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Bundestagswahl: Die Spitzenkandidaten Laschet, Baerbock, Scholz & Co.

Laschet, Baerbock & Co.  

Das sind die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2021

17.09.2021, 08:41 Uhr | dpa

Bundestagswahl: Die Spitzenkandidaten Laschet, Baerbock, Scholz & Co.  . CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet und Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock im Bundestag: Sie wollen die nächste Regierung anführen. (Quelle: imago images)

CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet und Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock im Bundestag: Sie wollen die nächste Regierung anführen. (Quelle: imago images)

Am 26. September ist Bundestagswahl – dann wird neu über die Sitzverteilung im Bundestag entschieden. Mit diesen Spitzenkandidaten gehen die größten Parteien ins Rennen.

Das Aushängeschild einer Partei sind ihre Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten. Doch wer übernimmt diese Rolle im Wahlkampf 2021? t-online gibt einen kurzen Überblick.

Annalena Baerbock: Erste Kanzlerkandidatin der Grünen

Seit Januar 2018 führt Annalena Baerbock (40) die Grünen zusammen mit Robert Habeck. Nach ihrem Eintritt in die Partei 2005 stieg sie schnell auf. Sie fordert einen schnelleren Kohleausstieg, den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und eine Kindergrundsicherung gegen Armut und für eine "aktive Einwanderungspolitik". Sie ist gegen eine gesetzliche Schuldenbremse.

Annalena Baerbock: Sie ist für den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und einen schnellen Kohleausstieg. (Quelle: imago)Annalena Baerbock: Sie ist für den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und einen schnellen Kohleausstieg. (Quelle: imago)

  • geboren am 15. Dezember 1980 in Hannover als Tochter eines Ingenieurs und einer Pädagogin, verheiratet, zwei Töchter, wohnt in Potsdam
  • 2000 Abitur in Hannover
  • 2000 bis 2004 Studium Politik an der Universität Hamburg, Vordiplom, öffentliches Recht
  • 2004 bis 2005 Studium an der London School of Economics and Political Science, Abschluss Master of Laws
  • seit 2005 Mitglied von Bündnis90/Die Grünen
  • 2009 bis 2013 Doktorandin Völkerrecht an der FU Berlin, nicht beendet
  • 2009 bis 2014 Parteivorsitzende in Brandenburg
  • seit 2013 Mitglied des Bundestages
  • seit 2018 Bundesvorsitzende der Grünen, gemeinsam mit Robert Habeck
  • seit 2021 Kanzlerkandidatin der Grünen

Armin Laschet: Unions-Kandidat nach Machtkampf

Nach einem Machtkampf mit CSU-Chef Markus Söder strebt Armin Laschet (60) als Kanzlerkandidat der Union die Nachfolge der nicht wieder kandidierenden Angela Merkel an. Er gilt als Vertreter von "Maß und Mitte". Er steht für den Ausstieg aus der Kohleförderung mit Milliardenhilfen des Bundes für NRW und Energiewirtschaft, für eine liberale Asyl- und Flüchtlingspolitik und ist gegen eine Lockerung der Schuldenbremse und Steuererleichterungen.

Armin Laschet: Er  ist für den Ausstieg aus der Kohleförderung – aber nur mit Milliardenhilfen des Bundes für Nordrhein-Westfalen und die Energiewirtschaft. (Quelle: imago)Armin Laschet: Er ist für den Ausstieg aus der Kohleförderung – aber nur mit Milliardenhilfen des Bundes für Nordrhein-Westfalen und die Energiewirtschaft. (Quelle: imago)

