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Bericht: Wie die Afghanistan-Rückkehrer geehrt werden sollen

Nach 20 Jahren Einsatz  

Bericht: Wie die Afghanistan-Rückkehrer geehrt werden sollen

13.07.2021, 15:33 Uhr | AFP, dpa

. Soldaten der Bundeswehr im April im afghanischen Masar-e Scharif (Archivbild): Sie sollen in ihrer Heimat nun noch einmal besonders gewürdigt werden.  (Quelle: imago images/Florian Gaertner/photothek.de)

Soldaten der Bundeswehr im April im afghanischen Masar-e Scharif (Archivbild): Sie sollen in ihrer Heimat nun noch einmal besonders gewürdigt werden. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago images)

Die letzten in Afghanistan stationierten Bundeswehr-Soldaten waren bei ihrer Landung in der Heimat nicht von der Verteidigungsministerin empfangen worden – aus gutem Grund. Dennoch entbrannte Kritik, eine Lösung ist jetzt wohl gefunden. 

Im Streit über eine angemessene Würdigung der in 20 Jahren in Afghanistan eingesetzten Bundeswehr-Soldaten haben sich Bundesregierung und Parlament nach einem "Welt"-Bericht auf einen Kompromiss verständigt. Am 31. August soll es nun zunächst ein Gedenken am Ehrenmal der Bundeswehr geben, danach einen Appell im Bendlerblock mit einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie die Zeitung am Dienstag berichtete.

Anschließend an diese Zeremonie ist demnach ein Empfang durch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) geplant, dem wiederum ein Großer Zapfenstreich auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude folgen soll.

Zuvor hatten sich mehrere Politiker, darunter Unionsfraktionsvize Johann David Wadephul (CDU), für einen Festakt am Bundestag eingesetzt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Bundespräsident Steinmeier hatten lediglich einen Appell im Berliner Bendlerblock, dem Sitz des Verteidigungsministeriums in Berlin, geplant.

Nach der Ankunft der letzten Einheiten aus Afghanistan am 30. Juni war Kritik an der Bundesregierung laut geworden, weil kein Politiker die Heimkehrer in Empfang genommen hatte. Kramp-Karrenbauer hatte diese Kritik zurückgewiesen. "Die Soldatinnen und Soldaten wollten so schnell wie möglich zu ihren Familien nach Hause", hatte sie gesagt und auf den Appell Ende August verwiesen.

Brigadegeneral: Rückkehr in kleinem Kreis aus Sicherheitsgründen  

Der letzte Kommandeur des Afghanistan-Einsatzes, Brigadegeneral Ansgar Meyer, verteidigte die stille Rückkehr der Soldaten ohne Beteiligung der Bundesregierung auf dem Fliegerhorst Wunstorf bereits. Meyer begründete dies mit der Gefahr von Taliban-Angriffen beim Abflug. 

"Ich hatte von vornherein darum gebeten, aus Sicherheitsgründen darauf zu verzichten, frühzeitig einen Termin für die Landung der letzten Kräfte bekannt zugeben. Ganz einfach, weil wir Hinweise hatten, dass die Taliban die Gelegenheit nutzen könnten, nochmal ein letztes Signal zu setzen", sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Erich Pfeffer, habe nach vorheriger Beratung entschieden, einen kleinen Appell ohne Gäste und weitere Vorgesetzte abzuhalten – als formales Ende des Einsatzes.

Es wäre zudem "ungerecht" gewesen, nur den letzten 264 Soldaten des fast zwei Jahrzehnte dauernden Einsatzes zu danken, sagte Meyer, der am 1. September Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) wird. "Denn keine 24 Stunden vorher sind zum Beispiel ganz wesentliche Unterstützungskräfte ausgeflogen worden, die die Rückverlegung ganz wesentlich mitgestaltet haben", betonte Meyer. "Es war von vornherein klar, dass es einen großen, formalen, zentralen Appell in Berlin geben sollte."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP und dpa

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