• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Ukraine-Krieg: Israel fordert Entschuldigung f├╝r Lawrows Nazi-Vergleich


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextLufthansa bringt Mega-Jumbo A380 zur├╝ckSymbolbild f├╝r einen TextWaldbrand in Brandenburg au├čer KontrolleSymbolbild f├╝r einen TextGelbe Giftwolke t├Âtet zehn MenschenSymbolbild f├╝r einen TextUSA: Zug mit 200 Passagieren entgleistSymbolbild f├╝r einen TextOligarchen-Jacht soll versteigert werdenSymbolbild f├╝r einen TextHut-Panne bei K├Ânigin M├íximaSymbolbild f├╝r einen TextARD-Serienstar wird ersetztSymbolbild f├╝r einen TextDeutsche Tennis-Asse souver├ĄnSymbolbild f├╝r einen TextDresden: Baukran kracht gegen WohnhausSymbolbild f├╝r ein VideoDorfbewohner stoppen RiesenkrokodilSymbolbild f├╝r einen TextErster Wolf in Baden-W├╝rttemberg entdecktSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserRoyal-Expertin sorgt sich um KateSymbolbild f├╝r einen TextJetzt testen: Was f├╝r ein Herrscher sind Sie?

Israel fordert Entschuldigung f├╝r Lawrows Nazi-Vergleich

Von dpa
Aktualisiert am 03.05.2022Lesedauer: 4 Min.
"Adolf Hitler hatte auch j├╝disches Blut.
"Adolf Hitler hatte auch j├╝disches Blut. Das hei├čt ├╝berhaupt nichts": Mit dieser Behauptung hat Sergej Lawrow international f├╝r Ungl├Ąubigkeit und Entsetzen gesorgt. (Quelle: Maxim Shipenkov/EPA/AP/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Tel Aviv/Moskau (dpa) - Ein Nazi-Vergleich des russischen Au├čenministers Sergej Lawrow mit Bezug auf den Ukraine-Krieg hat vor allem in Israel f├╝r Emp├Ârung gesorgt.

Die Regierung in Jerusalem verlangte eine Entschuldigung, das Au├čenministerium bestellte den russischen Botschafter Anatoli Wiktorow am Montag zum Gespr├Ąch ein. Auch in Kiew und Berlin l├Âste Lawrow Entsetzen aus.

Lawrow hatte am Sonntagabend im italienischen Fernsehsender Rete4 die russische Kriegsbegr├╝ndung wiederholt, in der Ukraine seien Nazis am Werk. Als Gegenargument werde gesagt: "Wie kann es eine Nazifizierung geben, wenn er (der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj) Jude ist? Ich kann mich irren. Aber Adolf Hitler hatte auch j├╝disches Blut. Das hei├čt ├╝berhaupt nichts. Das weise j├╝dische Volk sagt, dass die eifrigsten Antisemiten in der Regel Juden sind."

Bennett: "Schlimmste Form von Rassismus gegen Juden"

Israels politische Spitze zeigte sich entr├╝stet. Au├čenminister Jair Lapid sprach von einer "unverzeihlichen, skandal├Âsen ├äu├čerung, einem schrecklichen historischen Fehler". Man erwarte eine Entschuldigung. Der Sohn eines Holocaust-├ťberlebenden aus Ungarn f├╝gte hinzu: "Meinen Gro├čvater haben nicht Juden umgebracht, sondern Nazis." Er empfahl Lawrow, in ein Geschichtsbuch zu schauen. "Die Ukrainer sind keine Nazis. Nur die Nazis waren Nazis. Nur sie haben die systematische Vernichtung der Juden vorgenommen." Es sei die schlimmste Form von Rassismus gegen Juden, sie selbst des Antisemitismus zu bezichtigen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Erster Angriff mit neuer Waffe hat drastische Folgen


Auch Ministerpr├Ąsident Naftali Bennett verurteilte Lawrows Vergleich. "Es ist das Ziel solcher L├╝gen, den Juden selbst die Schuld an den schlimmsten Verbrechen der Geschichte zu geben, die gegen sie ver├╝bt wurden", sagte er. "Der Missbrauch der Schoah des j├╝dischen Volkes als Instrument der politischen Auseinandersetzung muss sofort aufh├Âren."

Israel hat traditionell sowohl zu Russland als auch zur Ukraine gute Beziehungen. Bennett hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bereits mehrfach sowohl mit Kremlchef Wladimir Putin als auch mit Selenskyj gesprochen. Im M├Ąrz hatte er Putin sogar pers├Ânlich in Moskau getroffen. An Russlands Vorgehen hatte Bennett bislang nur verhalten Kritik ge├Ąu├čert. Nach dem Affront durch Lawrow ist allerdings nur schwer vorstellbar, dass Israel sich weiter als Vermittler anbieten wird.

