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Waffen im Wert von 1,3 Milliarden Euro an Jemen-Kriegsallianz

Blutiger Jemen-Konflikt  

Kriegsallianz bekam deutsche Waffen für 1,3 Milliarden Euro

22.02.2018, 11:01 Uhr | dpa

Waffen im Wert von 1,3 Milliarden Euro an Jemen-Kriegsallianz. Saudische Soldaten: sie werden auch heute noch mit deutschen Waffen ausgestattet. (Quelle: dpa/Khaled El-Fiqi)

Saudische Soldaten: sie werden auch heute noch mit deutschen Waffen ausgestattet. (Quelle: Khaled El-Fiqi/dpa)

Vor drei Jahren begann die Militärintervention Saudi-Arabiens und weiterer arabischer Staaten im Jemen. Seitdem wurden weiter Rüstungslieferungen in Milliardenhöhe aus Deutschland genehmigt. Das soll sich jetzt ändern.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr Rüstungsexporte für rund 1,3 Milliarden Euro an die am Jemen-Krieg beteiligten Länder genehmigt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Vergleich zu 2016 nahm der Umfang der Genehmigungen sogar um neun Prozent zu.

Nach Saudi-Arabien: Exporte im Wert von 250 Millionen Euro

Der größte Teil der militärischen Ausrüstung ging an Ägypten (708 Millionen Euro), Saudi-Arabien (254 Millionen) und die Vereinigten Arabischen Emirate (214 Millionen). Saudi-Arabien führt die Koalition aus neun Ländern an, die die jemenitische Regierung seit drei Jahren im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt.

Union und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf einen Exportstopp für alle Länder verständigt, die "unmittelbar" am Jemen-Krieg beteiligt sind. Welche Länder damit gemeint sind, ist aber weiter unklar. Die noch amtierende Bundesregierung hat erklärt, dass sie sich bereits jetzt an den Exportstopp halte. Auch sie sagt aber nicht, auf welche Länder sie ihn anwendet. Der Krieg hat im Jemen zu einer humanitären Katastrophe geführt, von der mehr als 20 Millionen Menschen betroffen sind.

Nouripour: Rüstungsexportpolitik ist heuchlerisch

Der Grünen-Außenexperte Nouripour kritisiert, dass der Exportstopp zu spät komme. "Genau diese Regierung hat die vergangenen vier Jahre regiert und hätte die Exporte schon längst stoppen können", sagte er der dpa. "Diese Art der Rüstungsexportpolitik ist heuchlerisch."

Jemen-Krieg: Jemeniten schauen sich in der Hauptstadt Sanaa die Einschlagstelle einer Rakete an, die die saudische Luftwaffe abgefeuert hat. (Quelle: dpa/Hani Al-Ansi)Jemen-Krieg: Jemeniten schauen sich in der Hauptstadt Sanaa die Einschlagstelle einer Rakete an, die die saudische Luftwaffe abgefeuert hat. (Quelle: Hani Al-Ansi/dpa)

Die Militärintervention begann im März 2015. Neben den drei genannten Ländern gehören auch Bahrain, Jordanien, Kuwait, Marokko, der Senegal und der Sudan zur Koalition. Besonders heikel für die Bundesregierung ist, dass mit Jordanien ein enger Verbündeter in der Region zur Kriegsallianz gehört. Die Bundesregierung hält das Königreich für einen Stabilitätsanker und leistet sogar direkte Rüstungshilfe.

Im laufenden Jahr will die Bundesregierung wie schon 2017 etwa 130 Millionen Euro dafür ausgeben. Unter anderem erhielt die jordanische Armee bereits rund 50 "Marder"-Schützenpanzer. In Jordanien sind außerdem die "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge und das Tankflugzeug stationiert, mit denen sich die Bundeswehr am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beteiligt.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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