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Arbeit | Was die Generation Z von ihrem Beruf erwartet


Arbeit
Was die Generation Z von ihrem Beruf erwartet

Von dpa
05.11.2023Lesedauer: 3 Min.
Generation ZVergr├Â├čern des BildesF├╝r die junge Generation Z ist eine gute Work-Life-Balance wichtig. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)
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"Arbeit ist das halbe Leben." Mit diesem alten Sprichwort kann die junge Generation heute nicht mehr viel anfangen. Das belegt eine repr├Ąsentative Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Unter dem Dach der Industrie- und Handelskammer haben sich im Verband der Wirtschaftsjunioren junge Unternehmer und F├╝hrungskr├Ąfte zusammengeschlossen.

Gute Verdienstm├Âglichkeiten sind f├╝r 81 Prozent der jungen Befragten im Alter von 15 bis 25 Jahren am wichtigsten. Dicht gefolgt sind diese von der Aussicht auf eine gute Work-Life-Balance, die 74 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig ist. Auf dem dritten Platz steht mit 71 Prozent die Aussicht auf abwechslungsreiche T├Ątigkeiten.

An der Online-Umfrage haben vom 5. bis zum 10. September 1012 M├Ąnner, Frauen und divers-geschlechtliche Personen im Alter teilgenommen. Die Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren geh├Ârt im weitesten Sinne der sogenannten Generation Z an, zu der in etwa die Geburtenjahrg├Ąnge ab 1995 gez├Ąhlt werden.

Sinn und Zweck weniger wichtig

├ťberraschend: Entgegen manchen Klischees ist ein hoher gesellschaftlicher Sinn und Zweck des Berufs lediglich f├╝r rund die H├Ąlfte der Befragten essenziell. Das gilt auch f├╝r das positive Image des Berufs und die M├Âglichkeit, F├╝hrungsverantwortung zu ├╝bernehmen. Auf dem letzten Platz landet die M├Âglichkeit zur Gr├╝ndung oder Selbstst├Ąndigkeit, f├╝r nur 40 Prozent der jungen Menschen ist dies ausschlaggebend.

Der Pr├Ąsident des Bundesinstituts f├╝r Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser, blickt ├Ąhnlich auf die Generation: "F├╝r junge Menschen ist erst einmal die berufliche Perspektive wichtig." Der ideale Job m├╝sse krisenfest und zukunftsorientiert sein.

Silke Anger, Leiterin des Forschungsbereichs Bildung, Qualifizierung und Erwerbsverl├Ąufe am Institut f├╝r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), hat die Generation Z anders kennengelernt. "Am wichtigsten ist jungen Menschen der Spa├č an der T├Ątigkeit. Auf Platz zwei steht Sicherheit", sagt sie. Ein hohes Einkommen liege bei den meisten lediglich im Mittelfeld.

Gen Z will Wertsch├Ątzung und Lob

Ob sich junge Menschen f├╝r eine Stelle entscheiden, h├Ąngt auch vom Chef ab. Laut der WJD-Umfrage w├╝nscht sich mehr als die H├Ąlfte Wertsch├Ątzung und Lob. Ein Vorgesetzter soll f├╝r 43 Prozent offen und bereit f├╝r Ver├Ąnderung sein. Erst auf dem dritten Platz landet die fachliche Kompetenz (38 Prozent).

Ein fairer und wertsch├Ątzender Umgang sei unentbehrlich, stellt auch Julian Uehlecke, Jugendreferent beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), immer wieder fest. "Man k├Ânnte meinen, T├Ątigkeiten wie Kaffeekochen oder den Parkplatz fegen seien aus der Zeit gefallen, aber leider ist das f├╝r viele Auszubildende Realit├Ąt." Ein Drittel der Azubis werde au├čerdem regelm├Ą├čig zu ├ťberstunden verdonnert.

Gr├╝ne Berufe im Kommen

Viele Unternehmen reagieren. Sie w├╝rden nachhaltiger, diverser und digitaler, hei├čt es von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb├Ąnde (BDA). Gr├╝ne Ausbildungsberufe, die sich mit der ├Âkologischen Transformation besch├Ąftigen, w├╝rden beliebter, sagt Uehlecke.

Wei├čer Kragen statt Blaumann

Gr├Â├čere Probleme mit einem Mangel an Fachkr├Ąften haben handwerkliche Arbeitgeber: "Das Handwerk leidet mittlerweile, weil junge Menschen und deren Eltern mit sogenannten Wei├če-Kragen-Berufen mehr Bildung verbinden als mit sogenannten Blaumann-Berufen", warnt Esser. Der wei├če Kragen ("White Collar") stehe f├╝r B├╝rojobs.

Das Handwerk sei mit Klischees behaftet, so Esser. Beim Gas- und Wasserinstallateur, heute Anlagenmechaniker f├╝r Sanit├Ąr-, Heizungs- und Klimatechnik, h├Ątten viele das Schleppen von schweren Heizungen und Reparieren von verstopften Toiletten im Kopf. Das Berufsbild habe sich aber stark gewandelt. "Heute ist es ein ganz wichtiger und zum Teil digitaler Transformationsberuf."

Dabei haben sich nach Angaben der Bundesagentur f├╝r Arbeit die Berufsw├╝nsche junger Menschen in den vergangenen Jahren kaum ge├Ąndert. Bei Frauen sind die Berufe der Medizinischen Fachangestellten, der Kauffrau f├╝r B├╝romanagement und Verk├Ąuferin gefragt. Die M├Ąnner wollen am liebsten Kfz-Mechatroniker, Fachinformatiker oder Verk├Ąufer werden.

Bremsklotz Corona

Dem Berufswunsch stand in einigen F├Ąllen aber Corona im Weg. Bei 30 Prozent der Befragten der WJD hatte die Pandemie einen Einfluss auf den Berufsweg.

Auch Experte Esser h├Ąlt fest: "Die Nachfrage nach Ausbildungen ist w├Ąhrend der Corona-Pandemie zur├╝ckgegangen und hat sich seitdem nicht erholt."

Aufgrund des demografischen Wandels ist die Generation Z in einer starken Verhandlungsposition. Hat sie dabei zu hohe Anspr├╝che oder ist sie einfach nur selbstbewusst? "Fr├╝her war man darauf bedacht, sich in Betrieben einzufinden und Leistung zu zeigen - weniger bereits vor dem ersten Arbeitstag mit eigenen Anspr├╝chen zu kommen, was man heute tut", sagt Esser.

Die Forderung nach einer Vier-Tage-Woche und mehr Freizeit k├Ânne denen, die aus einer anderen Generation stammen, erst einmal fremd vorkommen, wie auch Expertin Anger festh├Ąlt. "Aber auf den zweiten Blick ist die eine oder andere Forderung vielleicht sinnvoll."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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