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Friedensforscher warnen vor neuem Atom-Wettr├╝sten

Von afp
Aktualisiert am 15.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein russischer Offizier geht an dem neuen Marschflugk├Ârper entlang: Friedensforscher warnen vor erneuter Aufr├╝stung.
Ein russischer Offizier geht an dem neuen Marschflugk├Ârper entlang: Friedensforscher warnen vor erneuter Aufr├╝stung. (Quelle: Pavel Golovkin/AP/dpa)
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Russland und die USA besitzen laut einem neuen Sipri-Bericht mehr als 90 Prozent des weltweiten Nukleararsenals. Die Forscher sind besorgt: N├Ąchstes Jahr endet ein wichtiges Abkommen zwischen den beiden M├Ąchten.

Trotz einer weltweit leicht gesunkenen Zahl an Atomwaffen hat das Internationale Friedensforschungsinstitut (Sipri) vor einem neuen nuklearen Wettr├╝sten gewarnt. Anfang dieses Jahres h├Ątten die neun Atomm├Ąchte ├╝ber gesch├Ątzt rund 13.400 Atomsprengk├Âpfe verf├╝gt, 465 weniger als Anfang 2019, hei├čt es im Jahrbuch 2020 von Sipri, das am Montag in Stockholm ver├Âffentlicht wird und der Nachrichtenagentur AFP vorab vorlag. Dennoch h├Ątten vor allem Russland und die USA die Modernisierung ihres Nukleararsenals vor dem Hintergrund auslaufender Abr├╝stungsvertr├Ąge vorangetrieben.

Die leichte Verringerung bei der Zahl der Atomwaffen im vergangenen Jahr ist laut Sipri vor allem auf die Beseitigung bereits aussortierter Waffen durch Russland und die USA zur├╝ckzuf├╝hren. Diese beiden Staaten besitzen demnach aber weiterhin mehr als 90 Prozent des weltweiten Nukleararsenals.

Wichtiges Abkommen zwischen USA und Russland endet

Deshalb zeigte sich Sipri besonders besorgt ├╝ber das Auslaufen des sogenannten Neuen Start-Vertrags zwischen Moskau und Washington im Februar 2021. Dieses Abkommen begrenzt die Zahl der Atomraketen, die die USA und Russland stationieren d├╝rfen. Die Verhandlungen ├╝ber eine Verl├Ąngerung stocken jedoch, weil die US-Regierung einen Beitritt Chinas zu einem m├Âglichen k├╝nftigen Atom-Abr├╝stungsvertrag verlangt, Peking dies aber ablehnt.

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Das Stocken der Verhandlungen ├╝ber den Neuen Start-Vertrag und das Ende des INF-Abr├╝stungsvertrags durch den Austritt der USA verdeutlichten, dass die Epoche der bilateralen Abr├╝stungsvertr├Ąge zwischen Moskau und Washington zu Ende gehen k├Ânnte, erkl├Ąrte der bei Sipri f├╝r Atomwaffenkontrolle zust├Ąndige Shannon Kile. Der Verlust zentraler Gespr├Ąchskan├Ąle der beiden L├Ąnder k├Ânne zu einem "neuen nuklearen Wettr├╝sten" f├╝hren.

Eine russische Interkontinentalrakete: Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor besorgniserregenden Trends bei der atomaren Bewaffnung.
Eine russische Interkontinentalrakete: Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor besorgniserregenden Trends bei der atomaren Bewaffnung. (Quelle: RU-RTR Russian Television/ap-bilder)

Hinzu kommt laut Sipri, dass Russland und die USA "umfassende und teure Programme" in Angriff genommen h├Ątten, um ihre Atomsprengk├Âpfe und die entsprechenden Raketen- und Luftwaffen-Kapazit├Ąten zu ersetzen und zu modernisieren. Zudem seien Atomwaffen in den milit├Ąrischen Planungen der beiden L├Ąnder zuletzt wieder deutlich wichtiger geworden. Damit habe sich der Trend aus der Epoche nach dem Ende des Kalten Kriegs umgekehrt, in dem das Nuklearpotenzial vor├╝bergehend ein St├╝ck weit an Bedeutung verloren habe.

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Gesunkene Transparenz der Atomm├Ąchte

In diese Entwicklung reihten sich laut Sipri auch andere Atomm├Ąchte ein. China etwa befinde sich inmitten einer bedeutenden Modernisierung seiner nuklearen F├Ąhigkeiten. Auch Indien und Pakistan vergr├Â├čerten langsam Umfang und Vielseitigkeit ihrer Atomstreitkr├Ąfte. Nordkorea betrachte die Atombombe weiterhin als Schl├╝sselelement seiner Sicherheitsstrategie.

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Sipri kritisierte zudem die gesunkene Transparenz der Atomm├Ąchte. So habe die US-Regierung im vergangenen Jahr entschieden, k├╝nftig keine ├Âffentlichen Angaben mehr ├╝ber den Umfang ihrer Atomstreitkr├Ąfte zu machen. W├Ąhrend Frankreich und Gro├čbritannien einige Informationen zu ihren Best├Ąnden ver├Âffentlichten, habe Russland keine detaillierten Angaben gemacht. Israel verweigert seit jeher eine Aussage zu seinen Best├Ąnden. Nordkorea verk├╝ndete lediglich Tests zu Atomwaffen.

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