Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Husten >

COPD: Die vier Stadien der Lungenkrankheit – So verändert es die Lunge

Verlauf in vier Stadien  

So verändert COPD die Lunge

Ann-Kathrin Landzettel

11.02.2021, 09:09 Uhr
COPD: Die vier Stadien der Lungenkrankheit – So verändert es die Lunge. Grafische Darstellung einer an COPD erkrankten Lunge: Durch Entzündungsprozesse wird die Lunge dauerhaft geschädigt, die Bronchien verengen sich und es kommt zu chronischer Atemnot.  (Quelle: Getty Images/ decade3d)

Grafische Darstellung einer an COPD erkrankten Lunge: Durch Entzündungsprozesse wird die Lunge dauerhaft geschädigt, die Bronchien verengen sich und es kommt zu chronischer Atemnot. (Quelle: decade3d/Getty Images)

Wenn Husten zum Dauerzustand wird und Kurzatmigkeit dazukommt, kann das ein Hinweis auf eine chronische Lungenerkrankung sein. Ein Lungenarzt erklärt, wie die Krankheit verläuft und wer besonders gefährdet ist.

Laut der Deutschen Lungenstiftung e.V. leiden in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen unter einer chronischen Bronchitis – der Vorstufe der COPD. Die gefährliche Lungenerkrankung, die vor allem Raucher trifft und von Husten und Luftnot begleitet wird, verläuft stufenweise.

Wir stellen die vier Stadien vor, von den Anfängen bis zum Endstadium.

Definition: Was ist COPD?

Prognosen der Gobal Burden of Disease Study gehen davon aus, dass die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit COPD den weltweiten Status der dritthäufigsten Todesursache erreichen wird. Bei COPD wird die Lunge durch Entzündungsprozesse geschädigt und die Bronchien verengen sich. Rauchen ist der bedeutendste Auslöser für die bleibenden Schäden in der Lunge und die daraus resultierende zunehmende Luftnot.

Eine COPD entwickelt sich über Jahre hinweg. Unbehandelt nimmt die COPD den Betroffenen schließlich den Atem. Die COPD entwickelt sich aus einer chronischen Bronchitis. Die dauerhaft entzündeten Bronchien verursachen bleibende Veränderungen im Lungengewebe. Mediziner teilen die COPD in vier Schweregrade ein.

Welche Symptome bei beginnender COPD?

Das erste Warnzeichen einer beginnenden COPD ist chronischer Husten mit Auswurf. Als chronisch gilt eine Bronchitis, wenn die Betroffenen ein Jahr und länger husten. Das nächste COPD-Symptom ist beginnende Atemnot bei körperlicher Belastung. "Bleibt Husten bestehen, sollten Sie einen Pneumologen aufsuchen und die Ursache klären lassen“, rät Professor Adrian Gillissen, Chefarzt der Medizinischen Klinik III der Kreiskliniken Reutlingen und Mitglied der Deutschen Lungenstiftung e.V. "Auch Atemnot, Blut im Auswurf sowie Fieber sind Warnzeichen, die Sie ärztlich abklären lassen sollten. Die Beschwerden sind auf Entzündungsprozesse der Lunge zurückzuführen, die behandelt werden müssen."

Professor Dr. med. Adrian Gillissen ist Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Sportmedizin und Notfallmedizin. Er ist Chefarzt der Medizinischen Klinik III der Kreiskliniken Reutlingen und Mitglied der Deutschen Lungenstiftung e. V. (Quelle: Prof. Gillissen)Professor Dr. med. Adrian Gillissen (Quelle: Prof. Gillissen)
Professor Dr. med. Adrian Gillissen ist Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Sportmedizin und Notfallmedizin. Er arbeitet als Chefarzt in der Medizinischen Klinik III der Kreiskliniken Reutlingen und ist außerdem Mitglied der Deutschen Lungenstiftung e. V.

Diagnose COPD: Wie stark ist meine Lunge geschädigt?

Der Lungenarzt bestimmt den Schweregrad der COPD durch Erfassung der bestehenden Symptomatik. Im Rahmen der Anamnese (Patientengespräch) erfragt der Arzt sowohl die Beschwerden des Patienten als auch mögliche Risikofaktoren. Um die Leistung der Lunge einschätzen zu können, führt er unter anderem einen Lungenfunktionstest durch. "Mit der Lungenfunktionsprüfung lässt sich die Lungenfunktion einordnen. Je schlechter der besonders wichtige FEV1-Wert ist, also das forcierte Volumen, das nach maximaler Inhalation ausgeatmet werden kann, desto schlechter ist die Langzeitprognose", erklärt der Facharzt für Pneumologie.

