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TV-Kritik zu Maybrit Illner: Ist Donald Trump ein guter Präsident?


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"Dafür sorgen, dass uns Washington ernst nimmt"

t-online, Nina Jerzy

Aktualisiert am 26.01.2018Lesedauer: 4 Min.
Maybrit Illner: Seit 1999 beleuchtet sie in ihrer Talkshow aktuelle politische Themen.
Maybrit Illner: Seit 1999 beleuchtet sie in ihrer Talkshow aktuelle politische Themen. (Quelle: imago images / Emmanuele Contini)
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Donald Trump hat Erfolge vorzuweisen. Wie konnte das passieren? Bei Maybrit Illner drehte sich alles um zwei Fragen: Ist Trump etwa ein guter Präsident und wie sollte Europa mit ihm umgehen?

Die Gäste

  • Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag
  • Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz
  • Georg Pazderski (AfD), stellv. Bundessprecher der AfD, Berliner Parteichef
  • Peter Rough, Politikberater und Trump-Unterstützer
  • Sandra Navidi, Finanzexpertin
  • Jörg Thadeusz, Journalist

Das Thema

Nach einem Jahr Donald Trump im Weißen Haus herrscht etwas Verwunderung. Historisch niedrige Arbeitslosenzahlen, ein boomender Aktienmarkt und kürzlich die beschlossene Steuerreform: "Der unterschätzte Egoist – kann Trump Erfolg haben?", fragte Maybrit Illner in die Runde. Ein klares "Nein" kam von Finanzexpertin Sandra Navidi, die zu Beginn der Sendung aus Davos zugeschaltet wurde. Trump war wenige Stunden zuvor beim Weltwirtschaftsforum eingetroffen, aber bereits seit Tagen das bestimmende Thema unter den mehr als 3.000 Teilnehmern.

Wie viel des aktuellen Booms geht auf Trumps Konto, fragte Illner. "Nicht sehr viel", entgegnete Navidi. Der US-Präsident profitiere enorm von den Maßnahmen nach der Finanzkrise und dem globalen Wachstum. "Donald Trump reitet diese Welle gnadenlos und verkauft diesen Erfolg als den eigenen." Navidi warnte, dass Trump die kurzfristigen Erfolge eventuell mit verheerenden Folgen erkauft. Nach Meinung der Finanzexpertin könnten die nun trotz enormer Staatsverschuldung beschlossenen Steuergeschenke an Vermögende und Unternehmen "möglicherweise noch viel dramatischere Konsequenzen" als die letzte Finanzkrise zeitigen.

"Das wird das Land weiter spalten", meinte Röttgen zur Steuerreform der Republikaner. Er sprach von einer "Steueroasen-Politik in den USA" bei gleichzeitiger "Diskriminierung von Zulieferungen aus dem Ausland". "Das ist wirklich ein unfreundlicher Akt", kritisierte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses. Dieser Bogen in Richtung Europa bestimmte dann auch den Großteil der restlichen Sendung. Fortan ging es weniger um Trumps Erfolge, sondern um Europas Rolle im neuen internationalen Kräfteverhältnis.

Die Fronten

Ischinger fand die Debatte um Wohl und Wehe von Trumps Steuerreform den völlig falschen Ansatz, rechnete im Übrigen aber nicht mit einem europäisch-amerikanischen Handelskrieg. "Wir sind nicht seine Wähler. Wir sind Europäer. Wir haben etwas zu sagen", bekräftigte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Er warb für eine selbstbewusste europäische Emanzipation, ohne dass die EU sich als „Gegenmacht“ der USA aufbauen müsse. "Wir müssen zumindest dafür sorgen, dass man uns in Washington ernst nimmt", mahnte Ischinger und forderte Europa auf, stärker mit einer Stimme zu sprechen. "Wir machen uns ansonsten lächerlich."

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Auch Röttgen sah vor allem die Europäische Union in der Pflicht, durch Einigkeit und Stärke eine Konfliktfähigkeit im Umgang mit Washington zu entwickeln. Die Administration nehme Europa nicht ernst, wenn die EU einfach alles akzeptiere und nicht für ihre Interessen streite, warnte der Außenpolitiker. Den USA und der gesamten Welt müsse demonstriert werden, dass Europa für seine eigene Sicherheit sorgen kann. Andernfalls würden die Europäer bloße "Kommentatoren" des Weltgeschehens bleiben. Ist Europa denn schon zusammengewachsen?, wollte die Moderatorin wissen. "Das haben wir noch nicht geschafft", räumte Röttgen ein.

