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Spanien, Portugal und USA werden Corona-Hochrisikogebiete

Von dpa
Aktualisiert am 23.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Auch im Winter kann man in Lissabon draußen sitzen.
Auch im Winter kann man in Lissabon draußen sitzen. (Quelle: Armando Franca/AP/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Bundesregierung stuft die beliebten UrlaubslÀnder Spanien und Portugal wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Samstag an als Hochrisikogebiete ein - wie auch die USA.

Österreich wird dagegen nach sechs Wochen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag bekanntgab. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, muss fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne und kann sich frĂŒhestens fĂŒnf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Die Einstufungen gelten wegen der Weihnachtstage bereits von diesem Samstag, 00.00 Uhr, an. Ebenfalls auf die Liste der Hochrisikogebiete werden Finnland, Zypern und Monaco aufgenommen. Von der Liste gestrichen werden neben Österreich auch Belize, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Malaysia.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist automatisch auch eine Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Als Hochrisikogebiete werden LĂ€nder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. DafĂŒr sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten ĂŒber die Corona-Lage.

In Spanien war die Zahl der Neuinfektionen jĂŒngst wieder in die Höhe geschnellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 486. Viele Erkrankte weisen allerdings wegen der hohen Impfquote von 80 Prozent keine oder nur milde Symptome auf. Die Regierung und die meisten autonomen Gemeinschaften setzen auf eine Beschleunigung der Dritt-Impfungen, eine Maskenpflicht auch wieder im Freien und eine personelle VerstĂ€rkung der Gesundheitseinrichtungen. Nur Katalonien ordnete eine nĂ€chtliche AusgehbeschrĂ€nkung, die Schließung des Nachtlebens und die Begrenzung der Teilnehmer an privaten Treffen an.

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Auf Mallorca waren die Reaktionen auf die Nachrichten aus Deutschland gemischt. "FĂŒr mich ist das unverstĂ€ndlich", sagte die GrĂŒnderin der privaten Hilfsorganisation Hope Mallorca, Heimke Mansfeld, der Deutschen Presse-Agentur. Die deutsche Entscheidung verbreite vor allem Angst. "So können wir nie zu einem normalen Leben zurĂŒckkehren", fĂŒrchtet sie. Die Wirtin der Bar "Zur Krone" am Ballermann, Beatrice Cicardini, hingegen findet die Entscheidung richtig, Spanien wieder zum Hochrisikogebiet zu erklĂ€ren. "Ich denke, das ist besser so, weil die Zahlen so wahnsinnig ansteigen", sagt sie. "Es geht halt nicht anders."

Die Leiterin eines großen Hotels auf Ibiza, Alicia Reina, bedauert die Entscheidung Deutschlands. Spanien habe beim Impfen enorme Anstrengungen unternommen und deshalb eine weniger dramatische Lage in den KrankenhĂ€usern als Deutschland. "Es ist eigentlich etwas ungerecht, dass LĂ€nder, die weniger geimpft haben, uns nun zum Hochrisikogebiet erklĂ€ren", sagte Reina, die auch PrĂ€sidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH) ist. Zum GlĂŒck falle die Entwicklung in eine Zeit mit weniger Urlaubern.

Die Regierung in Portugal hatte angesichts stark steigender Corona-Zahlen fĂŒr Silvester geplante EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens vorgezogen. Ab dem 25. Dezember wird die Arbeit von zu Hause ĂŒberall dort, wo es möglich ist, zur Pflicht, Diskotheken und Bars mĂŒssen schließen. Der Schulunterricht werde nach Neujahr spĂ€ter als sonst - erst am 10. Januar - wieder beginnen. Trotz einer hohen Impfquote von rund 90 Prozent ist die Sieben-Tage-Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland aber auf 327 gestiegen.

Das portugiesische Fremdenverkehrsamt betonte, Portugal habe die eigentlich erst fĂŒr Januar geplanten EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens vorgezogen, um die Ausbreitung der Virusvariante Omikron zu bekĂ€mpfen. Man werde auch in Zukunft alles dafĂŒr tun, ein sicheres Urlaubsland zu bleiben.

FĂŒr die deutschen Reiseveranstalter dĂŒrfte die Einstufung der beiden beliebten UrlaubslĂ€nder als Hochrisikogebiete kaum Auswirkungen haben, sagte Tui-Sprecher Aage DĂŒnhaupt dpa. Notfalls gebe es Umbuchungsmöglichkeiten. Die GĂ€ste, die bisher auf Reisen seien, wollten eher ihren Urlaub verlĂ€ngern, als zurĂŒck nach Deutschland zu fliegen. Generell zieht es Winterurlauber ohnehin entweder in die Schneegebiete oder in die Sonne und deshalb kaum auf die Iberische Halbinsel. Nur die Kanaren mit ihrem milden Klima vor der WestkĂŒste Afrikas machen da eine Ausnahme.

In den USA ist die Omikron-Variante mittlerweile dominant - die Zahl der Neuinfektionen steigt an. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA gut 149.000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenĂŒber der Vorwoche einem Anstieg von fast 25 Prozent entspricht.

Österreich verzeichnete zuletzt eine weiter sinkende Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel zu Beginn der Woche unter den Wert von Deutschland. Die Entwicklung ist Folge eines dreiwöchigen Lockdowns. Seit Montag sind auch in Wien als letztem Bundesland die Lokale und Hotels wieder geöffnet. Ebenfalls seit Montag gilt als Vorsorge gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante allerdings fĂŒr die Einreise 2G plus. Wer zweifach geimpft oder genesen ist, braucht zusĂ€tzlich einen PCR-Test. Nur wer bereits eine Auffrischungsimpfung hat, darf ohne weiteres einreisen.

Mehr als 50 LĂ€nder Hochrisikogebiete

Insgesamt werden mehr als 50 LĂ€nder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete gefĂŒhrt. Hinzu kommen neun Virusvariantengebiete, zu denen neben afrikanischen LĂ€ndern seit Montag wegen der massiven Ausbreitung der Corona-Virusvariante Omikron auch Großbritannien zĂ€hlt. Ein Virusvariantengebiet ist die höchste Corona-Risikokategorie. FĂŒr Einreisende gilt eine zweiwöchige QuarantĂ€nepflicht - auch fĂŒr Geimpfte und Genesene. Sie kann nicht durch negative Tests verkĂŒrzt werden.

Die Bundesregierung hatte die Regeln fĂŒr die Einreise aus Virusvariantengebieten wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus erst am Mittwoch verschĂ€rft. Wer aus einem solchen Gebiet nach Deutschland einreist, braucht kĂŒnftig auch einen negativen PCR-Test. Die verschĂ€rften Schutzvorkehrungen sollen laut Verordnung dazu beitragen, dass Infektionen frĂŒhzeitig vor der Einreise entdeckt werden. Die PCR-Testverpflichtung besteht auch fĂŒr Reisende, die nur auf der Durchreise einen Stopp in Deutschland machen. Nachweis- und Testpflichten gelten mit der Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung demnĂ€chst fĂŒr alle ab einem Alter von sechs Jahren.

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