  • geboren am 18. Februar 1961 in Aachen als Sohn eines Bergmanns und späteren Lehrers. Katholisch, seit 1985 verheiratet mit Frau Susanne, drei Kinder
  • 1981 bis 1987 Jura-Studium in München und Bonn, Staatsexamen 1987
  • 1987 bis 1994 Journalist bei Radio, Fernsehen, Kirchenzeitung
  • 1989 Eintritt in die CDU
  • 1994 bis 1998 Mitglied des Bundestages
  • 1999 bis 2005 Mitglied des Europaparlaments
  • 2005 bis 2010 NRW-Landesminister für Generationen, Familie, Frauen und Integration
  • seit 2010 Mitglied des NRW-Landtags, ab 2013 CDU-Fraktionsvorsitzender
  • seit 2017 nach CDU-Wahlsieg Ministerpräsident von NRW (CDU/FDP-Koalition)
  • seit Januar 2021 Bundesvorsitzender der CDU
  • seit April 2021 gemeinsamer Kanzlerkandidat von CDU und CSU (nach Verzicht von Markus Söder)

Olaf Scholz: Politisches Schwergewicht mit viel Erfahrung

Olaf Scholz (63) ist der prominenteste SPD-Politiker und als Kanzlerkandidat Hoffnungsträger der Sozialdemokraten. Die Partei schwächelt allerdings bei Wahlen und in Umfragen. Er steht für Corona-Hilfspakete in Milliardenhöhe, verhandelte zuletzt eine internationale Übereinkunft über Mindeststeuern für multinationale Unternehmen und befürwortet eine Finanztransaktionssteuer bei Börsengeschäften. Er ist gegen eine Erhöhung des Rentenalters.

Olaf Scholz: Noch ist er der Vizekanzler und Bundesfinanzminister. (Quelle: imago/Christian Spicker)Olaf Scholz: Noch ist er der Vizekanzler und Bundesfinanzminister. (Quelle: imago/Christian Spicker)

  • geboren am 14. Juni 1958 in Osnabrück, aufgewachsen in Hamburg, wohnt in Potsdam, seit 1998 verheiratet mit Britta Ernst, Bildungsministerin in Brandenburg, keine Kinder
  • 1975 Eintritt in die SPD
  • 1977 Abitur in Hamburg, 1978 bis 1984 Jura-Studium in Hamburg, seit 1985 Rechtsanwalt
  • 1998 bis 2001 und 2002 bis 2011 Mitglied des Bundestages
  • 2001 Innensenator in Hamburg
  • 2002 bis 2004 Generalsekretär der SPD unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder
  • 2007 bis 2009 Bundesminister für Arbeit und Soziales in einer Koalition mit CDU/CSU
  • 2009 bis 2019 Stellvertretender SPD-Vorsitzender
  • 2011 bis 2018 Erster Bürgermeister in Hamburg
  • seit 2018 Bundesfinanzminister und Vizekanzler in einer Regierung mit CDU/CSU
  • 2019 Erfolglose Kandidatur für SPD-Vorsitz
  • 2021 Kanzlerkandidat der SPD

Christian Lindner: Aushängeschild der FDP

FDP-Chef Christian Lindner (42) verweigerte 2017 die Beteiligung an einer schwarz-gelb-grünen Koalition. Jetzt will die Nummer Eins der Liberalen mitregieren. Er ist gegen Steuererhöhungen und eine weitere Verschuldung, für den Abbau von Bürokratie, für einen Modernisierungsschub ("So darf es nicht bleiben") und mehr Eigenverantwortung.

Christian Lindner: 2017 ließ er die Koalition mit der Union und den Grünen platzen. (Quelle: imago/Christian Thiel)Christian Lindner: 2017 ließ er die Koalition mit der Union und den Grünen platzen. (Quelle: imago/Christian Thiel)

