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Sieben Mythen und Fakten über Linkshänder

Sinistralität  

Sieben Mythen und Fakten über Linkshänder

12.08.2018, 11:28 Uhr | anni, jb, t-online.de, dpa

imago / Westend61
Das mach' ich doch mit links!

Alles mit links ... Leicht gesagt: Zumindest für Menschen, die Linkshänder sind. Laut Schätzungen sind 10 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung Linkshänder und leben in einer Rechtshänderwelt.

Linkshänder: Die spannendsten Fakten und kuriosesten Anekdoten. (Quelle: t-online.de)


Auch wenn sie in den meisten Gesellschaften nicht mehr als Makel betrachtetet wird, ranken sich um die Linkshändigkeit immer noch zahlreiche Gerüchte. Wir liefern interessante Fakten über Linkshänder und sagen Ihnen, welche Eigenschaften reine Mythen sind.

Links? Rechts? Eigentlich ist es ja egal, welche die bevorzugte Hand eines Menschen ist. Aber Linkshändern begegnen im Alltag häufig Schwierigkeiten und Vorurteile. Von Haushaltsgeräten wie Scheren bis zu Musik- und Sportgeräten – fast alle Alltagsgegenstände werden für Rechtshänder entwickelt. Doch warum heißt es dann" Das mach' ich doch mit Links"?

1. Linkshänder sind kreativer

Die Behauptung, dass Linkshänder kreativer sind als Rechtshänder, wird durch prominente Beispiele gestützt. Mozart, Leonardo da Vinci, Karl Lagerfeld, Picasso, Kurt Cobain und Jimi Hendrix waren oder sind allesamt Linkshänder und kreative Köpfe. Ein Beweis, dass Linkshänder kreativer sind, ist dies allerdings nicht.

Zwar gehen Wissenschaftler davon aus, dass bei Sinistralität, so der wissenschaftliche Fachbegriff für Linkshändigkeit, die kreative rechte Hirnhälfte dominiert. Dass Linkshänder deshalb automatisch kreativer sind, ist aber bisher nicht belegt.

2. Linkshändigkeit ist erblich

Ob diese Aussage stimmt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Bis heute konnte die Wissenschaft die Ursachen für Linkshändigkeit nicht endgültig klären. Fakt ist, dass linkshändige Elternpaare durchaus rechtshändigen Nachwuchs bekommen können.

Überraschenderweise gibt es sogar eineiige Zwillingspaare, bei denen ein Zwilling linkshändig und der andere rechtshändig ist. Andererseits wurde beobachtet, dass in Familien mit vielen Linkshändern auch der Nachwuchs häufig linksdominant ist.

3. Linkshändigkeit zeigt sich schon im Babyalter

Stimmt! Genau genommen findet die Entscheidung für eine dominante Körperhälfte nicht erst als Baby, sondern bereits im Mutterleib statt. Irische Wissenschaftler stellten fest, dass Linkshändigkeit häufig bereits in der 15. Schwangerschaftwoche erkennbar ist. Demnach sollen zu diesem Zeitpunkt 90 Prozent der Ungeborenen am rechten Daumen nuckeln, während nur eine Minderheit den linken bevorzugt.

Bei einer stichprobenartigen Nachuntersuchung wurde dann festgestellt, dass aus allen Rechtsnucklern auch Rechtshänder geworden waren. Bei den Linksnucklern lag die Linkshänderquote nur bei zwei Dritteln. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass das verbleibende Drittel – bewusst oder unbewusst – zu Rechtshändern umerzogen wurde. Viele Babys und Kleinkinder wechseln allerdings auch zwischen linker und rechter Hand hin und her und legen sich erst im Alter von vier Jahren fest. 

4. Linkshänder sind intelligenter

Diese Aussage stimmt zumindest teilweise. Obwohl viele große Denker wie Marie Curie, Leonardo da Vinci oder Isaac Newton Linkshänder waren, geht Intelligenz nicht zwangsläufig mit der Dominanz der linken Körperhälfte einher. Verschiedene wissenschaftliche Studien kamen zu dem Schluss, dass sich der durchschnittliche Intelligenzquotient von Links- und Rechtshändern nicht sonderlich unterscheidet.

Allerdings sind die Ausreißer nach unten und oben bei Linkshändern extremer. Kinder mit großen Lernschwierigkeiten sind auffällig oft Linkshänder. Gleiches gilt für besonders begabte Kinder, die zum Beispiel mathematische Einstufungstests mit Bravour absolvieren.

5. Linkshänder sind die besseren Sportler

Martina Navratilova, Monica Seles, Muhammad Ali, Henry Maske oder Mesut Özil sprechen dafür, dass Linkshänder die besseren Sportler sind. Doch ist ihre Linkshändigkeit wirklich der Grund für ihre sportlichen Erfolge? Völlig falsch ist die Aussage nicht, denn auffällig ist, dass unter Spitzensportlern der Anteil an Linkshändern in einigen Sportarten mit 20 bis 55 Prozent überdurchschnittlich hoch ist.

Ihre sportlichen Erfolge verdanken sie jedoch nicht einem anders arbeitenden Gehirn. Der wahre Grund sei, dass ihre Kontrahenten sie schlechter einschätzen können. Dies gelte vor allem bei Sportarten, bei denen zwei Personen gegeneinander antreten. Dazu gehört Fechten, Boxen oder Tennis.

6. Linkshänder denken anders

Diese Behauptung könnte tatsächlich stimmen. Neurowissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Linkshänder ihre Umwelt anders wahrnehmen als Rechtshänder. Bei Linkshändigkeit werden Sinneseindrücke von der rechten Hälfte des Gehirns aufgenommen und verarbeitet – also der Hemisphäre, die Kreativität, Emotionalität und Vorstellungsvermögen beherbergt. Dies führe dazu, dass Linkshänder oft ganzheitlicher und vernetzender denken. Die linke Gehirnhälfte sei dagegen eher für rationale Dinge wie Logik und Zahlen zuständig.

Moderne Neurowissenschaftler betrachten dieses Zwei-Hemisphären-Modell jedoch als überholt. Die Begründung: Das Gehirn sei anatomisch gesehen so verzahnt, dass man nicht von zwei unabhängigen Hälften sprechen kann.

Etwas mit Links machen
Wenn etwas besonders einfach ist, sagen viele umgangssprachlich: "Das mache ich mit Links!" Das Sprichwort kommt daher, dass die linke Hand von vielen Rechtshändern für die schwächere und ungeschicktere gehalten wird. Etwas mit Links erledigen bedeutet also, dass die Aufgabe so leicht ist, dass sie auch mit der linken, tollpatschigen Hand ausgeführt werden könnte. 

7. Linkshänder haben ein schlechtes Image 

Das stimmte. Der Gebrauch der linken Hand wurde im Mittelalter mit Hexerei in Verbindung gebracht. Und auch heutzutage gilt linke Hand in vielen Kulturen als unrein, weil sie für die Körperhygiene genutzt wird. Aber auch in alt bekannten Sprichwörtern ist das Bild der linken Hand eher negativ: "Mit dem linken Fuß zuerst aufstehen" oder "zwei linke Hände haben" sind nur zwei davon. 

Unter anderem aus diesen Gründen versuchen viele Eltern, ihr linkshändiges Kind umzuschulen. Das kann laut Experten jedoch zu Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie feinmotorischen Defiziten führen.


Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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