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Gipfel in Paris: EU und China rücken zusammen – gegen Donald Trump

Gipfel in Paris  

EU und China rücken zusammen – gegen Trump

26.03.2019, 15:53 Uhr | rtr, AFP

 (Quelle: Reuters/Philippe Wojazer/Reuters)
Gegen die USA: EU und China wollen enger zusammenarbeiten

Die EU und China wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten und ein Gegengewicht zur Politik der USA bilden. Das war das Ergebnis eines Treffens von Kanzlerin Merkel mit Frankreichs Macron und Chinas Xi. (Quelle: Reuters)

Xi, Macron, Merkel: China und die EU wollen künftig enger zusammenarbeiten, um ein Gegengewicht zur USA zu bilden. (Quelle: Reuters)


Bundeskanzlerin Merkel ist in Paris für ein Treffen von EU-Vertretern und Chinas Präsident Xi. Die erratische Politik des US-Präsidenten lässt die Wirtschaftsmächte zusammenrücken.

Die EU und China wollen ihre Zusammenarbeit sowohl bilateral als auch weltweit erheblich intensivieren. Angesichts des Rückzugs der USA aus internationalen Verträgen sowie der Handelskonflikte mit Europa und China pochten Chinas Präsident Xi Jinping, Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker auf ein gemeinsames Vorgehen der beiden Wirtschaftsräume. 

Das Vierertreffen war auf Initiative von Macron zustande gekommen. Sowohl Macron als auch Merkel betonten, dass China eben nicht nur Partner, sondern auch Konkurrent mit anderen Vorstellungen etwa bei Menschenrechten sei. "Niemand ist naiv", sagte Macron. Dennoch sorgt der US-Druck dafür, dass beide Seiten stärker zusammenrücken.

China verteilt Milliardenaufträge

Das gemeinsame Auftreten Macrons, Merkels und Junckers sollte aber auch zeigen, dass die EU künftig geschlossen gegenüber Peking auftreten will. Xi hatte zuvor bilaterale Besuche in Italien und Frankreich absolviert. Dabei wurden in Paris am Montag Wirtschaftsverträge im Volumen von insgesamt 40 Milliarden Euro besiegelt. Allein der europäische Luftfahrtkonzern Airbus bekam Aufträge von rund 30 Milliarden Euro. Dies galt auch als chinesisches Signal an die USA, die Strafzölle gegen China und Europa verhängt hatten.

Macron, Merkel und Xi verständigten sich nicht nur darauf, die bilateralen Beziehungen zu intensivieren. Es gebe auch das gemeinsame Verständnis, dass man an einer multilateralen Zusammenarbeit festhalten müsse. Nach Angaben der Kanzlerin geht es dabei etwa um eine Reform des UN-Sicherheitsrates, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Welthandelsorganisation (WTO), der Weltbank, die Umsetzung des Klimaschutzabkommens sowie eine engere Zusammenarbeit auf G20-Ebene. "Es gibt keinen Multilateralismus ohne die USA", warnte sie aber zugleich. Xi erklärte, das Ziel müsse sein, dass jeweils alle beteiligten Seiten profitierten. Macron äußerte sich ähnlich.

Xi warnt vor Misstrauen

Damit setzte sich das Quartett deutlich von Trumps Ansatz des "America first" ab, ohne den US-Präsidenten namentlich zu nennen. Xi warnte zugleich, dass in die Beziehungen zwischen China und der EU kein Misstrauen einsickern dürfe. Hintergrund ist etwa die US-Forderung, dass der chinesische Netzwerkausrüster Huawei wegen befürchteter Spionage nicht am Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes teilnehmen solle. Deutschland und die EU-Kommission wollen Huawei jedoch nicht ausschließen, sondern hohe Sicherheitsanforderungen für alle Netzwerkausrüster aufstellen. Auch beim Klimaschutzabkommen und dem Atomabkommen mit dem Iran wollen die EU und China nicht dem US-Kurs folgen.

Als weiteres Feld der Zusammenarbeit zwischen der EU und China wird die Entwicklungszusammenarbeit gesehen. Dabei geht es neben einer Kooperation in Afrika auch um das chinesische Konzept der Seidenstraße zur Entwicklung von Handelsrouten in Asien und Europa. Deutschland und Frankreich haben bisher bilaterale Abkommen mit Peking zu dieser Initiative abgelehnt. Italien hatte dagegen am Samstag sowie zuvor 13 kleinere EU-Staaten eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Merkel kündigt Gipfel an

Merkel, Macron und Juncker lobten, dass die Seidenstraßen-Initiative tatsächlich zur Entwicklung vieler Transitländer positiv beitragen könne. Die Kanzlerin mahnte aber, dass sich China stärker an den europäischen Erfahrungen orientieren sollte, wie man eine nachhaltige Entwicklung fördern könne.

Hintergrund ist, dass China bei dem Seidenstraßenkonzept bisher keinen internationalen Standards etwa bei Ausschreibungen, der Kreditvergabe oder der Streitschlichtung folgt. "Europa muss jetzt gemeinsam von China Reformen einfordern", forderte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Merkel kündigte kommendes Jahr ein Gipfeltreffen aller EU-Mitgliedstaaten mit China an. Während der deutschen EU-Präsidentschaft werde es im September 2020 einen sogenannten Vollgipfel geben, zu dem Deutschland alle Mitgliedstaaten der EU und China einladen werde.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, AFP

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