• Home
  • Politik
  • Bundestagswahl 2021
  • Steinmeier-Rede: Bundespr├Ąsident verlangte Argumente statt Emp├Ârung


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextT├╝rkei sperrt Deutsche WelleSymbolbild f├╝r einen TextRKI: Inzidenz steigt um 38 ProzentSymbolbild f├╝r einen TextHeftige Unwetter: Viele Sch├ĄdenSymbolbild f├╝r einen TextSchlagerstar muss Konzerte absagenSymbolbild f├╝r einen TextKapitol-Sturm: Trump greift Zeugin anSymbolbild f├╝r einen TextARD-Serienstar erlitt ZusammenbruchSymbolbild f├╝r einen TextTour de France: Alle Etappen 2022Symbolbild f├╝r einen TextFBI fahndet nach deutscher Krypto-QueenSymbolbild f├╝r einen Text"Goodbye Deutschland"-Star 20 Kilo leichterSymbolbild f├╝r einen TextS├Ąngerin spricht ├╝ber ihre AbtreibungSymbolbild f├╝r einen TextEinziges Spa├čbad von Sylt muss schlie├čenSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserAlexander Klaws mit traurigen WortenSymbolbild f├╝r einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

"Wer sich nach Heimat sehnt, ist nicht von gestern"

Von dpa, df

Aktualisiert am 04.10.2017Lesedauer: 3 Min.
Frank-Walter Steinmeier spricht beim Festakt zur Einheitsfeier in der Rheingoldhalle in Mainz.
Frank-Walter Steinmeier spricht beim Festakt zur Einheitsfeier in der Rheingoldhalle in Mainz. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Am Tag der Deutschen Einheit hat Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier vor neuen Mauern gewarnt und Ehrlichkeit in der Fl├╝chtlingspolitik gefordert.

"Die gro├če Mauer quer durch unser Land ist weg", sagte Steinmeier am Dienstag bei der zentralen Feier in Mainz. Aber das Wahlergebnis vom 24. September habe gezeigt: "Es sind andere Mauern entstanden, weniger sichtbare, ohne Stacheldraht und Todesstreifen." Mauern aus Entfremdung, Entt├Ąuschung und Wut seien bei manchen so fest, dass Argumente nicht mehr durchdr├Ąngen. Bei der Wahl hatten Union und SPD deutliche Verluste erlitten, die AfD war auf 12,6 Prozent gewachsen. Sie war vor allem im Osten stark.

"Sehnsucht nach Heimat" nicht den Falschen ├╝berlassen

Der Bundespr├Ąsident verlangte Argumente statt Emp├Ârung. Die Debatte ├╝ber Flucht und Migration habe Deutschland aufgew├╝hlt, sei aber auch Folge einer aufgew├╝hlten Welt, sagte Steinmeier. Viele Menschen sagten: "Ich verstehe die Welt nicht mehr." Wer sich nach Heimat sehne, sei nicht von gestern. Aber: "Die Sehnsucht nach Heimat d├╝rfen wir nicht denen ├╝berlassen, die Heimat konstruieren als ein "wir gegen die", als Bl├Âdsinn von Blut und Boden." Mit Blick auf die Wahl betonte er, es d├╝rfe kein "Abhaken und weiter so" geben.

Steinmeier forderte eine Unterscheidung zwischen Flucht aus politischer Verfolgung und vor Armut. "Sie (...) begr├╝nden nicht den gleichen uneingeschr├Ąnkten Anspruch." Notwendig sei ein ehrlicher Umgang mit dem Thema. Dazu geh├Âre die Frage, "welche und wie viel Zuwanderung wir wollen und vielleicht sogar brauchen."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
B├Âses Erwachen
Wladimir Putin: Dreht er uns das Gas ab?


"Die Not von Menschen darf uns niemals gleichg├╝ltig sein"

Es gehe um legale Zug├Ąnge, Steuerung und Kontrolle. Dann k├Ânne die Polarisierung der Debatte ├╝berwunden werden. "Die Not von Menschen darf uns niemals gleichg├╝ltig sein", sagte er, verwies aber auch auf begrenzte M├Âglichkeiten zur Aufnahme von Fl├╝chtlingen.

Der Bundespr├Ąsident forderte mehr Anerkennung f├╝r die Menschen in Ostdeutschland. Nach der Wiedervereinigung 1990 seien auch Fehler gemacht worden. Dar├╝ber d├╝rfe nicht geschwiegen werden. "Wo wir ├╝bereinander reden und ├╝bereinander hinweg, da sollten wir wieder lernen, einander zuzuh├Âren."

