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Expertin Kemfert: "Wir sind in einem fossilen Energiekrieg"

Von Peter Luley

Aktualisiert am 27.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Claudia Kemfert (Archivbild): Bei "Anne Will" sprach die Energieökonomin von einem "fossilen Energiekrieg".
Claudia Kemfert (Archivbild): Bei "Anne Will" sprach die Energieökonomin von einem "fossilen Energiekrieg". (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)
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Jens Spahn fängt sich bei Kritik am Krisenmanagement der Regierung einen Konter von Kevin Kühnert ein. Energieökonomin Kemfert aber hat auch etwas zu bemängeln.

Rund 100 Tage sind es noch bis zum Beginn der Heizperiode, der aktuelle Füllstand der Gasspeicher beträgt 60 Prozent – aber seit Tagen drosselt Russland die Lieferungen drastisch, und im Juli wird die Pipeline Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten mehrere Tage ganz heruntergefahren. Was, wollte Anne Will von ihren Gästen wissen, wenn Kreml-Kriegsherr Wladimir Putin sie danach gleich dauerhaft geschlossen lässt?

Dieser sei ein "unberechenbarer Autokrat", antwortete FDP-Vize Johannes Vogel, der wolle, dass die Unterstützung für die Ukraine bröckelt. Insofern gelte es jetzt, drei Register zu ziehen: so viel wie möglich einzukaufen, zu sparen und die Gasverstromung zu stoppen.

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Energieökonomin Claudia Kemfert pflichtete bei: Mit Gas aus anderen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden sollten einerseits die Speicher weiter gefüllt werden, andererseits müsse Gas eingespart werden, im privaten wie im industriellen Bereich.

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Die Gäste

  • Kevin Kühnert, SPD-Generalsekretär
  • Johannes Vogel, stellvertretender FDP-Vorsitzender
  • Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
  • Jens Spahn (CDU), stellvertretender Unionsfraktionschef
  • Anna Mayr, Hauptstadtkorrespondentin "Die Zeit"


SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert verwies darauf, dass die Ampelregierung dabei sei, "die Bezugsquellen beim Gas zu diversifizieren", dass der Bundestag übernächste Woche über den Ausbau der Reserve-Kohlekraftwerke entscheide und dass der Kanzler bald zur "konzertierten Aktion" einlade, um mit Arbeitgebern, Arbeitnehmern und "wichtigen gesellschaftlichen Playern" in Dialog zu kommen.

Spahn kritisiert Krisenmanagement der Bundesregierung

Kritikwürdig fand dagegen Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn das Krisenmanagement der Regierung. Zwar räumte der CDU-Mann ein, dass die grundsätzliche Abhängigkeit von russischem Gas nicht zuletzt unter den von seiner Partei geführten Regierungen entstanden sei, monierte aber, dass "seit März" nicht mehr getan wurde: "Warum wurde nicht früher Kohle genutzt?" In Nordrhein-Westfalen sei am 1. April gar noch ein Kraftwerk stillgelegt worden.

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Hier allerdings wies Johannes Vogel darauf hin, dass "seit März auf Volllast eingespeichert" werde, eine Kohlenutzung zu diesem früheren Zeitpunkt also nichts gebracht hätte. Spahn fand trotzdem, dass der Robert-Habeck-Satz, wir seien gut vorbereitet auf alles, was Putin tut, sich nicht bewahrheitet habe.

Kemfert: "Wir sind in einem fossilen Energiekrieg"

Unterstützung in seiner Kritik an zu zögerlichem Handeln bekam der stellvertretende Unionsfraktionschef in Teilen von Claudia Kemfert. Die Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung fand, man hätte die nun geplanten Auktionen für die Industrie, bei denen sich Unternehmen um Entschädigungen für Gaseinsparungen bewerben können, "sofort machen können".

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Sie forderte im privaten Bereich ein Verbot des Einbaus von Gasheizungen sowie ein "Wärmepumpen-Booster-Programm". "Wir sind in einem fossilen Energiekrieg", stellte die Ökonomin fest, das hätte man gleich zu Beginn klar benennen müssen. Weniger zu duschen reiche da "in keinster Weise".

Kühnert kontert Kritik: "Hinterher ist man immer schlauer"

"Hinterher ist man immer schlauer", nahm Kevin Kühnert die Kritik auf, ließ sich aber nicht die Gelegenheit zum Konter entgehen: Er rief in Erinnerung, dass Jens Spahn, CDU-Chef Friedrich Merz, sein Parteifreund Norbert Röttgen und auch Claudia Kemfert die Regierung vor drei Monaten noch zu einem "großen flächendeckenden Energieboykott" aufgefordert hätten.

Der Bundeskanzler sei damals für seine Vorsicht "verkloppt worden". Kemferts Entgegnung, ein solches konsequentes Embargo wäre gut gewesen, um frühzeitig die Sparpotenziale der Industrie zu heben, wies er zurück: Das sei ihm "zu leichtfüßig". "Die Leute sind fertig mit den Nerven", gab der SPD-General zu bedenken.

Auf die prekäre Situation vieler Geringverdiener, die schon von der herrschenden Inflation gebeutelt seien, wies auch die Journalistin Anna Mayr hin. Diese jetzt einfach zu weiterem Sparen aufzufordern, fände sie "einen Tacken absurd". Vielmehr komme es darauf an, gezielt den Menschen zu helfen, "die wirklich zu knapsen haben".

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Kemfert empfiehlt Haushalten, Geld zurückzulegen

Dem konnte auch Kevin Kühnert zustimmen, der einräumte, dass die bisher auf den Weg gebrachten Entlastungspakete in Höhe von 30 Milliarden Euro "vor allem schnell" sein sollten. Darunter leide die Detailgenauigkeit. Künftige Maßnahmen müssten darauf ausgerichtet sein, "kleine und mittlere Einkommen ganz gezielt zu erreichen". Er wolle keinen Maßnahmenpaketen mehr zustimmen, die als "Beifang" auch Gutverdiener wie ihn selbst mit entlasteten.

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Ökonomin Kemfert empfahl den rund 20 Millionen deutschen Haushalten, die mit Gas heizen, trotzdem schon mal, Geld zurückzulegen.

Viermal so hoch wie bisher könne die Rechnung ausfallen, wenn die Preise demnächst an die Verbraucher durchgereicht würden. "Wir zahlen den Preis der verschleppten Energiewende", so ihr Fazit.

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Von Patrick Diekmann
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