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Warum Dauerstress aufs Herz schlägt

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Mit der Psychokardiologie gibt es f√ľr diese Wechselwirkungen sogar eine eigene medizinische Spezialdisziplin.
Mit der Psychokardiologie gibt es f√ľr diese Wechselwirkungen sogar eine eigene medizinische Spezialdisziplin. (Quelle: dpa-infografik GmbH/dpa-tmn/Grafik./dpa)
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Teltow (dpa/tmn) - Ein Herz und eine Seele sein: Dieser Satz gilt auch, wenn es um die Gesundheit geht. "Geht es der einen Seite nicht gut, leidet oft auch die andere darunter", sagt der Mediziner Prof. Volker K√∂llner. Manchmal reiche es deshalb nicht, bei der Behandlung nur die eine Seite zu ber√ľcksichtigen, so der Chefarzt f√ľr Psychosomatik am Reha-Zentrum Seehof in Teltow bei Berlin.

Dann ist es hilfreich, auch die Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen - wof√ľr es mit der Psychokardiologie sogar eine eigene Spezialdisziplin in der Medizin gibt. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass die Gesundheit von Herz und Psyche eng miteinander verflochten sind. Depressionen etwa erh√∂hen das Risiko f√ľr einen Herzinfarkt fast so stark wie Rauchen.

"Wir wissen zudem, dass Stress, den Menschen sehr fr√ľh in ihrer Lebensgeschichte erfahren, ein Krankmacher ist", sagt K√∂llner. Gewalt und sexuelle Misshandlungen in der Kindheit erh√∂hen das Risiko f√ľr Herzerkrankungen - auch wenn diese sich wom√∂glich erst Jahrzehnte sp√§ter zeigen.

Wenn das Herz gef√ľhlt bricht

Dass enormer Stress - eine Todesnachricht oder ein Jobverlust zum Beispiel - ganz unmittelbar auf das Herz schlagen kann, zeigt das Broken-Heart-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine akute Herzschw√§che, bei der die Pumpleistung des Organs nachl√§sst. Viele Betroffene m√ľssen auf der Intensivstation behandelt werden, wobei sich das Herz - anders als bei anderen Erkrankungen - wieder erholt.

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F√ľr das Herz wird Stress aber viel h√§ufiger zum Problem, wenn er chronisch wird. Dabei sind es die k√∂rperlichen Stressreaktionen selbst, die dem Herzen auf Dauer schaden.

Unter Stress verkleben die Blutplättchen

Zentral ist dabei das vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Funktionen wie den Herzschlag steuert. Unter Stress klopft unser Herz nicht nur schneller, um den Körper auf maximale Leistung einzustellen: Auch die Blutplättchen verkleben stärker, um Blutungen besser stillen zu können.

"Der K√∂rper stellt sich darauf ein, verwundet zu werden", sagt Prof. Christoph Herrmann-Lingen, Direktor der Klinik f√ľr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universit√§tsmedizin G√∂ttingen. Die unerw√ľnschte Folge: So wird die Entstehung von verengten Herzkranzgef√§√üen beg√ľnstigt.

Das permanente Hochfahren des Herz-Kreislauf-Systems kann zudem zu Bluthochdruck f√ľhren, wodurch die Herzgef√§√üe Schaden nehmen k√∂nnen. Das Risiko f√ľr einen Herzinfarkt oder eine Herzinsuffizienz steigt.

Dazu kommt: In stressigen Zeiten leidet oft das Gesundheitsverhalten. Die eine streicht ihren w√∂chentlichen Sportkurs und greift h√§ufiger zur Zigarette, der andere isst fast t√§glich Fast Food. Was diese Verhaltensweisen gemeinsam haben: Sie sind Risikofaktoren f√ľr Herzerkrankungen. Der Schl√ľssel zur Vorbeugung ist also, auch in stressigen Phasen an gesunden Routinen festzuhalten.

Wenn Herzerkrankungen auf die Psyche schlagen

Umgekehrt erleidet oft auch die Psyche Schrammen, wenn Menschen erleben, dass ihr Herz versagt. "Eine Herzkrankheit wie etwa ein Herzinfarkt ist nicht nur ein verstauchter Kn√∂chel", sagt Christoph Herrmann-Lingen. "Ein solches Erlebnis kann das Urvertrauen in den eigenen K√∂rper ersch√ľttern."

√Ąngste und Besorgtheit sind - gerade in der ersten Zeit - eine normale psychische Reaktion auf so ein Ereignis. "Beim dem Gro√üteil der Patientinnen und Patienten normalisiert sich die Psyche nach einiger Zeit wieder", sagt Volker K√∂llner. Aber nicht bei allen.

"Es gibt Patientinnen und Patienten, die √ľberm√§√üig auf den eigenen K√∂rper achten, um Vorboten eines neuen Herzinfarktes zu erkennen", sagt Klinikdirektor Herrmann-Lingen. Das sorgt f√ľr ein hohes Stresslevel und mitunter auch daf√ľr, dass Betroffene ihren K√∂rper kaum noch fordern. "Dabei ist regelm√§√üige k√∂rperliche Aktivit√§t wichtig. Schlie√ülich verringert Sport das Risiko f√ľr neue Herzerkrankungen und auch f√ľr Depressionen."

Wie lässt sich dieser Teufelskreis bremsen?

Zun√§chst ist ein Gespr√§ch mit der √Ąrztin oder dem Arzt sinnvoll, um die Bef√ľrchtungen mit der Realit√§t abzugleichen. "Ein hilfreiches Angebot sind auch die vielen Herzsportgruppen", sagt Volker K√∂llner. Diese werden von Sportvereinen, Reha-Kliniken oder anderen Tr√§gern angeboten. Au√üerdem kann eine Psychotherapie helfen, wieder Vertrauen in das eigene Herz zu fassen und die K√∂rperwahrnehmung zu schulen.

Literatur:

Volker Köllner, Eike Langheim, Judit Kleinschmidt: "Mein Herz + meine Seele. Das Zusammenspiel von Psyche und Herz - Spannende Einblicke in die Psychokardiologie", Trias-Verlag, 216 Seiten, 19,99 Euro, ISBN-13: 978-3432107578.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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