Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Scharlach >

Scharlach bei Erwachsenen: Anzeichen, Symptome und Folgeerkrankungen

Himbeerzunge, Fieber, Ausschlag  

Scharlach bei Erwachsenen: Warum eine frühe Behandlung wichtig ist

10.02.2020, 10:06 Uhr | t-online, nsa

Scharlach bei Erwachsenen: Anzeichen, Symptome und Folgeerkrankungen. Scharlach: Typisch ist die sogenannte Himbeerzunge mit Papillen. (Quelle: dpa/Neufried/OKAPIA)

Scharlach: Typisch ist die sogenannte Himbeerzunge mit Papillen. (Quelle: Neufried/OKAPIA/dpa)

Scharlach gilt gemeinhin als Kinderkrankheit, doch auch Erwachsene können sich anstecken. Erfahren Sie, an welchen Symptomen Sie die Krankheit erkennen und welche Spätfolgen auftreten können, wenn Scharlach bei Erwachsenen nicht rechtzeitig behandelt wird.

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die durch sogenannte Streptokokken-Bakterien verursacht wird. Diese befinden sich überall in unserem Umfeld und siedeln sich auch regelmäßig im menschlichen Körper an. Untersuchungen zufolge sind bei jedem zehnten Menschen Streptokokken nachweisbar, ohne dass die Krankheit zum Ausbruch kommt.

Scharlach tritt vor allem bei Kindern zwischen vier und sieben Jahren auf, da das Immunsystem in diesem Alter besonders anfällig für eine Infektion ist. Scharlach ist aber auch bei Erwachsenen ansteckend. Gefährdet sind vor allem jene, die ein geschwächtes Immunsystem haben. 

Erste Anzeichen bei Erwachsenen: Scharlach rechtzeitig erkennen

Bei Erwachsenen kann Scharlach leichter übersehen werden. Darum sollte man beim Verdacht auf eine Infektion auf diese Hauptsymptome achten: 

  • Halsentzündung (Angina tonsillaris): Die Gaumenmandeln sowie der gesamte Rachen können sich entzünden und sind gerötet, die Gaumenmandeln oft stark angeschwollen und in manchen Fällen von einer weißen Schicht überzogen.
  • Ein weißlicher Belag auf der Innenseite der Wangen sowie geschwollene Hals-Lymphknoten 
  • Scharlach-Ausschlag: Die Flecken sind hellrot, leicht erhaben, jucken aber nicht. 
  • Himbeerzunge: Die Zunge ist anfangs mit einer weißen Schicht überzogen, die aber nach rund vier Tagen oft verschwunden ist. Dann färbt sich die Zunge himbeerrot.

Die typischen Symptome bei Scharlach, wie die Himbeerzunge oder der Hautausschlag, treten erst einige Tage nach der Ansteckung auf. In der Regel vergehen zwei bis fünf Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. Während das Fieber schnell ansteigt, entzündet sich der Rachenraum und die Lymphknoten und Mandeln schwellen an. Auf den Mandeln bildet sich außerdem ein weißer Belag, der mit der Zeit auf die Zunge übergreift. Der Belag fällt nach einigen Tagen ab und die Zunge färbt sich leuchtend rot. 

Nach zwei bis vier Tagen bildet sich der für Scharlach typische Hautausschlag. Er wird durch Toxine – die Stoffwechselprodukte der Streptokokken-Bakterien – verursacht. Die hellroten, stecknadelgroßen Pickelchen entstehen verstärkt im Bereich der Achseln oder in der Leistengegend und breiten sich dann über den gesamten Körper aus. Der Bereich um den Mund bleibt blass ("Milchbart"). Nach ein bis zwei Wochen verschwindet der Ausschlag meist wieder. Dann kommt es zur Schuppenbildung an den Handflächen und Fußsohlen. 

Weitere typische Symptome bei Scharlach

Die Kinderkrankheit Scharlach ruft sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen die gleichen Symptome hervor:

  • Plötzlich ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Husten
  • Erbrechen
  • Schüttelfrost
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Geschwollene, entzündete Mandeln
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen mit Ausschlag im Bereich der Schleimhäute
  • Schluckbeschwerden
  • Rötung im Bereich des Gaumens
  • Roter, stecknadelgroßer Hautausschlag (vom Hals über die Brust zu den Leisten und Innenseiten der Beine)
  • "Milchbart" (Dreieck um Mund und Kinn vom Hautausschlag nicht betroffen)
  • "Himbeerzunge" (erst weiß belegt, ab dem vierten Tag himbeerrot)

Scharlach-Symptom: Der sogenannte Milchbart kann sich rund um den Mund bilden.  (Quelle: dpa/BSIP)Scharlach-Symptom: Der sogenannte Milchbart kann sich rund um den Mund bilden. (Quelle: BSIP/dpa)

Achtung: Nicht immer zeigen sich alle Symptome. Selbst typische Anzeichen einer Scharlachinfektion können unter Umständen ausbleiben. Da es sich um eine Infektionskrankheit handelt, die unbehandelt mit ernsten Komplikationen und Spätfolgen einhergehen kann, sollten Sie sich aber in jedem Fall an einen Arzt wenden. 

