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Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor verstärkten Angriffen – die Nacht im Überblick


Selenskyj warnt vor verstärkten russischen Angriffen vor EU-Gipfel

Von dpa, rtr, aj

Aktualisiert am 20.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Wolodymyr Selenskyj: Der Präsident hofft auf gute Neuigkeiten von der EU für die Ukraine.Vergrößern des BildesWolodymyr Selenskyj: Der Präsident hofft auf gute Neuigkeiten von der EU für die Ukraine. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/dpa-bilder)
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Die Ukraine bereitet sich wegen des anstehenden EU-Gipfels auf noch heftigere russische Attacken vor. Ein Überblick über die Geschehnisse in der Nacht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht sein Land vor der historischen Möglichkeit, EU-Beitrittskandidat zu werden, warnt aber zugleich vor schweren Kämpfen. "Morgen beginnt eine wahrlich historische Woche, wenn wir von der Europäischen Union die Antwort zum Kandidatenstatus der Ukraine hören", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in der Nacht zum Montag. Es sei aber deswegen auch mit einer gezielten Verschärfung der russischen Aggression zu rechnen, warnte er.

Russland werde seine "feindlichen Handlungen eben in dieser Woche demonstrativ verstärken, nicht nur uns gegenüber, sondern auch gegenüber anderen Ländern Europas", sagte Selenskyj. Die Ukraine sei vorbereitet und warne ihre Partner.

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Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten sammelt Russland Kräfte in Richtung Charkiw und Saporischschja. Beide Städte liegen im mehrheitlich russischsprachigen Osten der Ukraine. Teile der Gebiete sind von russischen Truppen bereits besetzt.

Von der Leyen rechnet fest mit EU-Kandidatenstatus für Ukraine

Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überzeugt geäußert, dass die Ukraine den Kandidatenstatus bekommen wird. "Ich gehe fest davon aus, dass wir einen positiven Bescheid kriegen, Unterstützung kriegen, die Weichen sind jetzt gestellt", sagte von der Leyen in der ARD-Talksendung "Anne Will". "Natürlich ist das eine historische Entscheidung, die auch der Europäische Rat jetzt treffen muss, aber die Vorbereitungen sind gut."

Auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba war ins TV-Studio von Anne Will zugeschaltet. Unter anderem sagte er, dass der Krieg mit Russland jetzt ein "Artilleriekrieg" sei. Die russischen Truppen hätten bei Artilleriewaffen eine Übermacht von 15:1. "Wir können den Krieg nicht mit einem solchen Ungleichgewicht gewinnen", sagte Kuleba. Die Ukraine benötige dringend Waffen wie Artilleriesysteme, Flugabwehrgeräte und Raketensysteme. Je früher die Waffen kämen, desto größer sei die Hilfe – und desto weniger Menschen würden sterben.

Kämpfe um Sjewjerodonezk gehen weiter

Vor allem im Osten der Ukraine wird weiter schwer gekämpft. Die ukrainischen Streitkräfte erklärten, es sei ihnen am Sonntag gelungen, die Russen rund um die Großstadt Sjewjerodonezk zurückzudrängen. Im Chemiewerk Azot in der Stadt werden weiterhin Hunderte Zivilisten vermutet. Für sie gibt es nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten kaum noch Wege aus der Stadt.

Russland hatte die ukrainische Hauptstadt Kiew am Wochenende erneut mit Raketen angegriffen. Nach offiziellen Angaben schoss die ukrainische Luftabwehr russische Raketen über der Stadt jedoch ab. Demnach gab es keine Schäden oder Verletzte. Auch im Süden der Ukraine wurde weiter gekämpft. Dort hat Russland große Teile des Küstengebietes am Schwarzen Meer unter Kontrolle.

Habeck spricht erneut von "angespannter Lage"

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat angesichts gedrosselter Gasströme aus Russland erneut die schwierige Situation hervorgehoben. "Da will ich nicht drum herumreden: Es ist eine angespannte, ernste Lage", sagte der Grünen-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Es war immer klar, dass wir bei Gas in einer großen Abhängigkeit sind."

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Offen ließ er, wie Deutschland auf eine etwaige Notfallsituation bei der Gasversorgung reagieren würde. Ob neben Appellen auch Anordnungen und Verbote nötig würden, "werden wir sehen", so der Bundeswirtschaftsminister im ZDF. Entscheidend sei, dass die Gasspeicher zum Winter hin wie im Gesetz vorgesehen zu 90 Prozent gefüllt seien. Dies könne man durch Einkäufe, aber auch durch Sparsamkeit erreichen. Die Füllstände reichten für etwa zweieinhalb Monate, gemessen am Verbrauch der letzten Jahre. Das gelte aber nur, solange kein neues Gas geliefert würde. Doch solche Lieferungen gebe es weiterhin.

Ob es im Winter zu einer Notfallsituation komme, sei Spekulation. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin scheibchenweise die Gaszufuhr nach Europa reduziere, auch um den Preis hochzutreiben. "Und wir müssen mit unseren Maßnahmen darauf antworten."

Das steht an

Heute treffen sich die EU-Außenminister in Luxemburg, um unter anderem über die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg zu beraten. Zudem beginnt ein zweitägiges Gipfeltreffen der Staaten der sogenannten Drei-Meeres-Initiative in der lettischen Hauptstadt Riga. Auch hier soll über den Krieg in der Ukraine und die Unterstützung für das Land gesprochen werden. Zu der 2015 von Polen und Kroatien ins Leben gerufenen Gruppe gehören zwölf EU-Staaten in Mittel- und Osteuropa zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird bei dem Treffen erwartet.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa
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