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Daran erkennen Sie eine gute Pflegeberatung

Praktische Checkliste  

Daran erkennen Sie gute Berater und Pflegekräfte

12.11.2019, 10:32 Uhr | hs, loe, dpa

Daran erkennen Sie eine gute Pflegeberatung. Pflegerin hält Hand einer älteren Dame: Einfühlsame Pflege ist wichtig, um das nötige Vertrauen aufzubauen. (Quelle: Getty Images/ Halfpoint)

Pflegerin hält Hand einer älteren Dame: Einfühlsame Pflege ist wichtig, um das nötige Vertrauen aufzubauen. (Quelle: Halfpoint/Getty Images)

Die meisten Menschen möchten lange ein selbstbestimmtes Leben führen. Wenn dann plötzlich der Pflegefall eintritt, stellen sich den Betroffenen viele Fragen. Beratungsangebote zum Thema Pflege gibt es zahlreiche. Doch "Pflegeberater" ist kein gesetzlich geschützter Begriff. Woran können Sie also eine gute Pflegeberatung erkennen? Und was macht danach eine gute Pflegekraft aus?

Anspruch auf eine kostenlose Beratung

Betroffene und ihre Angehörigen haben Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung. Diese sollte möglichst schnell stattfinden können, erklärt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in einer neuen Checkliste für eine gute Pflegeberatung. Mehr als 48 Stunden sollten Ratsuchende demnach nicht warten müssen.

Ein guter Pflegeberater informiert gründlich über die verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung. Er zeigt Lösungen für den Pflegefall auf und empfiehlt passende Anbieter und Einrichtungen. In einem ausführlichen Gespräch gibt er zudem Hilfestellungen zu diesen Themen:

  • Leistungen beantragen
  • Finanzielle Hilfen der Pflegeversicherung
  • Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MDK)
  • Suche nach Hilfsangeboten
  • Angebote für pflegende Angehörige

Selbstbestimmtheit steht im Mittelpunkt

Im Gespräch informiert der Berater zu möglichen Unterstützungsangeboten und begleitet den Ratsuchenden bei der Umsetzung. Dessen Selbstbestimmtheit steht dabei im Mittelpunkt – der Berater hält seine eigene Meinung zurück und hilft im Interesse des Pflegebedürftigen. Wichtig sei auch, dass der Berater eine Art Hilfe zur Selbsthilfe gibt – den Ratsuchenden also darin unterstützt, die Organisation der Pflege wenn möglich selbst in die Hand zu nehmen.

So finden Sie einen Pflegeberater

Entspricht die Beratung nicht den Erwartungen, sollte man den Berater darauf ansprechen, rät das ZQP. Letztlich hat jeder auch das Recht, den Berater zu wechseln. Wer auf der Suche nach einer Beratungsstelle ist, kann auf eine Datenbank des ZQP zurückgreifen. Das Zentrum hat rund 4500 nicht-kommerzielle Angebote herausgesucht. Durch Eingabe der Postleitzahl findet man Berater in der Nähe seines Wohnortes.

Daran erkennen Sie eine gute Pflege

Die angestrebten Ziele der Pflege sind Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit für die pflegebedürftige Person. Das kann auf zwischenmenschlicher, organisatorischer und technischer Ebene passieren, schreibt das Zentrum für Qualität in der Pflege.

Pflege ist eine intime Angelegenheit und erfordert ein hohes Maß an Vertrauen. Insgesamt sollte die Pflegeperson über ein nachgewiesenes Fachwissen verfügen und dieses auch aktuell durch Schulungen ausbauen und auffrischen. Die Kommunikation auf allen drei Ebenen, mit der zu pflegenden Person als auch mit den Angehörigen, ist unabdingbar. Geduld und Zuverlässigkeit sind zwei der wichtigsten Eigenschaften des Pflegepersonals, um das Vertrauen weiter zu stärken.

  • Organisatorisch: Die Pflegekraft passt sich dem Alltag der pflegebedürftigen Person flexibel an. Sie gibt den Kontakt zu einer festen Ansprechperson weiter. Außerdem sollte möglichst immer die gleiche Pflegekraft kommen, da so das Vertrauen wachsen kann.
    Sie sollte eine professionelle Beratung für alle Bereiche vorabstellen und mit den Angehörigen sowie der zu pflegenden Person abstimmen. Das gilt für Hygienestandards, Ernährung, Mobilität, Pflege und Medikamente. Auch der Pflegetages kann in einem Tagebuch dokumentiert werden – das sorgt für Transparenz.
  • Technisch: Dazu zählen alle Handlungsabläufe der Pflegekraft: Hygienestandards wie Desinfizieren, das Tragen von Handschuhen oder das Wechseln der Waschutensilien gehören dazu. Auch bereitet eine gute Pflegekraft die Medikamente übersichtlich vor und achtet auf die richtige Einnahme. Sie vermeidet Ringe, lange Ketten oder offene Haare während der Arbeit. 
  • Zwischenmenschlich: Eine gute Pflegekraft weiß, wie man respektvoll mit Pflegebedürftigen umgeht. Dazu zählt, sich in der Privatsphäre zurückhaltend zu verhalten. Beispielsweise aus dem Raum gehen, wenn die Person auf Toilette sitzt, keine Schränke öffnen, die nicht gebraucht werden, nur die Körperteile entkleiden, die gewaschen werden.
    Einfühlsames und sanftes Eincremen, Waschen oder Füttern ist ebenfalls wichtig für ein gutes Verhältnis. Die pflegebedürftige Person benötigt oft Zeit beim Essen. Hetzen und Eile oder während des Essens andere Pflegeprozeduren vornehmen, nur damit alles schneller geht, sollten vermieden werden, erklärt das ZQP.


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  • Pflegezuschuss: Das kostet die Unterbringung in einem Pflegeheim
  • Neuer Pflege-TÜV: Wie Pflegeheime künftig bewertet werden sollen
  • Regeln beachten: Was Hilfskräfte für die Pflege dürfen – und was nicht


    Eine professionelle Pflegekraft motiviert dazu, sich zu bewegen oder zu essen, statt es zu erzwingen. Während allen Tätigkeiten ist es gut, mit der pflegebedürftigen Person zu sprechen. Über das, was gerade gemacht wird, gleich folgt oder über ganz normale Alltagsgeschichten: Mit Kommunikation kann das so wichtige Vertrauen zueinander wachsen.

Wenn Sie diese Faktoren bei Ihrer Pflegekraft finden, sind das viele gute Zeichen. Noch detailliertere Eigenschaften finden Sie auf der Seite des ZQP.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Zentrum für Qualität in der Pflege
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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