshüter am niedrigen Leitzins fest. (Quelle: imago images)

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das entschied der EZB-Rat am Donnerstag. Eine Entscheidung zu den Anleihekäufen soll erst im Dezember fallen.

Trotz erhöhter Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) unverändert an ihrer sehr lockeren geldpolitischen Linie fest. Der EZB-Rat um Notenbank-Chefin Christine Lagarde bestätigte am Donnerstag, dass sein 1,85 Billionen Euro schweres Corona-Notprogramm noch bis mindestens März 2022 laufen soll.

Ziel der Anleihenkäufe in großem Stil ist ein weiterhin günstiges Finanzierungsumfeld für die pandemiegeschädigte Wirtschaft. Eine Entscheidung über die weitere Zukunft des Programms Pandemic Emergency Purchase Programme mit dem Kürzel PEPP wird für die Dezember-Sitzung erwartet, wenn neue Prognosen zu Konjunktur und Inflation vorliegen.

Die Teuerung im Euroraum ist zuletzt mit 3,4 Prozent weit über das Ziel der Währungshüter von zwei Prozent hinausgeschossen und dürfte weiter steigen. Die EZB rechnet jedoch für kommendes Jahr mit einem Abebben des Preisdrucks, der aus ihrer Sicht vor allem durch erhöhte Energiekosten und pandemiebedingte Störungen der Lieferketten verursacht wird.

Auch den Leitzins beließ die EZB wie von Experten erwartet auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Der sogenannte Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Dieser kommt einem Strafzins für das Horten von Geld gleich, den die Banken beim Parken überschüssiger Gelder bei der Notenbank berappen müssen. 

Was bedeutet das für Verbraucher?

Alle sechs Wochen trifft sich der EZB-Rat, bestehend aus den 19 Präsidenten der Zentralbanken der Eurostaaten und sechs Mitgliedern des EZB-Direktoriums, um Beschlüsse zur Geldpolitik zu fassen. Mit der Festlegung des Leitzinses und des Einlagenzinses kann die EZB die Menge und somit auch den Wert des Geldes in den Wirtschaften der Eurostaaten beeinflussen.

Der derzeit historisch niedrige Leitzins von null Prozent bedeutet, dass sich Banken sehr günstig Geld bei der EZB leihen können – Verbraucher kommen daher an billige Kredite, der Konsum soll so angekurbelt werden.

Der Einlagenzins ist der Zinssatz, den Banken erhalten, wenn sie ihr Geld bei der EZB zwischenlagern. Derzeit ist dieser sogar negativ – das bedeutet, Banken zahlen Geld an die EZB, wenn sie ihr Geld dort deponieren. Das ist ein weiterer Anreiz, das Geld zu investieren oder an Kunden weiterzugeben.

Außerdem hat die EZB im Rahmen diverser Finanz- und Wirtschaftskrisen Programme aufgelegt, mit denen sie Anleihen von Staaten und Unternehmen aufkauft und somit deren Preise stabil hält. Allein mit dem Corona-Krisenprogramm PEPP schießt die EZB 1,85 Billionen Euro in die europäische Wirtschaft.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa und Reuters
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP

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