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Deutsche Industrie verzeichnet wieder mehr Aufträge

Von dpa-afx
06.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Industriefabrik (Symbolbild): Aus Angst vor den Kriegsauswirkungen und dem russischen Gaslieferungsstopp bleiben Experten pessimistisch.
Industriefabrik (Symbolbild): Aus Angst vor den Kriegsauswirkungen und dem russischen Gaslieferungsstopp bleiben Experten pessimistisch. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)
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Nach drei Monaten mit Rückgängen freut sich die deutsche Industrie nun über einen ersten Anstieg der Bestellungen. Experten bleiben dennoch pessimistisch.

Die deutsche Industrie hat im Mai wieder etwas mehr Aufträge erhalten. Gegenüber April erhöhten sich die Bestellungen um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Es ist der erste Anstieg nach drei Monaten mit Rückgängen. Analysten hatten hingegen mit einem weiteren Minus von 0,5 Prozent gerechnet.

Der Rückgang im Vormonat wurde von 2,7 auf 1,8 Prozent korrigiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren die Aufträge im Mai um 3,1 Prozent rückläufig. Gestützt wurde die Gesamtentwicklung durch Großaufträge. Ohne diese Komponente wären die Bestellungen nämlich um fast ein Prozent gesunken.

Aus dem Ausland kamen unter dem Strich 1,3 Prozent mehr Aufträge, aus der Eurozone allerdings 2,4 Prozent weniger. Die Inlandsnachfrage entwickelte sich mit einem Minus von 1,5 Prozent schwach. Nach Gütergruppen legten nur die Bestellungen von Investitionsgütern wie Maschinen zu. Vorleistungs- und Konsumgüter wurden dagegen weniger geordert als im Vormonat.

Hohe Unsicherheit durch Krieg und Gaslieferstopp

Das Bundeswirtschaftsministerium gab sich trotz des leichten Auftragsanstiegs zurückhaltend: "Der Ausblick für die Industriekonjunktur in den nächsten Monaten bleibt angesichts der hohen Unsicherheit durch den Krieg und des drohenden Lieferstopps beim russischen Gas zurückhaltend."

Europa gilt aufgrund seiner hohen Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen besonders anfällig für eine Energiekrise, die eine ausgeprägte Rezession nach sich ziehen könnte. Auch Bankökonomen äußerten sich eher pessimistisch. "Wer auf der Suche nach Rezessionssignalen ist, der wird mit den Auftragseingängen fündig", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

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Das kleine Plus im Mai sei alleine dem Auftragszuwachs von Großaufträgen zu verdanken. Das seien keine guten Vorzeichen. "So hart es klingt, an einer Rezession führt vermutlich kein Weg vorbei." Etwas weniger schwarz malte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. Zwar zeige der Trend der Auftragseingänge klar nach unten. "Für die Entwicklung der Produktion spielt dies derzeit allerdings nur eine untergeordnete Rolle."

Mehr als von neuen Bestellungen hänge die Herstellung von den knappen Vorprodukten ab. Da die Unternehmen immer noch über einen hohen Auftragsbestand verfügten, könnten die Industrieproduktion und die deutsche Wirtschaft insgesamt im zweiten Quartal leicht zulegen, meint Solveen.

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  • Nele Behrens
Von Nele Behrens
Wiesbaden
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