  • geboren am 7. Januar 1979 in Wuppertal als Sohn eines Lehrers, aufgewachsen in Wermelskirchen bei Köln, geschieden
  • 1995 FDP-Eintritt
  • 1997 bis 2004 Beteiligung an einer Werbeagentur
  • 2000/2001 Beteiligung an einem Internet-Unternehmen, das später Insolvenz anmeldete
  • 1998 Abitur in Wermelskirchen
  • 1999 bis 2006 Studium Politik, öffentliches Recht und Philosophie Universität Bonn, Magister Artium (MA)
  • 2000 bis 2009 und 2012 bis 2017 Mitglied des Landtags von NRW
  • 2004 bis 2010 Generalsekretär der NRW-FDP
  • 2009 bis 2011 Generalsekretär der Bundes-FDP
  • 2009 bis 2012 und seit 2017 Mitglied des Bundestages
  • 2012 bis 2017 FDP-Vorsitzender in NRW
  • seit 2013 Bundesvorsitzender der FDP
  • 2017 Wiedereinzug der FDP in den Bundestag, Fraktionsvorsitzender
  • 2017 Abbruch der Koalitionssondierungen mit Union und Grünen im Bund
  • 2021 Spitzenkandidat für die Bundestagswahl

Dietmar Bartsch: Repräsentant des Reformflügels der Linken

Die Linke schickt mit Dietmar Bartsch (63) einen diskussionsfreudigen Reformpolitiker ins Rennen um die Wählerstimmen. Bereits vor vier Jahren war der ostdeutsche Wirtschaftswissenschaftler Spitzenkandidat seiner Partei. Er will die Kluft zwischen Arm und Reich verringern. Er steht für mehr Gerechtigkeit bei Bildung und Renten, ein europäisches Sicherheitsbündnis an Stelle der Nato und hat eine kritische Haltung zu Sanktionen. 

Dietmar Bartsch: Der Wissenschaftler fordert mehr Gerechtigkeit bei Bildung und Renten.Dietmar Bartsch: Der Wissenschaftler fordert mehr Gerechtigkeit bei Bildung und Renten.

  • geboren am 31. März 1958 in Stralsund (damals DDR), aufgewachsen in Tribsees (Vorpommern), getrennt von Ehefrau Elke, zwei Kinder
  • 1976 Abitur, anschließend Wehrdienst
  • 1977 Eintritt in die SED
  • 1978 bis 1983 Wirtschaftsstudium in Berlin, Abschluss Diplom-Wirtschaftswissenschaftler
  • 1986 bis 1990 Wirtschaftsstudium in Moskau, Abschluss Dr. oec
  • 1991 bis 1997 Bundesschatzmeister der PDS, 1997 bis 2002 und 2007 bis 2010 Bundesgeschäftsführer der PDS bzw. ab 2007 Die Linke
  • 1998 bis 2002 und seit 2005 Mitglied des Bundestags, seit 2015 Co-Fraktionsvorsitzender (zunächst mit Sahra Wagenknecht, ab 2019 mit Amira Mohamed Ali)
  • 2003 bis 2004 Unternehmensberater
  • 2004 bis 2005 Geschäftsführer der Zeitung "Neues Deutschland"
  • 2021 wie 2017 Spitzenkandidat Bundestagswahl (mit Janine Wissler, 2017 mit Sahra Wagenknecht)

Janine Wissler: Gegen Politik des "Weiter so"

Politischer Wille, aber auch gesellschaftlicher Druck könnten Veränderungen herbeiführen, sagt die Linke-Politikerin Janine Wissler (40) aus Hessen. Als Vertreterin des linken Flügels innerhalb der Partei ist sie für einen "grundlegenden Politikwechsel" nach der Bundestagswahl, kapitalismuskritisch – unter anderem für eine Vermögensabgabe, gegen die deutsche Nato-Mitgliedschaft und gegen Rüstungsexporte.

Janine Wissler: Sie vertritt den linken Flügel ihrer Partei und fordert einen "grundlegenden Politikwechsel".Janine Wissler: Sie vertritt den linken Flügel ihrer Partei und fordert einen "grundlegenden Politikwechsel".