Aber noch mal zurück zum eigentlichen Thema der Sendung. "Seine Rhetorik ist viel schärfer als sein Handeln", attestierte Röttgen Trump und nahm die atomaren Drohungen mit Nordkorea davon aus. "Meine These ist: Es gibt keine Trump'sche Außenpolitik. Es ist alles die Ableitung von innenpolitischen Kalkulationen. Es ist eine komplette Abwesenheit von Außenpolitik."

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Pazderski hingegen attestierte dem US-Präsidenten "eine vernünftige Politik" und eine wirkungsvolle Steuerreform: "Das wird die amerikanische Wirtschaft stärken, davon bin ich überzeugt." In Deutschland und vor allem in den Medien hierzulande werde kein objektives Bild der USA und des Präsidenten gezeichnet, kritisierte der AfD-Politiker. Vielmehr werde der erfolgreiche Unternehmer als "Depp dargestellt“". Er verwies darauf, dass Nordkorea bei den Olympischen Winterspielen gemeinsam mit dem südlichen Nachbarn teilnehmen wird. Trump möge zweifelhafte Wege gehen, "aber er stößt etwas an, auch wenn uns das nicht gefällt".

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Aufreger des Abends

Richtig über Trump aufregen mochte sich an diesem Abend niemand so richtig – außer Thadeusz. "Der Mann regiert mit Affekt", warnte der Moderator. Es gehe Trump immer darum, "das Niedrige anzusprechen, das Ressentiment anzusprechen". "Der war noch nie was anderes als ein großer, reicher Junge", bilanzierte Thadeusz. Aus dem Stand heraus nahm er auch seinen Sitznachbarn Pazderski ins Visier.

Nach einem kurzen Wortgefecht zu Beginn wurde es zur Halbzeit der Sendung deftiger. "Dieser Mann hat Länder zu 'Shithole Countries' erklärt", meinte Thadeusz, "das findet Herr Pazderski bestimmt wieder nicht objektiv." "Sie unterstellen mir hier immer irgendwelche Dinge", wehrte sich der Politiker. "Selbstmitleid ist der zweite Titel von der AfD", keilte Thadeusz zurück. Später meinte er, die AfD werde von "Wendeverlierern" gewählt.

Illner-Momente

Die Moderatorin war sichtlich darum bemüht, ihre Gäste besser im Zaum zu halten. Das führte in der ersten Hälfte dazu, dass sie oft deren Sätze beendete oder ohne große Not dem Politikberater Rough das Wort abschnitt. Später sprach Illner im Zusammenhang mit Trumps Anerkennung Jerusalems als israelischer Hauptstadt von "unserer Verlogenheit, sowohl die Palästinenser als auch die Israelis immer unterstützen zu wollen", ohne Frieden geschaffen zu haben. Ischinger widersprach vehement: "Also das Ausbleiben des Erfolgs ist doch nicht Verlogenheit."

Im Anschluss wollte Illner von Pazderski wissen, warum seine Partei "interessanterweise" auch für die Verlegung der israelischen Hauptstadt sei. "Ich wüsste nicht, dass wir uns da festgelegt haben", erwiderte der AfD-Politiker. Illner gab einen entsprechenden Wortlaut wieder, "Zitat AfD-Bundestagsfraktion". Pazderski betonte, nur ein einzelner Abgeordneter habe sich dementsprechend geäußert. "Da muss sich diese Quelle irren", ruderte Illner kleinlaut zurück. Tatsächlich hatte die AfD Mitte Dezember bereits betont, bei der vermeintlichen Forderung der Bundestagsfraktion habe es sich nur um den Vorschlag eines Abgeordneten gehandelt, entschieden sei nichts.

Was von der Sendung übrig bleibt

Eine Talkshow ohne Groko? Wo gibt es denn sowas? In den letzten zehn Minuten kam die Diskussion gänzlich von Trump ab und drehte sich um den Einsatz deutscher Kampfpanzer durch die Türkei gegen kurdische Kämpfer in Nordsyrien. Röttgen warf der Türkei völkerrechtswidriges Verhalten vor. An die Adresse von Sigmar Gabriel (SPD) meinte der Unions-Politiker: "Der Außenminister fährt keinen sehr klaren Kurs in der Türkeipolitik zur Zeit." Das fällt wohl unter Einstimmen auf die Koalitionsverhandlungen.

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