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Herzinfarkt: An gebrochenem Herzen kann man sterben

An gebrochenem Herzen kann man sterben

15.10.2010, 08:29 Uhr | dapd

Herzinfarkt: An gebrochenem Herzen kann man sterben. Herzinfarkt: Kummer kann das Herz dauerhaft schädigen. (Foto: imago)

Kummer kann das Herz dauerhaft schädigen. (Foto: imago)

"Das bricht mir das Herz" - dies ist nicht nur eine Redewendung, denn Kummer, Trauer und Streit oder körperliche Ausnahmesituationen können das Herz tatsächlich schwer schädigen und sogar tödlich enden. In Deutschland erkrankten in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen an Tako Tsubo, dem "Syndrom des gebrochenen Herzens". Gefährdet sind vor allem ältere Frauen.

Was ein Topf für Tintenfische mit dem Herz zu tun hat

Benannt ist das Tako-Tsubo-Syndrom nach einem runden Tontopf mit engem Hals, der in Ostasien zum Fangen von Tintenfischen benutzt wird. Unter extremem Stress kann die linke Herzkammer eine ähnliche Form annehmen, wie japanische Forscher erstmals 1991 beobachteten. Dabei erweitert sich die Herzbasis nach jeder Pumpaktion ballonartig. Weil sich gleichzeitig der Ausgang flaschenhalsförmig abschnürt, gelangt zu wenig Blut in die Hauptschlagader. Dabei zeigt das EKG die für einen Herzinfarkt typischen Veränderungen, wie die Kardiologin Birke Schneider von den Sana-Kliniken Lübeck in der "Deutschen Medizinische Wochenschrift" (DMW, Vol. 135, S. 1908-1913) berichtet. Doch in der Katheteruntersuchung wirken die Herzkranzgefäße gesund, ohne die Infarkt-typischen Verengungen.

Starke Brustschmerzen sind ein Warnsignal

Seit 2006 sammelt die Arbeitsgemeinschaft Leitender Kardiologischer Krankenhausärzte in ihrem Tako-Tsubo-Register Erkrankungsfälle aus 37 Kliniken. Dort wurde das Syndrom bis 2009 bei 324 Patienten festgestellt. Die meisten von ihnen litten wie bei einem Herzinfarkt unter starken Brustschmerzen. Manche Patienten wurden ohnmächtig, einige mussten sogar wiederbelebt werden, 2,2 Prozent starben.

Stresshormone schädigen das Herz

Gefährdet sind vor allem ältere Frauen: Neun von zehn Patienten waren weiblich, das mittlere Alter lag bei 68 Jahren. Besonders auffällig: Meist löste ein konkreter Vorfall die Herzkrise aus. Dabei war emotionaler Stress wie der Tod eines Angehörigen oder ein heftiger Streit mit 36 Prozent ähnlich häufig wie physische Belastung durch eine Operation, einen Unfall oder einen Asthmaanfall. Nur bei 23 Prozent der Patienten wurde kein Auslöser gefunden. Als Ursache der Erkrankung vermutet Schneider eine starke Ausschüttung von Stresshormonen aus der Nebenniere. Zur Behandlung verordnen Ärzte Beta-Blocker, die die Wirkung dieser Hormone am Herzen verhindern sollen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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