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Kaffee und Schlaf: So macht uns das Getränk mit Koffein wirklich wacher


Schlafforscher finden heraus, wann Kaffee wirklich wach macht


Aktualisiert am 30.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Tasse Kaffee am Morgen: Je seltener Kaffee getrunken wird, umso stärker reagiert der Organismus darauf.Vergrößern des Bildes
Tasse Kaffee am Morgen: Je seltener Kaffee getrunken wird, umso stärker reagiert der Organismus darauf. (Quelle: damircudic/Getty Images)

Kaffee gilt für Millionen Deutsche als Muntermacher schlechthin. Doch viele macht die Tasse am Morgen in Wirklichkeit gar nicht wacher. Das steckt dahinter.

Wahrscheinlich bilden wir uns nur ein, dass uns der tägliche Kaffeekonsum munterer macht. Zu diesem Schluss kommen jetzt Forscher aus der Schweiz. Sie haben die Wirkung von Koffein untersucht und herausgefunden, dass uns die Substanz nicht wacher macht, wenn wir ausgeschlafen sind. Koffein wirkt also vor allem dann wach machend, wenn wir zu kurz geschlafen haben oder schon sehr lange wach sind. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hin.

Kaffee macht nur bei seltenem Konsum wach

Der Eindruck, dass uns Kaffee am Morgen beim Wachwerden hilft, komme daher, dass die meisten Menschen chronische Kaffeetrinker sind. Wird täglich Koffein konsumiert, gewöhnt sich das Gehirn an den Wirkstoff. In der Nacht könne sich dann ein Mini-Entzug einstellen – und dieser macht uns müde. "Wenn dann Kaffee getrunken wird, hat dies bei Menschen, die täglich Kaffee trinken, schon einen positiven Effekt", so die DGSM.

Andere Effekte stellen sich aber beim akuten Konsum ein. "In der Regel werden die Menschen für kontrollierte Studien gebeten, ein bis zwei Wochen auf Koffeingenuss zu verzichten, um sie wieder sensibel zu machen für diese psychoaktive Substanz. Die Forschergruppe des pharmakologischen Instituts der Universität Zürich konnte etwa zeigen, dass sogar schon vier Tage Abstinenz ausreichen, um mit einer morgendlichen Koffeineinnahme einen reduzierten Tiefschlaf in der darauffolgenden Nacht hervorzurufen", erklärt Dr. Carolin Reichert, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

Das sei auch der Grund, warum stärker auf Koffein reagiert wird, je seltener man es konsumiert. Es gebe auch genetische Unterschiede, wie sensitiv Personen auf Koffein reagieren, aber auch andere Faktoren seien entscheidend für die Aufnahme, zum Beispiel, ob jemand raucht.

Studie: Kaffeekonsum verkürzt den Schlaf

Eine aktuelle Publikation von Wissenschaftlern aus den USA zeigt zudem: Pro Tasse Kaffee tagsüber oder abends kann die Schlafzeit um zehn Minuten sinken.

Wie sieht dann ein idealer Kaffeekonsum aus?

"Wenn wir einen wach machenden Effekt von Kaffee und Co. haben möchten, dann dürfen wir ihn nicht chronisch konsumieren", erklärt Reichert. "Kaffee ist nur dann ein Wachmacher, wenn unsere Rezeptoren sensitiv auf ihn reagieren, und dazu braucht es Phasen der Abstinenz."

Sie verweist aber darauf, nicht nur auf den wach machenden Effekt zu schauen: "In manchen Studien gibt es Anzeichen dafür, dass regelmäßiger Koffeingenuss vor neurodegenerativen Erkrankungen schützen könnte. Auch im psychiatrischen Bereich, zum Beispiel bei affektiven Störungen, weisen manche Studien nach, dass ein regelmäßiger Konsum günstig sein kann."

Nicht zu vergessen sei auch der positive Gedanke, den wir Menschen mit dem Kaffeetrinken verbinden: "Koffein hat einen Einfluss auf das Dopamin-System. So könnte es ein Gefühl der Belohnung vermitteln und uns sogar dazu bringen, danach Dinge motivierter anzupacken."

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
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