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Saudi-Arabien: Waffen bei Öl-Angriffen stammten aus dem Iran

USA zeigen Satellitenbilder  

Saudi-Arabien: Waffen bei Öl-Angriffen stammten aus dem Iran

16.09.2019, 17:47 Uhr | dpa, AFP, rtr, pdi, dru

Donald Trump (Quelle: AP/dpa)
USA: Trump verschärft Ton nach Ölangriff

"Wir haben Anlass zu glauben, dass wir den Täter kennen und warten mit geladener Waffe auf die Bestätigung", schrieb US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Montag auf Twitter. (Quelle: Reuters)

Donald Trump: Der US-Präsident will keinen Krieg und verschärfte den Ton nach dem Öl-Angriff trotzdem. (Quelle: Reuters)


Nach dem Luftangriff auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien drohen die USA dem Iran mit Vergeltung. Die "New York Times" berichtet von Satellitenbildern, die einen Angriff aus Richtung Iran beweisen sollen. 

Bei den Luftangriffen auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien sind nach Angaben der im Jemen kämpfenden Militärkoalition Waffen aus dem Iran zum Einsatz gekommen. Es deute alles darauf hin, "dass die Waffen, die bei beiden Angriffen genutzt wurden, aus dem Iran stammten", sagte der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, Turki al-Maliki, vor Journalisten in Riad. Nun werde untersucht, von wo aus die Waffen abgefeuert wurden.

Zu den Angriffen am Samstagmorgen hatten sich zunächst die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannt. Die US-Regierung geht jedoch davon aus, dass die Attacken aus dem Iran oder Irak verübt wurden. Auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen und diese seien durch Angriffe aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden, was eher für Irak oder Iran spreche, berichtet die "New York Times" nach einem Hintergrundgespräch mit US-Regierungsbeamten. Der Jemen liegt südlich von Saudi-Arabien. 

Außerdem deute die Kombination aus vielen Drohnen und Raketen auf einen Grad an Präzision, Finesse und Umfang hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen allein hinausgehe, zitierte das Blatt einen US-Regierungsbeamten.

Dieses von der US-Regierung und DigitalGlobe zur Verfügung gestellte Foto zeigt zeigt Schäden an der Infrastruktur von Ölraffinerie des saudischen Ölriesens Saudi Aramco nach dem Drohnenangriff. (Quelle: dpa)Dieses von der US-Regierung und DigitalGlobe zur Verfügung gestellte Foto zeigt zeigt Schäden an der Infrastruktur von Ölraffinerie des saudischen Ölriesens Saudi Aramco nach dem Drohnenangriff. (Quelle: dpa)

"Der Iran hat am Samstag bei dem Angriff auf eine wichtige saudische Ölfabrik fast ein Dutzend Marschflugkörper abgefeuert und über 20 Drohnen aus seinem Hoheitsgebiet gestartet", sagte ein hochrangiger Beamter der Trump-Administration der US-Nachrichtensender ABC News.

Trump droht mit Vergeltung

Am Wochenende waren wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien angegriffen worden, darunter die größte des Landes in Abkaik. US-Präsident hatte anschließend mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache, erklärte er. Außenminister Mike Pompeo hatte die "beispiellosen" Angriffe zuvor dem Iran zur Last gelegt, Trump äußerte sich nicht eindeutig. Der Iran behaupte, nichts damit zu tun gehabt zu haben, aber die Islamische Republik hätte auch zuvor schon "sehr große Lügen" verbreitet. "Wir werden es sehen?", schrieb er am Montag auf Twitter. Trump hatte am Wochenende für den Fall von Engpässen auch die Freigabe nationaler Ölreserven der USA gebilligt.

Russland warnte vor überstürzten Handlungen. "Wir fordern alle Länder auf, keine voreiligen Schritte zu tun oder Schlussfolgerungen zu ziehen, die die Situation verschärfen könnten", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Auch China mahnte zur Zurückhaltung und erklärte, es sei noch nicht eindeutig klar, wer für die Angriffe verantwortlich sei. Alle Betroffenen sollten davon absehen, die Spannungen weiter eskalieren zu lassen, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying.

Maas fordert zu Besonnenheit auf

In Berlin forderte Außenminister Heiko Maas eine eingehende Untersuchung zu den Urhebern der Angriffe. "Und das müssen wir mit der notwendigen Besonnenheit tun, aber die Lage ist außerordentlich besorgniserregend", so Maas.
 

 
Im UN-Sicherheitsrat in New York verurteilte Jemen-Vermittler Martin Griffiths den Angriff in Saudi-Arabien. Die neue UN-Botschafterin der USA, Kelly Craft, bekräftigte die Darstellung Washingtons, dass es Hinweise für einen Angriff des Irans gebe.

Trump hatte im Juni bereits einmal einen Vergeltungsschlag gegen Teheran nach dem Abschuss einer US-Drohne geplant, diesen aber eigenen Worten zufolge kurz vorher abgeblasen. Der Konflikt zwischen dem Iran und der US-Regierung hat sich gefährlich zugespitzt, nachdem US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und harte Wirtschaftssanktionen gegen das Land wie beispielsweise einen Ölboykott verhängt hatte.

Huthi warnen vor weiteren Angriffen

Die Führung in Teheran bestreitet jede Beteiligung an den Luftangriffen vom Samstag. Die mit ihr verbündeten Huthi-Rebellen warnten am Montag vor weiteren Attacken und forderten Ausländer auf, sich von den saudischen Anlagen fernzuhalten "Wir versichern dem saudischen Regime, dass unser langer Arm jeden von uns gewünschten Ort zum von uns bestimmten Zeitpunkt erreichen kann", erklärte Huthi-Sprecher Jihja Sari.

Er forderte Saudi-Arabien zugleich auf, seine "Aggression" gegen den Jemen einzustellen und die Blockade des Landes zu beenden. Die Huthi-Rebellen hatten in den vergangenen Monaten mehrere Raketen- und Drohnenangriffe auf das Nachbarland verübt. Im August reklamierten die Huthis einen Angriff auf ein Ölfeld im Osten des Königreichs für sich.
 

 
Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Seit 2015 fliegt eine Allianz unter Führung von Saudi-Arabien Luftangriffe auf die Rebellen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa, AFP

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