Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

USA warnt Assad vor Giftgaseinsatz: Viele Zivilisten sind bedroht

Offensive auf Idlib-Provinz  

Chemiewaffeneinsatz? USA drohen Assad mit Reaktion

05.09.2018, 12:12 Uhr | Weedah Hamzah, dpa

USA warnt Assad vor Giftgaseinsatz: Viele Zivilisten sind bedroht . Die Stadt Kafr Nabuda in Idlib: Sollten beim bevorstehenden Angriff von Russland und Assad Chemiewaffen in Syrien eingesetzt werden, droht Präsident Trump mit harten Konsequenzen.  (Quelle: AP/dpa)

Die Stadt Kafr Nabuda in Idlib: Sollten beim bevorstehenden Angriff von Russland und Assad Chemiewaffen in Syrien eingesetzt werden, droht Präsident Trump mit harten Konsequenzen. (Quelle: AP/dpa)

Die syrische Armee bereitet den Sturm auf Idlib vor. Appelle, Zivilisten zu schonen, verhallen. Die USA wollen zumindest den Einsatz der grässlichsten Waffen verhindern.

Angesichts des befürchteten Angriffs der syrischen Armee und ihrer Verbündeten auf die Rebellenhochburg Idlib haben die USA eine scharfe Warnung an das Assad-Regime gerichtet. Falls die syrischen Truppen erneut Chemiewaffen einsetzen sollten, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren, erklärte eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump in Washington.

Man beobachte die Situation in Idlib genau. Dort seien Millionen unschuldiger Zivilisten von einer Attacke durch das Regime von Baschar al-Assad bedroht. Das russische Verteidigungsministerium hatte allerdings Rebellen schon mehrmals vorgeworfen, Chemiewaffenangriffe vorgetäuscht zu haben.

Auch die Vereinten Nationen warnten vor der größten humanitären Katastrophe im 21. Jahrhundert. Die Welt dürfe nicht "schlafwandlerisch" in diese Krise gehen, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock am Dienstag in Berlin angesichts der geschätzten drei Millionen Zivilisten in der Provinz im Nordwesten des Bürgerkriegslandes. Derweil wurde die Region Menschenrechtlern und Rebellen zufolge von Dutzenden russischen Bombardements getroffen, die eine Bodenoffensive vorbereiten sollen.

12 Zivilisten sterben bei russischen Luftangriffen

In New York kündigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen an, der UN-Sicherheitsrat werde sich noch in dieser Woche mit der erwarteten Offensive auf Idlib befassen. Ein entsprechendes Treffen sei für Freitag angesetzt. "Idlib ist ernst", sagte Haley. "Das ist eine tragische Situation." Auch bei zwei weiteren Sitzungen werde sich der Rat in diesem Monat mit dem Konflikt in Syrien beschäftigen.



Die Region im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Rebellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Syriens Regierung hat Truppen zusammengezogen und droht mit einem Angriff zusammen mit ihren Verbündeten Russland und Iran.

Die Karte zeigt die Einflusszonen der verschiedenen Gruppierungen im syrischen Bürgerkrieg (Stand: August 2018): Das Assad-Regime hat große Teile des Landes wieder unter Kontrolle gebracht. (Quelle: t-online.de)Die Karte zeigt die Einflusszonen der verschiedenen Gruppierungen im syrischen Bürgerkrieg (Stand: August 2018): Das Assad-Regime hat große Teile des Landes wieder unter Kontrolle gebracht. (Quelle: t-online.de)

Das Nachbarland Türkei, das im Falle einer Eskalation Flüchtlingsströme in Richtung seiner Grenze befürchtet, brachte einem Medienbericht zufolge weiteres Kriegsgerät in die Grenzregion. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte vor einem Angriff: Dies würde zu einem Massaker führen, sagte er der Zeitung "Hürriyet". Idlib liegt nur etwa 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Türkei unterhält in der Provinz Beobachtungsposten und ist Schutzmacht einer Deeskalationszone.

Russische Kriegsflugzeuge hatten am Dienstag der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge etwa 40 Luftangriffe in 20 Gebieten Idlibs geflogen. Dabei seien mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach davon, dass sich in der Provinz "das nächste Terroristennest gebildet" habe. "Wir wissen, dass die syrischen Streitkräfte sich darauf vorbereiten, das Problem zu lösen", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Ein Datum für die Offensive nannte er nicht.

"In Idlib droht die größte Katastrophe des Krieges"

Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, forderte die Europäer auf, die Verantwortung Russlands für das Schicksal der Zivilbevölkerung herauszustellen. "Als Schutzmacht Assads haftet Putin auch für dessen zahlreiche Kriegsverbrechen", sagte er der "Heilbronner Stimme". "In Idlib droht die größte Katastrophe des bisherigen Krieges in Syrien. Wenn die UN Assad anflehen, wenigstens auf Chemiewaffen zu verzichten, dann zeigt das die Größe des anstehenden Horrors", warnte Nouripur. Am Montag hatte auch Bundesaußenminister Heiko Maas vor einer humanitären Katastrophe gewarnt.

Omid Nouripour, Außenpolitischer Sprecher der Grünen: Für den Politiker haftet Putin als Schutzmacht für die zahlreiche Kriegsverbrechen von Assad. (Quelle: imago/Jürgen Heinrich)Omid Nouripour, Außenpolitischer Sprecher der Grünen: Für den Politiker haftet Putin als Schutzmacht für die zahlreiche Kriegsverbrechen von Assad. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago)

Am Freitag wollen Russland und der Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten. Beobachter rechnen damit, dass sich dort das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.

Unterdessen berichteten syrische Staatsmedien von einem israelischen Luftangriff. Die syrische Flugabwehr habe israelische Raketen abgefangen. Rebellenkreise berichteten, Ziel des israelischen Angriffs sei ein Waffenlager der syrischen Armee und des Verbündeten Iran gewesen. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Teufel Sound-Superhelden zu Top-Preisen
Heimkino, Portable, Kopfhörer und mehr
Anzeige
Bauknecht Kühl-/ Gefrierkom- bis: „wenn du cool bleibst“
gefunden auf otto.de
Anzeige
Surfen, streamen, chatten und telefonieren? Kein Problem!
zur Allnet Flat Plus bei congstar
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019