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Trump und Erdogan beraten über "Sicherheitszone" in Nordsyrien

Warnung vor Angriff in Syrien  

Trump und Erdogan beraten über eine "Sicherheitszone"

15.01.2019, 01:42 Uhr | AFP

Donald Trump droht der Türkei mit "wirtschaftlicher Zerstörung (Quelle: spot in news)
Donald Trump droht der Türkei mit "wirtschaftlicher Zerstörung

Die Türkei will in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz YPG vorgehen. US-Präsident Trump droht der Türkei mit "wirtschaftlicher Zerstörung" auf Twitter, sollte dieser Fall eintreten.

Donald Trump: Der US-Präsident hat der Türkei vor einem Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in Syrien gewarnt. (Quelle:spon on news)


Donald Trump droht der Türkei mit einer "wirtschaftlichen Zerstörung", sollte diese die Kurdenmiliz YPG in Syrien angreifen. Ankara weist die Warnung prompt zurück. Kann es doch noch zu einer Einigung in dem Konflikt kommen?

Die USA und die Türkei erwägen die Einrichtung einer "Sicherheitszone" im Norden Syriens. In einem Telefonat sprachen US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan am Montag über eine solche "vom Terrorismus befreite" Zone, wie das Büro des türkischen Staatschefs mitteilte. Nach Angaben des Weißen Hauses warnte Trump Erdogan in dem Gespräch erneut davor, gegen die Kurden in Syrien vorzugehen.

Trump hatte am Sonntag im Kurzmitteilungsdienst Twitter gedroht, die USA würden "die Türkei wirtschaftlich zerstören", falls sie die syrische Kurdenmiliz YPG angreifen sollte. Die Regierung in Ankara wies die Warnung am Montag zurück. Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagte, es gebe "keinen Unterschied" zwischen den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Wir werden weiter gegen sie alle kämpfen."

Außenminister Mevlüt Cavusoglu betonte, die Türkei lasse sich "nicht einschüchtern". Zugleich zeigte er sich aber offen für die Idee einer "Sicherheitszone". Trump hatte am Sonntag die Einrichtung eines rund 30 Kilometer breiten Sicherheitskorridors im Norden Syriens ins Gespräch gebracht. Nähere Angaben zu seiner Lage machte er nicht.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Montag, die USA seien mit verschiedenen Seiten im Gespräch über eine solche Zone, die sowohl die Türkei als auch die Kurden schützen soll. "Wir wollen sichergehen, dass die Leute, die mit uns da unten gekämpft haben, Sicherheit haben, (...) und dass die in Syrien aktiven Terroristen die Türkei nicht angreifen können", sagte Pompeo bei einem Besuch in Saudi-Arabien. "Wir wollen eine sichere Grenze für alle Parteien."

Der Umgang mit den kurdischen Volksverteidigungseinheiten sorgt seit Jahren für heftigen Streit zwischen den USA und der Türkei. Ankara sieht die syrische Kurdenmiliz als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Die USA unterstützen die YPG jedoch mit Waffen und Luftangriffen im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Die Türkei ist bereits mehrfach militärisch gegen die YPG in Nordsyrien vorgegangen, und Präsident Erdogan droht seit Mitte Dezember immer wieder mit einer neuen Offensive. Kurz vor Weihnachten kündigte Trump dann überraschend an, alle US-Truppen aus Syrien abzuziehen, da die IS-Miliz besiegt sei, relativierte dies aber inzwischen wieder.




Trumps Sicherheitsberater John Bolton machte kürzlich einen US-Abzug aus Syrien von Garantien der Türkei für die Sicherheit der Kurdenmiliz abhängig. Nach Angaben des Weißen Hauses betonte der US-Präsident auch in seinem Telefonat mit Erdogan, dass es für die USA wichtig sei, dass Ankara die YPG und andere Verbündete aus den Reihen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) "nicht schlecht behandelt".

Die Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham sprach sich derweil für eine türkische Offensive auf die YPG-Gebiete aus. "Wir sind für die Befreiung dieser Region von der PKK (...) und würden kein Hindernis sein für eine Operation gegen die Feinde der (syrischen) Revolution", sagte der HTS-Anführer Abu Mohammed al-Dschulani, wobei er PKK und YPG gleichsetzte. Ihre Gebiete seien großteils von "sunnitischen Arabern bewohnt".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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