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Regierung erwartet 2023 Rezession und hohe Inflation von sieben Prozent


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Regierung erwartet 2023 Rezession und hohe Inflation

Von afp, dpa
Aktualisiert am 12.10.2022Lesedauer: 2 Min.
Fußgängerzone in München: Für das kommende Jahr wird eine Inflationsrate von sieben Prozent erwartet.
Fußgängerzone in München: Für das kommende Jahr wird eine Inflationsrate von sieben Prozent erwartet. (Quelle: Wolfgang Maria Weber/imago images)
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Wegen der anhaltend hohen Energiepreise rechnet die Bundesregierung auch für 2023 mit einem kräftigen Preisanstieg. Deutschlands Wirtschaft werde schrumpfen.

Die Bundesregierung rechnet auch im kommenden Jahr mit weiter stark steigenden Preisen. Wegen der erwartbar weiterhin hohen Energiepreise sei trotz Gaspreisbremse von einer Inflationsrate von acht Prozent in diesem und sieben Prozent im Jahr 2023 auszugehen, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in seiner Herbstprojektion. Der deutschen Wirtschaft steht demnach im kommenden Jahr ein Abschwung um 0,4 Prozent bevor.

"In Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine" werde das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr nur noch 1,4 Prozent betragen, hieß es weiter. Im Frühjahr war noch von 2,2 Prozent Wachstum in diesem und sogar 2,5 Prozent im kommenden Jahr ausgegangen worden. "Zentraler Grund für die Abwärtskorrektur gegenüber der Frühjahrsprojektion ist der Stopp russischer Gaslieferungen", erklärte das Ministerium.

Die Energiekrise bremst demnach merklich die Industrieproduktion und dämpft den privaten Konsum. Zugleich dürften die Verbraucherpreise "auf einem hohen Niveau" bleiben – und "ohne den preisdämpfenden Effekt der Gaspreisbremse würde die Inflationsrate vor allem im Jahr 2023 nochmals deutlich höher ausfallen", fügte das Ministerium hinzu.

Habeck verteidigt Kurs der Regierung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach bei der Vorstellung der Prognose von "ernsten Zeiten". "Diese Krise droht sich zu einer Wirtschafts- und, im Verbund, Sozialkrise auszuwachsen", sagte Habeck am Mittwoch in Berlin. Dennoch sieht der Wirtschaftsminister die aktuellen Zahlen als Bestätigung für die Wirksamkeit der bisherigen Krisenpolitik.

Die Bundesregierung habe sich bislang "erfolgreich" gegen die Destabilisierungsversuche der russischen Regierung gewehrt, sagte er. Der Minister verwies insbesondere auf Einschätzungen von Experten aus dem Frühjahr, die für den Fall eines kompletten Wegfalls der russischen Gaslieferungen einen Wirtschaftsabschwung zwischen drei und neun Prozent vorhergesagt hätten.

Die aktuellen Zahlen "sind schlecht", sagte Habeck. Aber es hätte noch viel schlechter ausfallen können. Die Zahlen zeigten also auch, "dass die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, (...) gewirkt haben." Russlands Präsident Wladimir Putin habe es mit der Einstellung der Energielieferungen auf eine wirtschaftliche Destabilisierung seiner Gegner abgesehen, führte Habeck aus. "Ich bin fest davon überzeugt, dass Putin mit diesem Versuch (...) scheitern wird, so wie er auf dem Schlachtfeld in der Ukraine dabei ist, zu scheitern."

Opposition: Habeck stellt Zahlen "geschönt dar"

"Die Zahlen machen deutlich, dass jetzt Handlungsbedarf besteht. Wir laufen Gefahr, international den Anschluss zu verlieren", warnte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Julia Klöckner (CDU). Im Gespräch mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" forderte sie: "die Kernkraftwerke länger laufen lassen, mehr Kohlekraftwerke an den Markt bringen und mehr LNG beschaffen".

Der AfD-Abgeordnete Leif-Erik Holm kritisierte die "vorschnelle und unüberlegte Sanktionspolitik" der Bundesregierung und das "sture Festhalten an zu hohen Steuern und Abgaben auf Gas, Öl, Sprit und Strom". Auch er sprach sich vor allem dafür aus, verfügbare Kohle- und Atomkraftwerke ans Netz zu bringen.

Die Herbstprojektion zeige, dass "kein Industrieland härter vom weltweiten Wirtschaftsabschwung getroffen" werde als Deutschland, erklärte der CSU-Wirtschaftspolitiker Hansjörg Durz. Habeck stell die Lage allerdings "geschönt dar", da er bereits die vorgeschlagenen Maßnahmen der Expertenkommission für eine Gaspreisbremse einberechne. Die Ausgestaltung der Gaspreisbremse sei jedoch weiterhin unklar.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen afp, dpa
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