Ukraine wirft Moskau Antisemitismus vor

Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj hat emp├Ârt auf Lawrows antisemitischen Ausfall reagiert. In einer Umkehrung von T├Ątern und Opfern habe Russlands oberster Diplomat das j├╝dische Volk f├╝r die Verbrechen der Nazis verantwortlich gemacht, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft in Kiew. Aus Moskau gebe es keinen Widerspruch dagegen.

"Solch ein antisemitischer Angriff ihres Ministers bedeutet, dass die russische F├╝hrung alle Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg vergessen hat oder sie vielleicht nie gelernt hat", sagte Selenskyj. Der 44-J├Ąhrige ist j├╝discher Herkunft. Wenn Russland Ukrainer in Filtrationslagern qu├Ąle oder zur Zwangsarbeit verschleppe, verwerfe es alle Errungenschaften als Sieger ├╝ber den Nationalsozialmus, sagte er.

Der ukrainische Au├čenminister Dmytro Kuleba schrieb bei Twitter, Lawrows Worte spiegelten den "tief verwurzelten Antisemitismus der russischen Eliten" wider. "Seine abscheulichen Bemerkungen sind beleidigend f├╝r Pr├Ąsident Selenskyj, die Ukraine, Israel und das j├╝dische Volk."

Auch der Leiter der israelischen Holocaust-Gedenkst├Ątte Yad Vashem, Dani Dajan, nannte Lawrows ├äu├čerungen "absurd, wahnhaft, gef├Ąhrlich und verachtenswert". Lawrow propagiere "eine Umkehrung des Holocaust - indem die Opfer in die Verbrecher verwandelt werden, durch die Verbreitung einer vollkommen haltlosen Behauptung, Hitler sei j├╝discher Abstammung".

Vorwurf: T├Ąter-Opfer-Umkehr durch Russland

Hintergrund der von Lawrow wiederholten Behauptung sei die Tatsache, dass Hitlers Vater Alois ein uneheliches Kind gewesen sei, schrieb der israelische Historiker Ofer Aderet in der Zeitung "Haaretz". "Wir wissen nicht, wer der Gro├čvater v├Ąterlicherseits war", schrieb Aderet. F├╝r verschiedene Behauptungen, dieser Gro├čvater sei j├╝disch gewesen, gebe es jedoch keine historischen Beweise.

Auch der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, nannte die ├äu├čerung Lawrows "absurd". Er sagte in Berlin: "Ich glaube, die russische Propaganda, die in diesem Fall durch den Au├čenminister Lawrow get├Ątigt wird, die braucht es nicht, weiter kommentiert zu werden."

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung, sagte den "Funke"-Zeitungen: "Lawrow verdreht zynisch Opfer und T├Ąter der Geschichte und der Gegenwart." Dies werde besonders deutlich daran, "dass zu den unz├Ąhligen Leidtragenden des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auch j├╝dische Familien und Holocaust-├ťberlebende z├Ąhlen." Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte den Bl├Ąttern: "Die unertr├Ągliche ├äu├čerung von Herrn Lawrow zeigt, dass die russische Kriegspropaganda vor nichts Halt macht. Lawrows Worte sind auch ein Schlag ins Gesicht aller J├╝dinnen und Juden in Deutschland."

Draghi kritisiert TV-Sendung

Der italienische Ministerpr├Ąsident Mario Draghi hat indes die Fernsehsendung kritisiert, in der Lawrow zu Gast war. "Man sprach zwar von einem Interview, aber in Wahrheit war das eine Wahlkundgebung", sagte Draghi angesprochen auf die Causa. In Italien gebe es zwar - anders als in Russland - Presse- und Redefreiheit. Aber Draghi fand: "Man muss sich fragen, ob es akzeptabel ist, jemanden einzuladen, der interviewt wird, ganz ohne Widerrede. Das war keine Glanzleistung, da kommen einem seltsame Dinge in den Kopf."

Zuvor hatten schon etliche andere Politiker die Sendung heftig kritisiert. Italiens Chef der Sozialdemokraten und ehemaliger Ministerpr├Ąsident Enrico Letta sprach von einem "Abgrund".

Der TV-Konzern Mediaset des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi, zu dem Rete4 geh├Ârt, verteidigte die Sendung und die Einladung Lawrows. Dieser sei "die Nummer zwei in der Russischen F├Âderation. Das Interview mit dem russischen Au├čenminister ist ein Dokument der Zeitgeschichte", sagte Generaldirektor Mauro Crippa.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Camilla Kohrs
Von Camilla Kohrs
IsraelJerusalemKiewMoskauRusslandSergej LawrowTel AvivUkraineUngarnWladimir PutinWolodymyr Selenskyj
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website