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Analkrebs: Diese Personen gehören zu den Risikogruppen

Karzinom im Anus  

Analkrebs: Diese Personen gehören zu den Risikogruppen

17.10.2018, 10:50 Uhr | t-online.de, lk

Analkrebs: Diese Personen gehören zu den Risikogruppen. Computer Illustration des Anus (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Analkrebs: Die bösartige Geschwulst tritt im Anus auf. Wird die Erkrankung früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Krebs kann an allen Stellen im Körper auftreten und zwar auch im After. Dabei bildet sich eine bösartige Geschwulst im Anus, das auch als Analkarzinom bezeichnet wird. Wie die Krankheit entsteht, welche Risikofaktoren es gibt und wie sie behandelt wird, erfahren Sie hier.

Ein Analkarzinom tritt im unteren Ende des Darms, dem Analkanal, und am Analrand auf. Der Analrand verläuft vom After ausgehend bis fünf Zentimeter nach außen. Im Vergleich zu Darmkrebs ist diese Krebsart sehr selten. Wer jedoch bereits mit anderen Krankheiten am Analbereich zu tun hatte, trägt ein höheres Risiko und sollte mögliche Symptome kennen.

Symptome von Analkrebs

Die Deutsche Krebsgesellschaft nennt folgende Symptome, die auf ein Analkarzinom hindeuten können:

  • Blut auf dem Stuhl
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Juckreiz im Analbereich
  • Fremdkörpergefühl
  • Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Verstopfung
  • Probleme, den Stuhlgang zu kontrollieren
  • Vergrößerte Leistenlymphknoten
  • Auffällig geformter Stuhl, etwa bleistiftdünner Stuhl oder Einkerbungen im Stuhl
  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust
  • Nachtschweiß



Was sind die Risikofaktoren für Analkrebs?

Als Auslöser für Analkrebs gelten vor allem bestimmte Typen der Humanen Papillomviren. Eine Übertragung der Viren geschieht in erster Linie über Sexualkontakte. Vor allem ungeschützter Analverkehr gilt als Risikofaktor. Menschen, bei denen mit Medikamenten das Immunsystem unterdrückt wird, wie das bei Personen mit einem Spenderorgan der Fall ist, haben eine geschwächte Abwehr. Auch Personen, die an Aids erkrankt sind, haben ein schwächeres Immunsystem. Damit ist ihr Risiko zu erkranken erhöht. Das gilt auch für Analkrebs.

Rauchen erhöht das Risiko, an Analkrebs zu erkranken ebenfalls. Zudem gibt es den Experten der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge chronisch verlaufende Erkrankungen im Anus, wie Hämorrhoiden, Fisteln, Fissuren oder Herpes, die parallel mit einem Analkarzinom auftreten können. Patienten mit Infektionen im Analbereich müssen daher sorgfältig ärztlich beobachtet werden.


Wie wird Analkrebs diagnostiziert?

Bei einem Verdacht oder im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung wird ein Proktologe zunächst eine Tastuntersuchung vornehmen. Der Proktologe ist ein Facharzt für alle Krankheiten im Mastdarm und Analkanal. Dieser prüft auch, ob der Schließmuskel richtig funktioniert, weil das ein Hinweis auf Krankheiten sein kann.

Mittels Enddarmspiegelung (Proktoskopie) kann der Arzt eine gesicherte Diagnose treffen. Bei der Spiegelung wird zudem eine Gewebeprobe aus dem Analkanal genommen und im Labor auf bösartige Veränderungen hin überprüft. Meist wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, außerdem tastet der Arzt die Lymphknoten an den Leisten ab.

Lautet die Diagnose tatsächlich Analkrebs, muss mit einer kompletten Darmspiegelung (Koloskopie) untersucht werden, ob gegebenenfalls auch Tumoren, Krebsvorstufen oder Entzündungen im Dickdarm, wie beispielsweise Morbus Crohn, vorliegen. Weitere Untersuchungen von Bauchraum und Brustkorb dienen der Beurteilung, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

Welche Formen von Analkrebs gibt es?

Es gibt zwei Formen von Analkarzinomen. Das sind:

  • Plattenepithelkarzinome und
  • Analrandtumoren

Plattenepithelkarzinome sind die häufigere Variante.

Wie wird Analkrebs behandelt?

Welche Therapie vorgenommen wird, hängt von der Krebsart ab. So wird ein sogenannter Analrandtumor chirurgisch entfernt. Für den Fall, dass ebenfalls Nachbarregionen betroffen sind, wird zusätzlich eine kombinierte Radiochemotherapie durchgeführt. Dabei kommen sowohl eine Chemo- als auch eine Strahlentherapie zum Einsatz. Die Lymphknoten im Becken und den Leisten werden hierbei ebenfalls bestrahlt.

Ein Plattenepithelkarzinom im Anus wird in der Regel auch mit kombinierter Radiochemotherapie behandelt. Eine Operation, bei der Teile des Enddarms entnommen werden müssen, wird nur selten durchgeführt.

Welche Heilungschancen bestehen bei Analkrebs?

Beim Plattenepithelkarzinom liegt die Prognose je nach Stadium des Krebses zwischen 50 bis 95 Prozent. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Die Erfolgsrate, dass ein chirurgisch entferntes Analkarzinom ausheilt und nicht wiederkehrt, sind nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft sehr gut. Hier gebe es eine "exzellente Prognose", heißt es.

Kann man Analkrebs vorbeugen?

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft könnte ein Großteil der Erkrankungen an Analkrebs durch eine Immunisierung gegen die auslösenden Humanen Papillomviren verhindert werden. Da die Erreger des sogenannten Risikotyps auch Gebärmutterhalskrebs auslösen können, wird die HPV-Impfung für Mädchen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Kondome helfen, das Infektionsrisiko mit HP-Viren deutlich herabzusetzen. Inzwischen wird ein solcher Impfschutz auch für Jungs bis zum 17. oder 18. Lebensjahr von den meisten Krankenkassen erstattet. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat eine Übersicht veröffentlicht, welche Kassen das sind. Die Liste stammt vom 26. Juli 2018. Es können daher bereits Änderungen eingetreten sein. Insofern sollten sich Versicherte am besten direkt bei ihrer Krankenkasse nach einer Kostenübernahme erkundigen.

Eine gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten sind sinnvolle Verhaltensweisen zur Vorbeugung von Krankheiten im Allgemeinen. Von Zigaretten geht nachweislich ein erhöhtes Risiko für Analkrebs aus. 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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