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Gerhard Schröder spricht über Fehler von Markus Söder und warnt vor Grünen


Einschätzung des Altkanzlers
Schröder spricht über Söders Fehler und warnt vor den Grünen

Von t-online, lr

Aktualisiert am 27.04.2021Lesedauer: 2 Min.
Altkanzler Gerhard Schröder: Er kritisiert die Haltung der Grünen in außenpolitischen Fragen.Vergrößern des BildesAltkanzler Gerhard Schröder: Er kritisiert die Haltung der Grünen in außenpolitischen Fragen. (Quelle: Michael Hübner/t-online)
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Die Union stellt Armin Laschet statt Markus Söder als Kanzlerkandidaten auf, die Grünen wählen Annalena Baerbock. Doch wenn es nach SPD-Altkanzler Gerhard Schröder geht, ist der heimliche Gewinner ein anderer.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hält Armin Laschet für den richtigen Kanzlerkandidaten für die Union. In der aktuellen Folge seines Podcasts "Die Agenda" (hier anhören), die t-online vorab vorlag, sagt er: "Ich denke, dass es für die Partei eine richtige Entscheidung war." Laschet regiere erfolgreich Nordrhein-Westfalen, habe das Land von der SPD erobert und sei verglichen mit einem bayerischen Kandidaten wie Markus Söder auch bundesweit "ein sicherer Kandidat".

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Schröder attestiert Laschet, dieser habe den internen Machtkampf in der Union "relativ souverän gehandhabt". Deutliche Kritik übt er hingegen am Vorgehen von CSU-Chef Markus Söder: "Söder, dem immer unterstellt worden ist, dass er eine besondere Führungsfigur sei, hat sich ja sehr, sehr zurückhaltend am Anfang verhalten. Er hat nicht den Mut gehabt zu sagen: Ich will's jetzt werden. Vielleicht war das sein Fehler, dass er so lange gewartet hat."

Schröder: Machtkampf in der Union hilft Scholz

Als heimlichen Gewinner des Machtkampfs in der Union sieht Schröder jedoch seinen Parteikollegen Olaf Scholz. Der Altkanzler glaubt: "Diese Auseinandersetzungen helfen einerseits den Grünen – das wird aber nicht mehr als ein Sommertheater werden. Andererseits helfen sie jemandem, der ganz solide Regierungserfahrung und internationale Erfahrung vorweisen kann: Olaf Scholz. Er wird das mit einem gewissen stillen Vergnügen betrachten, wie CDU und CSU sich gegenwärtig selbst zerlegen."

An der Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, äußert Schröder erhebliche Zweifel. "Sie hat keine Regierungserfahrungen, weiß nicht, wie man mit Großorganisationen umgehen muss, hat keine internationale Erfahrung, wenn ich mal davon absehe, dass sie das Büro einer Grünen-Europaabgeordneten geleitet hat – was auch immer da zu leiten ist." Sein Fazit: Ohne diese Erfahrungen könne es gründlich schiefgehen.

Darüber hinaus sieht Schröder aber auch das Wahlprogramm der Grünen kritisch, vor allem im Hinblick auf die Wirtschaft: "Ich glaube, dass man thematisieren muss im Wahlkampf, dass die Grünen mit ihrem Programm und ihren Leuten nicht in der Lage sind, eine Industrienation wie Deutschland zu führen."

Aussagen wie "Klimaschutz ohne Wenn und Aber" müssten konkreter erklärt werden, vor allem die Frage, wer nach der Corona-Pandemie die Kosten dafür trage. Auch sei angesichts der moralisierenden Ansätze in der Außenpolitik gegenüber China, Russland, der Türkei und Saudi-Arabien völlig unklar, mit wem Deutschland künftig noch Handel betreiben dürfe. Schröders Urteil: Die Grünen hätten "völlig falsche Vorstellungen" davon, wie eine derart exportorientierte Industrienation wie Deutschland zu führen sei.

Verwendete Quellen
  • "Die Agenda", Folge 22
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