Merkel: "Vieles an der Deutschen Einheit ist gegl├╝ckt"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hob die Verantwortung Deutschlands auf internationaler Ebene hervor. Man k├Ânne dankbar sein, "dass die Wiedervereinigung in Frieden gegl├╝ckt ist", sagte sie kurz vor dem Festakt. Daher trage Deutschland auch eine Verantwortung f├╝r Europa und eine bessere Entwicklung weltweit. Die Aufgaben seien nicht weniger geworden. "Aber wir k├Ânnen auch zur├╝ckblicken und sagen: Vieles an der Deutschen Einheit ist uns gegl├╝ckt, und das sollte uns die Kraft geben, auch die ausstehenden Probleme zu l├Âsen."

Kanzlerin Angela Merkel und Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier beim Gottesdienst zum Tag der Einheit im Mainzer Dom.
Kanzlerin Angela Merkel und Bundespr├Ąsident Frank-Walter Steinmeier beim Gottesdienst zum Tag der Einheit im Mainzer Dom. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)

Bundesratspr├Ąsidentin Malu Dreyer (SPD) h├Ąlt eine neue Dialogkultur f├╝r n├Âtig, um W├Ąhler zur├╝ckzugewinnen. "Wir brauchen einen konstruktiven Streit, einen Stil, der Probleme erkennt, benennt und fair l├Âst", sagte die rheinland-pf├Ąlzische Ministerpr├Ąsidentin beim Festakt. Bisher prallten Positionen unvers├Âhnlich aufeinander. "In manchen Regionen haben B├╝rger und B├╝rgerinnen offenbar das Gef├╝hl, ihre Lebensleistung werde nicht gew├╝rdigt und ihre Furcht vor sozialem Abstieg nicht ernstgenommen."

Putin schreibt an Steinmeier und Merkel

Kremlchef Wladimir Putin rief zu guter Zusammenarbeit zwischen Moskau und Berlin auf. "Russland legt viel Wert darauf, das gute Potenzial zu erhalten", schrieb Putin an Steinmeier und Merkel. "Wir hoffen, dass wir die beidseitig guten Beziehungen in vielen Bereichen ausbauen k├Ânnen." Ohne die Konflikte in der Ostukraine und in Syrien direkt zu nennen, betonte er, dass Moskau und Berlin bei aktuellen internationalen Fragen weltweit zusammenarbeiten m├╝ssten.

Der Tag der Deutschen Einheit wurde in der rheinland-pf├Ąlzischen Landeshauptstadt unter dem Motto "Zusammen sind wir Deutschland" gefeiert. Die Veranstalter hofften auf eine halbe Million Zuschauer f├╝r das zweit├Ągige B├╝rgerfest und die Einheitsfeier. Zum Festakt kamen rund 1200 G├Ąste, darunter Steinmeier, der scheidende Bundestagspr├Ąsident Norbert Lammert und Merkel sowie fast alle Ministerpr├Ąsidenten. Dreyer stimmte im Rheinland-Pfalz-Zelt die "Ode an die Freude" an - ein Ritual, das es nun jedes Jahr geben soll. Der Einfall des gemeinsamen Singens am Einheitstag stammt aus Mexiko.

Tausende Polizisten bei Einheitsfeier

Das Fest wurde von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet: Am Dienstag waren ├╝ber 4000 Polizisten im Einsatz. Bei der Einheitsfeier in Dresden vor einem Jahr waren Politiker angep├Âbelt worden. Rund 150 Menschen demonstrierten in Mainz gegen das Einheitsfest. Dahinter stand ein B├╝ndnis 3Oktober Mainz, das sich als "antifaschistischer, antinationaler und antikapitalistischer Block" bezeichnet. Bis zu 40 Teilnehmer skandierten auf einer anderen Demo "Nationalismus raus aus den K├Âpfen". Zwischenf├Ąlle waren den Beamten nicht bekannt.

Polizisten kontrollieren den Sicherheitsbereich vor der Rheingoldhalle in Mainz.
Polizisten kontrollieren den Sicherheitsbereich vor der Rheingoldhalle in Mainz. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)

Im n├Ąchsten Jahr ist Berlin Gastgeber: Der Regierende B├╝rgermeister Michael M├╝ller (SPD) erhielt von Dreyer symbolisch den Staffelstab der Bundesratspr├Ąsidentschaft. Offiziell ├╝bernimmt er das Amt Anfang November. M├╝ller will an der Spitze der L├Ąnderkammer auch f├╝r Europa werben.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
AfDAngela MerkelDeutschlandEuropaFrank-Walter SteinmeierMalu DreyerMoskauSPDWladimir Putin
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website