Ansteckung: Wie überträgt sich Scharlach?

Die häufigste Form der Übertragung von Scharlach ist die Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass Körperflüssigkeiten einer kranken Person beim Niesen oder Husten in die Luft gelangen und von einer zweiten Person eingeatmet werden. 

Die zweite und seltenere Möglichkeit ist die Schmierinfektion. Bei dieser Form der Ansteckung gerät der Betroffene mit Erregern in Kontakt, die sich auf alltäglichen Gegenständen befinden, die zuvor ein Erkrankter benutzt hat.

Behandlung: Bei den ersten Anzeichen zum Arzt gehen

Versuchen Sie nicht, Scharlach selbst zu behandeln. Suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf, wenn Sie erste Anzeichen wahrnehmen. Der Arzt kann einen Schnelltest durchführen und verschreibt entsprechende Medikamente – meist Antibiotika –, durch die die Symptome schnell gelindert werden.

Die Behandlung durch Antibiotika dient einerseits der Abtötung von Bakterien, die für die Infektion verantwortlich sind. Zum anderen mindert sie aber auch die Ansteckungsgefahr und verhindert gefährliche Folgeerkrankungen. Betroffenen wird in der Regel eine zehntägige Therapie mit Penicillin verschrieben, die konsequent durchgehalten werden muss. Andernfalls können im Verlauf der Erkrankung Komplikationen auftreten. Nach erfolgreicher Behandlung ist zunächst viel Ruhe nötig, damit der Körper das Antibiotikum abbauen kann und nicht überlastet wird. 

Scharlach: Eine historische zeichnerische Darstellung von 1889 zeigt verschiedene Hautkrankheiten, darunter auch Scharlach (o.r.).   (Quelle: dpa/imageBROKER)Scharlach: Eine historische zeichnerische Darstellung von 1889 zeigt verschiedene Hautkrankheiten, darunter auch Scharlach (o.r.). (Quelle: imageBROKER/dpa)

Scharlach bei Erwachsenen: Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen 

Im Gegensatz zum Verlauf bei Kindern kann Scharlach bei Erwachsenen häufiger einen gefährlichen Verlauf nehmen, etwa weil größere Komplikationen oder Spätfolgen auftreten. Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn die Behandlung unzureichend oder zu spät erfolgt, Betroffene sich nicht lang genug schonen oder ein stark geschwächtes Immunsystem haben. 

Mögliche Begleiterscheinungen einer Scharlachinfektion sind beispielsweise eine Mittelohrentzündung, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Lungenentzündung. Gelangen die Toxine, die von den Bakterien produziert werden, ins Blut, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Mediziner sprechen dann vom Streptokokken-Toxic-Schock-Syndrom (STSS), das mit sehr hohem Fieber, Erbrechen und Muskelschmerzen einhergeht und im schlimmsten Fall zu Organversagen führen kann. Das Toxische Schocksyndrom tritt zwar nur selten auf, ist aber lebensgefährlich.  

Bleibt Scharlach unbehandelt, tritt oft ein bis fünf Wochen nach der Erkrankung das sogenannte rheumatische Fieber auf. Dabei kommt es zu einer Entzündung verschiedener Organsysteme. Es können unter anderem Gelenke, Herz, Gehirn und Haut betroffen sein. Rheumatisches Fieber verursacht außerdem eine Arthritis, die vor allem große Gelenke betrifft. Zusätzlich besteht das Risiko einer schweren Nierenentzündung. 

Besonders riskant ist eine Scharlachinfektion während der Schwangerschaft, da das Immunsystem der werdenden Mutter besonders anfällig ist. Das ungeborene Baby ist allerdings nicht gefährdet. 

Vorsorge: Gibt es eine Impfung?

Eine Impfung gegen Scharlach existiert bislang nicht. Es kann also nicht präventiv gegen eine mögliche Erkrankung vorgegangen werden. Zudem gilt: Wer bereits eine Scharlachinfektion überstanden hat, kann sich trotzdem erneut anstecken – auch als Erwachsener. Menschen, die an Scharlach erkrankt sind, sollten sich krankschreiben lassen und nicht in engen Kontakt mit anderen kommen. Ansteckungsgefahr besteht bis zu 24 Stunden, nachdem mit einer Antibiotikabehandlung begonnen wurde. Werden keine Antibiotika eingesetzt, besteht  erst nach dem vollständigem Abklingen der Symptome keine Ansteckungsgefahr mehr.

Verwendete Quellen:
  • www.scharlach-info.de
  • Kinder- und Jugendärzte im Netz
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal