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Helmut Kohl: Vom Politiker aus der Provinz zum "Kanzler der Einheit"

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Kohls Leben in Bildern  

Vom Provinz-Politiker zum "Kanzler der Einheit"

16.06.2017, 22:40 Uhr | AFP

Helmut Kohl: Vom Politiker aus der Provinz zum "Kanzler der Einheit". Helmut Kohl ist tot (Quelle: dpa/Uli Deck)

Helmut Kohl war sechszehn Jahre lang der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. (Quelle: Uli Deck/dpa)

Vom rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten zum "Kanzler der Einheit" – der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl konnte auf eine bewegte Karriere in einer bewegten Zeit zurückblicken. In den vergangenen Jahren zeigte sich der langjährige CDU-Vorsitzende aus gesundheitlichen Gründen kaum noch in der Öffentlichkeit.


 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Mai 1969: Kohl (r.) wird als Nachfolger von Peter Altmeier (l.) Ministerpräsident des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

12. Juni 1973: Nachdem CDU-Parteichef Rainer Barzel (hinten) zwei Mal mit dem Versuch scheitert, Bundeskanzler Willy Brand abzulösen, übernimmt Kohl dessen Parteivorsitz. Drei Jahre später geht Kohl als Oppositionsführer nach Bonn.

Bundestagswahl 1976: Kohl führt die CDU/CSU-Fraktion zu 48,6 Prozent der Stimmen, kann die sozialliberale Koalition allerdings nicht ablösen. Stärkster Widersacher in den eigenen Reihen ist damals der CSU-Vorsitzende Josef Strauß (r.).

Bundestagswahl 1980: Kohl muss seinem Konkurrenten Josef Strauß den Vortritt als Kanzlerkandidat für die CDU/CSU lassen. Dies erweist sich letztlich als Glücksfall für Kohl, denn Strauß holt das bis dahin schlechteste Ergebnis für die Koalition seit 1949. Fortan ist Kohl der starke Mann der CDU/CSU.

1. Oktober 1982: Nach dem Bruch der SPD/FDP-Koalition setzt Kohl ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt (SPD) durch und wird mit Hilfe der FDP zum Kanzler gewählt.

März 1983: Die vorgezogene Neuwahl bringt für die Union unter Kohl eine klare Mehrheit.

September 1984: Kohl und Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand gedenken in Verdun Hand in Hand der Toten der beiden Weltkriege.

Mai 1985: Kohl besucht mit US-Präsident Ronald Reagan den Soldatenfriedhof von Bitburg, auf dem auch SS-Angehörige liegen.

18. Mai 1990: Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 stoßen Bundeskanzler Kohl, DDR-Finanzminister Romberg (Mitte) und Bundesfinanzminister Theo Waigel (r.) in Bonn auf die Vertragsunterzeichnung über die Schaffung einer Währungs, - Wirtschafts- und Sozialunion an. Der Vertrag tritt am 1. Juli 1990 in Kraft.

Juli 1990: Beim sogenannten Strickjacken-Treffen mit Michail Gorbatschow (Mitte) gelingt der Durchbruch für die "volle und uneingeschränkte Souveränität" Gesamtdeutschlands.

Oktober 1990: Auf dem Vereinigungsparteitag der CDU von Ost und West wird der "Kanzler der Einheit", hier mit DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere, mit 98,5 Prozent zum gesamtdeutschen Parteichef gewählt.

3. Oktober 1990: Beitritt der DDR zur Bundesrepublik. Bei der Berliner Feier winken neben Helmut Kohl auch Bundesminister Hans-Dietrich Genscher (l.), Ehefrau Hannelore und Bundespräsident Richard von Weizäcker (r.) von der Freitreppe des Reichstagsgebäudes.

2. Dezember 1990: Kohl setzt sich bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen mit der Union gegen die SPD mit Oskar Lafontaine (r.) durch. CDU/CSU und die FDP können weiter regieren.

15. Dezember 1991: Bundeskanzler Helmut Kohl gratuliert seiner neugewählten Stellvertreterin, Frauenministerin Angela Merkel, während des Parteitags der CDU im Kulturpalast in Dresden.

16. Oktober 1994: Die schwarz-gelbe Koalition entscheidet die Bundestagswahlen knapp für sich. SPD-Kanzlerkandidat Rudolf Scharping gratuliert Kohl im ARD-Wahlstudio in Bonn.

27. September 1998: Bei der Bundestagswahl erleidet die Koalition eine schwere Niederlage, SPD und Grüne gewinnen. Kohl tritt nach 16 Jahren als Kanzler ab und wird von Gerhard Schröder beerbt. Zwei Jahre zuvor, am 31. Oktober 1996, überholt Kohl als dienstältester Kanzler mit 5145 Amtstagen sein Vorbild Konrad Adenauer.

1999: Die CDU-Spendenaffäre wird aufgedeckt. Ende November räumt Kohl ein, von heimlichen CDU-Konten gewusst zu haben. Er selbst habe von 1993 bis 1998 Spenden von bis zu zwei Millionen Mark (1,02 Millionen Euro) entgegengenommen. Die Spendernamen gibt er bis zu seinem Tod nicht preis.

31. Oktober 2009: Kohl nimmt im Rollstuhl sitzend an einer Festveranstaltung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls teil.

8. Oktober 2014: Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Kohl sein Buch "Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung" vor. Über ein anderes Buch streitet Kohl bis zuletzt mit seinem Ex-Biografen Heribert Schwan vor Gericht: In "Vermächtnis – Die Kohl-Protokolle" zitieren Schwan und ein Mitautor den Altkanzler mit drastischen Äußerungen über frühere Weggefährten.

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