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Milliardenkosten für den Umbau: Herbe Verluste bei der Deutschen Bank


Milliardenkosten für den Umbau  

Herbe Verluste bei der Deutschen Bank

30.10.2019, 09:44 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

Milliardenkosten für den Umbau: Herbe Verluste bei der Deutschen Bank. Logo Deutsche Bank: Vor Steuern verbuchte der Konzern einen Verlust von 687 Millionen Euro.  (Quelle: imago images/Waldmüller)

Logo Deutsche Bank: Vor Steuern verbuchte der Konzern einen Verlust von 687 Millionen Euro. (Quelle: Waldmüller/imago images)

Deutsche Bank-Chef Sewing will das Geldhaus auf Kurs bringen. Der Umbau kostet viel und reißt Löcher in die Bilanz. Dennoch blickt die Bank positiv in die Zukunft.

Der radikale Konzernumbau hat die Deutsche Bank auch im dritten Quartal in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Fehlbetrag von 942 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. "Die Transformation ist in vollem Gang, mit spürbaren Fortschritten auf der Kostenseite und beim Risikoabbau", sagte Vorstandschef Christian Sewing. In seinen vier Kerngeschäftsbereichen habe das Institut Gewinne erzielt.

Einträge gehen um 15 Prozent zurück

Vor Steuern verbuchte der Konzern einen Verlust von 687 Millionen Euro. Die Kernbank, die alle Bereiche außer der Abbaueinheit umfasst, wies dagegen vor Steuern einen Gewinn von 353 Millionen Euro aus.

Allerdings musste die Bank auch wegen der Einstellung ihres Aktienhandels einen überraschend deutlichen Rückgang ihrer Erträge hinnehmen. Mit knapp 5,3 Milliarden Euro fielen sie 15 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor und verfehlten zudem die Erwartungen von Branchenexperten.

Folgen des Investmentbankings belasten weiterhin

Konzernchef Sewing will mit einer grundlegenden Neuausrichtung die Dauerkrise des Instituts beenden. Das Investmentbanking, das dem Geldhaus milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Kern der neuen Deutschen Bank soll die neue Sparte Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

Die Zahl der Vollzeitstellen soll bis Ende 2022 um rund 18.000 auf weltweit 74.000 sinken. Nach wie vor ist unklar, wie stark der Abbau den Heimatmarkt trifft. Zuletzt hatte Deutschlands größtes Geldhaus erklärt, sobald Entscheidungen gefallen seien, würden sie zuerst mit den Beschäftigten in den betroffenen Bereichen besprochen.

Im dritten Quartal sank die Zahl der Vollzeitstellen den Angaben zufolge erstmals seit der Übernahme der Postbank im Jahr 2010 auf unter 90.000. Zum Quartalsende waren es 89.958 Stellen, etwa 4.750 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ausgleich ab 2020 wird angestrebt

Bis Sewing die Früchte des Konzernumbaus ernten kann, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Wegen der Milliardenkosten für den Umbau dürfte auch das Gesamtjahr 2019 mit roten Zahlen enden – es wäre nach neuesten Zahlen der Bank das fünfte Verlustjahr in Folge. Für das Gesamtjahr 2019 rechnen Analysten einer Bloomberg-Übersicht zufolge mit einem Verlust von rund 4,3 Milliarden Euro. 

Hinzu kommt die Zinsflaute, die die Branche insgesamt belastet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte erst jüngst den Strafzins verschärft, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Da sich das Zinsumfeld im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 eingetrübt habe, arbeite die Bank an einer Reihe flankierender Maßnahmen wie Preisanpassungen für Einlagen und der Einführung von Kontoführungsgebühren, erklärte das Institut.


2020 will die Deutsche Bank wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Das Institut strebe nach wie vor ein ausgeglichenes Ergebnis oder sogar einen Gewinn im kommenden Jahr an, sagte Finanzchef James von Moltke in einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, reuters

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