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Verband: Ohne Extremkälte kommt Deutschland gut durch Winter


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"Dann kommt Deutschland gut durch den Winter"

Von dpa
Aktualisiert am 18.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Erster Schneefall in Deutschland: Die Gasbranche macht Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang des Winters. (Quelle: Bernd März/imago images)
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Die deutschen Gasspeicher sind zu fast 100 Prozent gefüllt. Der Verband der Gasspeicher ist optimistisch und hält einen Gasmangel für sehr unwahrscheinlich.

Die deutschen Gasspeicherbetreiber sind mit Blick auf die Versorgungslage im Winter zuversichtlich. "Treten keine extremen Temperaturen auf, kommt Deutschland gut durch den Winter 2022/23", teilte der Verband Initiative Energien Speichern (Ines) am Freitag mit. Gasmangellagen seien sehr unwahrscheinlich, könnten aber nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Der Einschätzung liegt ein am Freitag veröffentlichtes Jahresszenario des Verbandes zugrunde, das unter anderem die als "normal" bewerteten Temperaturen des Jahres 2016 annimmt. Betrachtet wurden in zwei weiteren Szenarien auch die Entwicklung bei besonders milden und niedrigen Temperaturen im Jahresverlauf. In einem besonders kalten Jahr, wie es 2010 auftrat, läge der Füllstand der Speicher Ende Januar fast bei null. Im Februar würden die Speicher vollständig entleert. Für Februar und März nimmt dieses Szenario dann einen Gasmangel an.

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Laut Ines zeigen alle Szenarien jedoch, dass die Speicher vor dem Winter 2023/2024 erneut umfangreich befüllt werden können, "selbst wenn eine starke Entleerung in diesem Winter stattgefunden hat". Die Möglichkeiten einer Wiederbefüllung würden allerdings besonders von der Verfügbarkeit von Flüssigerdgas (LNG) für den EU-Binnenmarkt bestimmt.

In dem Verband sind 14 Unternehmen vertreten, die insgesamt mehr als 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentieren. Der Verband will seine Modellierungen künftig jeden Monat veröffentlichen. Die nächste Präsentation ist für den 9. Dezember geplant.

Deutsche Gasspeicher sind weiter zu fast 100 Prozent gefüllt

Die deutschen Gasspeicher sind weiter zu annähernd 100 Prozent gefüllt. Am Freitag meldete der europäische Gasspeicherverband GIE einen Füllstand von 99,98 Prozent. Der Wert gibt den Stand vom Donnerstagmorgen an. Am Montagmorgen hatte er erstmals die 100 Prozent erreicht und war etwas darüber gegangen. Dies ist technisch möglich, weil die 100 Prozent nur die gesicherte Speicherkapazität markieren. Nach zwei Tagen mit leichten Rückgängen konnten die Füllstände im Saldo wieder zulegen. Der größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden verzeichnete am Donnerstagmorgen einen Füllstand von 94,7 Prozent, Tendenz zuletzt steigend.

Unter anderem die milden Außentemperaturen haben im Herbst für einen deutlich sinkenden Verbrauch gesorgt. Die Befüllung der Speicher wurde dadurch begünstigt. Insgesamt lag der Gasverbrauch im Oktober laut Bundesnetzagentur rund 33 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021.

In den deutschen Gasspeichern lagerten am Donnerstagmorgen 245,4 Terawattstunden Erdgas. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2022 wurden laut Bundesnetzagentur in Deutschland insgesamt knapp 227 Terawattstunden Erdgas verbraucht.

Auch Stromverbrauch ist rückläufig

Der Stromverbrauch in Deutschland ist nach Angaben der Energiewirtschaft in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen. Während der Verbrauch im Sommer noch ungefähr auf Höhe des Vorjahres gelegen habe, sei im September bereits vier Prozent weniger Strom verbraucht worden als ein Jahr zuvor, berichtete der Branchenverband BDEW am Freitag in Berlin. "Im Oktober betrug der Unterschied sogar neun Prozent. Einen solchen Rückgang im Stromverbrauch gab es zuletzt im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020", betonte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Als Gründe für den Rückgang im Oktober nennt der Verband neben dem ungewöhnlich warmen Wetter und krisenbedingten Einsparungen der Verbraucher auch Produktionsrückgänge in der Industrie.

Insgesamt liege der Stromverbrauch bislang 1,9 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums, hieß es weiter. Für das Gesamtjahr rechnet der BDEW mit einem Rückgang um gut zwei Prozent im Vergleich zu 2021.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff
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