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Was ist ein Gangrän und wie wird es behandelt?


Krankheitsbild Gangrän
Deshalb verlor Eiskunstlauf-Star Kostomarow seine Füße


Aktualisiert am 16.02.2023Lesedauer: 2 Min.
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Roman Kostomarow: Er wird wohl nie wieder aufs Eis zurückkehren.Vergrößern des Bildes
Roman Kostomarow: Er wird wohl nie wieder aufs Eis zurückkehren. (Quelle: Dmitry Golubovich via www.imago-images.de)

Erst wurden ihm die Füße, jetzt wohl auch die Hände amputiert: Was steckt hinter dem Gangrän, von dem Eiskunstlauf-Star Roman Kostomarow betroffen ist?

Dem ehemaligen russischen Eiskunstlauf-Olympiasieger Roman Kostomarow mussten laut der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" die Füße und möglicherweise auch die Hände amputiert werden. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Dem Bericht zufolge wurde bei Kostomarow, der 2006 die Goldmedaille im Eiskunstlauf gewann, ein Gangrän (alternativ: eine Gangräne) festgestellt. Lesen Sie hier mehr zu der dramatischen Geschichte und was als Ursache vermutet wird. Aber was ist ein Gangrän?

Wenn es durch Erkrankungen zu Durchblutungsstörungen kommt, kann Gewebe nach längerer Zeit absterben. Das Gewebe verfärbt sich dunkel, trocknet ein oder beginnt Wundflüssigkeit anzusammeln: Das sind die Anzeichen von absterbendem Gewebe durch sogenannte Gangräne. Das Krankheitsbild ist auch als Wundbrand bekannt.

Zur Schädigung der Zellstruktur (Nekrose) kommt es meist durch eine länger andauernde Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr (Ischämie) aufgrund einer Durchblutungsstörung. Besonders häufig kommt dies an den unteren Extremitäten wie den Füßen oder Zehen vor. Amputationen können die Folge sein.

Welche Ursachen haben Durchblutungsstörungen und Gangräne?

Unterschiedliche Krankheiten können eine verschlechterte Durchblutung zur Folge haben, etwa die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) sowie ein diabetischer Fuß oder Raucherbein. Das Grundproblem dieser Erkrankungen liegt meist in einer Verengung oder Schädigung von Arterien, einer sogenannten Arteriosklerose. Mehr zu den unterschiedlichen Ursachen einer Arteriosklerose erfahren Sie hier.

Auch Kälteschäden, eitrige Lungenverletzungen (Lungenabszess) etwa infolge einer Lungenentzündung oder eine Wundinfektion durch bestimmte Bakterien (Clostridien) können zu einem Absterben von Gewebe und damit zu Gangränen führen.

Zwei Typen: trockene und feuchte Gangräne

Je nach Ausprägung werden zwei Typen von Gangränen unterschieden:

  • Trockenes Gangrän: Das absterbende Gewebe verfärbt sich durch Abbauprodukte des Blutes schwärzlich. Durch Verdunstung der Flüssigkeit vertrocknet das Gewebe und schrumpft.
  • Feuchte Gangräne werden auch als Faulbrand bezeichnet. Sie resultieren aus einer Infektion des trockenen Gangräns mit Fäulnisbakterien. Das absterbende Gewebe verfärbt sich und wird durch den Abbau von Proteinen flüssig. Feuchte Gangräne sind zudem durch einen unangenehmen, fauligen Geruch gekennzeichnet.

Wie lassen sich Gangräne behandeln?

Die Behandlung eines Gangräns umfasst zunächst die Behandlung der Grunderkrankung. Bei einem Diabetes Typ 2 muss demnach der Blutzuckerwert eingestellt werden. Raucher sollten auf den Nikotingenuss verzichten. Zusätzlich sollte eine Ernährungsumstellung dabei helfen, die Blutfettwerte, den Blutdruck und das Körpergewicht zu normalisieren. All das sind Risikofaktoren einer Arteriosklerose.

Bereits abgestorbene Gewebe werden operativ entfernt. Bei einem ungünstigen Verlauf des Gangräns kann es passieren, dass entweder einzelne Zehen, der Fuß oder der komplette Unterschenkel amputiert werden müssen – wie im Fall von Roman Kostomarow.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • pschyrembel.de: "Gangrän". (Stand: Mai 2022)
  • medlexi.de: "Gangrän". (Stand: November 2021)
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