  • geboren am 23. Mai 1981 in Langen (Hessen), aufgewachsen im Landkreis Offenbach, wohnt in Frankfurt, ledig
  • 2001 Abitur in Dreieich, 2001 bis 2012 Politik-Studium in Frankfurt, Abschluss Diplom-Politologin, nebenher Arbeit in einem Baumarkt
  • ab 2001 in der kapitalismuskritischen Organisation Attac aktiv
  • 2004 Mitglied der Linke-Vorläuferpartei WASG, seit 2007 Mitglied der Linkspartei, ab 2014 stellvertretende Bundesvorsitzende
  • seit 2008 Mitglied des hessischen Landtags, seit 2009 Fraktionsvorsitzende
  • 2020 Rechtsextremistische Bedrohungen im Zusammenhang mit hessischem Polizeiskandal
  • seit 2021 Bundesvorsitzende der Linken, zusammen mit Susanne Hennig-Wellsow
  • 2021 Bundestagswahl-Spitzenkandidatin der Partei, zusammen mit Dietmar Bartsch

Alice Weidel: Scharfzüngige AfD-Frontfrau

Scharfe Reden der AfD-Abgeordneten Alice Weidel (42) sorgen regelmäßig für Aufruhr im Parlament. Auch in Medien gab es zuweilen deftige Kritik. Sie ist gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung ("Kopftuchmädchen", "Messermänner", "Taugenichtse"), gegen Corona-Einschränkungen, klimaskeptisch, EU-skeptisch und fordert eine Rückkehr zu nationalen Währungen.

Alice Weidel: Seit 2017 ist sie Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag.Alice Weidel: Seit 2017 ist sie Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag.

  • geboren am 6. Februar 1979 in Gütersloh (Ostwestfalen) als Tochter eines Büromöbelhändlers, aufgewachsen in Harsewinkel, zwei Söhne
  • 1998 Abitur, bis 2004 Studium der Volks- und Betriebswirtschaft in Bayreuth, Abschluss Dipl. Volkswirtin und Dipl. Kauffrau, 2011 Promotion zum Dr. rer. pol. über das Rentensystem in China
  • seit 2013 AfD-Mitglied, seit 2015 im Bundesvorstand
  • 2014 Selbstständige Unternehmensberaterin für Start-ups; zuvor Jobs bei Banken und Investmentinstituten, bis 2012 Studienaufenthalt in China
  • seit 2017 Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag (mit Alexander Gauland)
  • seit 2019 Stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD (zwei weitere), seit 2020 Vorsitzende AfD Baden-Württemberg
  • 2021 wie 2017 Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl (zusammen mit Tino Chrupalla, 2017 Alexander Gauland)

Tino Chrupalla: Strippenzieher aus der Lausitz

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla (46) ist in seiner sächsischen Heimat gut vernetzt. Er wettert gegen "multikulturelle Zustände" in Deutschland, gegen Corona-Auflagen und fordert "Schluss mit dem Lagerdenken" in der eigenen Partei.

Tino Chrupalla: Zwei Jahre lang war er bei der Mitglied bei der Jungen Union, der Jugendvereinigung von CDU und CSU, seit 2015 ist er Mitglied der AfD. (Quelle: imago/Metodi Popow)Tino Chrupalla: Zwei Jahre lang war er bei der Mitglied bei der Jungen Union, der Jugendvereinigung von CDU und CSU, seit 2015 ist er Mitglied der AfD. (Quelle: imago/Metodi Popow)

  • geboren am 14. April 1975 in Weißwasser (Sachsen) als Sohn eines Malermeisters, aufgewachsen in Krauschwitz, verheiratet, drei Kinder
  • 1990 bis 1992 Mitglied der Jungen Union
  • 1991 Mittlere Reife, dann Berufsausbildung als Maler und Lackierer, 2003 Meisterprüfung, Gründung einer eigenen Firma
  • 1994 bis 1996 Zivildienst
  • 2015 Eintritt in die AfD, ab 2016 regionale Führungsposten
  • seit 2017 Mitglied des Bundestags nach Wahlkreissieg über Michael Kretschmer (damals CDU-Abgeordneter)
  • seit 2019 Bundesvorsitzender der AfD (mit Jörg Meuthen)
  • 2021 Wahl-Spitzenkandidat (mit Alice Weidel)
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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