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Russischer Top-Spion: "USA riskieren ein zweites Vietnam" | Ukraine-Krieg


"Die USA riskieren ein zweites Vietnam"

Von t-online, wan

Aktualisiert am 09.12.2023Lesedauer: 3 Min.
Soldaten in der Ukraine (Archivbild): Das Wetter macht offenbar russischen Einheiten zu schaffen.Vergrößern des BildesUkrainische Soldaten an der Front (Archivbild): Russland warnt, dass der Krieg für die USA ein zweites Vietnam werden könnten. (Quelle: Kostiantyn Liberov/AP/dpa/dpa-bilder)
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Bröckelt die Unterstützung für die Ukraine? Ein russischer Geheimdienstler zieht eine historische Parallele.

Die Front in den russisch besetzten Gebieten bewegt sich seit Wochen kaum, aber eine andere könnte bröckeln: die der Unterstützer der Ukraine. Nachdem die Republikaner-Mehrheit ein Hilfspaket der USA im Senat blockiert hat, kommt erst mal kein neues Geld und Material aus Washington. Und in Deutschland tobt ein Haushaltsstreit, auch wenn die Ampelparteien immer wieder betonen, dass der Verteidigungshaushalt nicht angetastet wird. Die Slowakei hat bereits angekündigt, Waffenlieferungen einzustellen, und auch aus Polen gab es ähnliche Signale. Der Westen hat der Ukraine seit Kriegsbeginn etwa 246 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, in Form von Waffen und anderer Hilfe. Doch Russland hat noch immer einen großen Teil der besetzten Gebiete unter seiner Kontrolle.

Gleichzeitig hat der russische Präsident Wladimir Putin angekündigt, weitere 170.000 Mann mobilisieren zu wollen, seine Rüstungsindustrie läuft auf Hochtouren. Jetzt sprach ein russischer Top-Spion Klartext: "Die Ukraine wird ein schwarzes Loch werden, das immer mehr Ressourcen und Personal verschluckt", sagte Sergei Naryschkin, Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR in einem Artikel im Magazin der Behörde, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Er warnt die USA vor einer Wiederholung ihrer Geschichte. "Schließlich riskieren die USA, ein zweites Vietnam zu schaffen", sagte Naryschkin. Das werde so lange dauern, bis in den USA "eine mehr oder weniger vernünftige Person an die Macht kommt, die genug Mut und Entschlossenheit hat", heißt es in dem Artikel.

 
 
 
 
 
 
 

Im Krieg gegen das kommunistische Vietnam hatten die USA fast 20 Jahre lang Hunderttausende Truppen eingesetzt und mehrere Milliarden US-Dollar ausgegeben, um am Ende doch geschlagen zu werden. Der Krieg hatte schließlich auch innenpolitisch für erheblichen Druck gesorgt, die Truppen nach Hause zu bringen. Der Vietnamkrieg galt als Stellvertreterkrieg zwischen den USA und dem kommunistischen Russland, das Vietnam unterstützte.

Biden warnt vor weiteren Kriegen Putins

Bislang haben die USA wie auch die anderen Nato-Staaten es vermieden, direkt in den Ukraine-Krieg einzugreifen. Doch da sie Waffen liefern und ukrainische Soldaten ausbilden, hatte Russland ihnen immer wieder ein indirektes Eingreifen vorgeworfen. US-Präsident Joe Biden hat davor gewarnt, dass eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland den Dritten Weltkrieg auslösen könnte, und die Entsendung amerikanischer Soldaten in die Ukraine wiederholt ausgeschlossen.

Dennoch will Biden die Ukraine weiter unterstützen. Seine Warnung an den Kongress: "Wenn Putin die Ukraine einnimmt, dann bleibt er nicht dabei". Laut Reuters sieht der US-Präsident voraus, dass Russland dann einen Nato-Verbündeten angreifen könnte. Das würde bedeuten, so Biden, dass "wir etwas haben, dass wir nicht wollen und was heute noch nicht der Fall ist: Amerikanische Truppen, die russische Truppen direkt bekämpfen."

Neue Hilfen für die Ukraine seien daher "in unserem überwältigenden nationalen Interesse und im internationalen Interesse aller unserer Freunde", so der Demokrat weiter. "Kleinliche, parteiische, wütende Politik kann unserer Verantwortung als führende Nation in der Welt nicht im Wege stehen", mahnte er.

Auch ohne eigene Truppen in der Ukraine ist der Vietnam-Vergleich nicht von der Hand zu weisen: Denn die USA verloren 1975 nicht nur militärisch, sondern auch, was die Unterstützung in der Öffentlichkeit anging. Die jetzige Weigerung der Republikaner, ein neues Hilfspaket freizugeben, könnte Ausdruck einer ähnlichen Entwicklung sein. Nach einer Umfrage des amerikanischen Gallup-Instituts sind 41 Prozent der befragten Amerikaner der Meinung, dass die USA zu viel für die Ukraine unternehmen, was gegenüber 24 Prozent im August 2022 und 29 Prozent im Juni 2023 ein deutlicher Anstieg ist. 33 Prozent sagen, dass die USA das Richtige tun – im Juni waren es noch 43 Prozent.

Verwendete Quellen
  • reuters.com: "Putin's spy chief tells U.S: Ukraine will become your Vietnam" (englisch)
  • x.com: Tweet mit Textausschnitten des Artikels @Elena150204
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