Welches COPD-Stadium habe ich?

 Mediziner unterteilen den Schweregrad der COPD in vier Stadien:

  • Stadium 1 (Anfangsstadium): Die Lungenfunktion weicht um bis zu 20 Prozent vom Sollwert ab. Die Atembeschwerden sind oft noch so schwach ausgeprägt, dass die Betroffenen die Einschränkung der Lungenfunktion kaum bemerken. Chronischer Husten mit oder ohne Auswurf (Raucherhusten) kann auftreten, muss aber nicht sein.
  • Stadium 2 (mittelschwere COPD): Die Lungenfunktion weicht 20 bis 50 Prozent vom Sollwert ab. Bei körperlicher Belastung kommt es zu leichter Atemnot. Chronischer Husten mit oder ohne Auswurf (Raucherhusten) ist ein häufiges Symptom. 
  • Stadium 3 (schwere COPD): Die Lungenfunktion weicht 50 bis 70 Prozent vom Sollwert ab. Die Betroffenen leiden unter starken Atembeschwerden und oft Husten mit zähem Auswurf. Die Atemnot tritt bereits bei leichten körperlichen Anstrengungen auf.
  • Stadium 4 (sehr schwere COPD): Die Lungenfunktion weicht um mehr als 70 Prozent vom Sollwert ab. Die COPD-Betroffenen sind chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Schwere Atemnot tritt bereits bei Alltagstätigkeiten und teilweise sogar im Ruhezustand auf. Die körperliche Belastbarkeit der Patienten ist stark eingeschränkt.

Behandlung von COPD: Welche Therapie in welchem Stadium?

Abhängig vom COPD-Stadium erfolgt die Behandlung der Lungenkrankheit. "Im Anfangsstadium hilft eine inhalative Therapie mit bronchialerweiternden Medikamenten, die Beschwerden zu lindern. Die Medikamente können einzeln verabreicht oder mit einander kombiniert werden“, sagt Gillissen. "Im fortgeschrittenen Stadium wird meist zusätzlich ein inhalatives Kortisonpräparat (ICS) und in bestimmten Fällen ein antientzündlich wirkender Phosphodiesterasehemmer (Roflumilast) verabreicht. Bei schweren Verläufen ist zudem eine Langzeit-Antibiotikatherapie mit einem Makrolid möglich." Diese Therapieform wird in Deutschland wegen der Antibiotikanebenwirkungen und der Resistenzbildung der Bakterien laut dem Experten aber kritisch gesehen.

Kann ich den Verlauf der COPD aufhalten?

Eine COPD muss nicht zwingend alle vier Stadien durchlaufen. Mit einem gesunden Lebensstil und einer entsprechenden Behandlung kann ein Fortschreiten verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Wichtig ist, auslösende Risikofaktoren zu vermeiden. Als Hauptrisikofaktoren gelten das Rauchen sowie Schadstoffe, die häufig im beruflichen Umfeld eingeatmet werden. Um die Lungenfunktion zu stärken, sollten sich Betroffene regelmäßig bewegen und Lungensport durchführen. "Wichtig ist auch, dass Sie die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen. Zudem sollten Sie sich gemäß der STIKO-Empfehlung gegen Pneumokokken und Influenza impfen lassen, um das Risiko für Lungeninfektionen zu senken“, rät der Lungenarzt.

Ist COPD heilbar?

Heilbar ist die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit nicht. Schäden, welche die Lunge bereits erlitten hat, sind nicht wieder rückgängig zu machen. Allerdings lässt sich das Beschwerdebild deutlich verbessern. "Bei gutem Therapieansprechen, erfolgreicher Raucherentwöhnung und Beachtung weiterer Empfehlungen für die Lungengesundheit können Patienten deutlich an Lebensqualität zurückgewinnen", sagt Gillissen. Entzündungsreaktionen lassen nach, Schwellungen der Atemwege nehmen ab, die Schleimbildung wird reduziert und die Atmung so erleichtert. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal