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Luftverkehr: Weniger Arbeit durch Coronavirus – Angestellte sollen freinehmen


Sparkurs im Luftverkehr  

Weniger Arbeit durch Coronavirus – Angestellte sollen freinehmen

Von Florian Schmidt

27.02.2020, 16:13 Uhr
Luftverkehr: Weniger Arbeit durch Coronavirus – Angestellte sollen freinehmen. Eine Lufthansa-Maschine im Anflug auf Frankfurt: Wegen des Coronavirus sollen Angestellte unbezahlt freinehmen. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)

Eine Lufthansa-Maschine im Anflug auf Frankfurt: Wegen des Coronavirus sollen Angestellte unbezahlt freinehmen. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

Unbezahlter Urlaub wegen des Coronavirus: Der Flughafen Frankfurt und die Lufthansa bieten Mitarbeitern an, freie Tage zu nehmen. Hintergrund sind gestrichene Flüge nach China.

Der Coronavirus zeigt erste Auswirkung auf den Arbeitsalltag in der Luftfahrtbranche. Weil weniger Flüge aus Fernost abgefertigt werden, will der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport seine Mitarbeiter dazu motivieren, unbezahlte Urlaubstage zu nehmen. Auch die Lufthansa plant ähnlich Maßnahmen.

Derzeit würden alle größeren Kostenpositionen auf den Prüfstand gestellt, teilte die Fraport mit. Es gehe darum, den Personaleinsatz dem geringeren Bedarf anzupassen. Das Passagier- und Frachtaufkommen auf den Verbindungen von und nach China und Asien sei bereits stark eingebrochen.

Fraport-Beschäftigte sollen nun auf freiwilliger Basis unbezahlten Urlaub nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. Dies betreffe sowohl die Verwaltung als auch den Flugbetrieb, hieß es. Neueinstellungen soll es nur noch in begründeten Ausnahmefällen geben.

Lufthansa verschiebt Personaleinstellungen

Auch bei der Lufthansa sind wegen der Flugausfälle unbezahlte Urlaubstage für Mitarbeiter im Gespräch. "Wir beobachten die aktuelle Lage sehr genau", sagte Lufthansa-Sprecherin Anne Schafmeister t-online.de und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Welt". "Diese Maßnahmen zur Kostensenkung haben wir ergriffen, um den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus frühzeitig zu begegnen."

Bei der Lufthansa sind wegen gestrichener Flüge nach China derzeit 13 der insgesamt 181 Langstreckenflugzeuge am Boden. Zwar handelt es sich bei dieser Zahl lediglich um eine rechnerische Kapazitätsgröße, praktisch stehen die Flieger nicht gänzlich still. Allerdings braucht es deshalb deutlich weniger fliegendes Personal, also Kabinencrews und Piloten.

Aus diesem Grund verschiebt die Lufthansa auch künftige Personaleinstellungen. Betroffen seien vor allem offene Steward- und Stewardessen-Stellen. "Alle geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge ab April 2020 werden nicht durchgeführt", sagte Schafmeister.

Auch die Kursteilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge würden vorerst nicht in ein angestellt. "Ziel bleibt es jedoch, den Teilnehmern langfristig einen Arbeitsvertrag anbieten zu können", so die Sprecherin weiter. "Aktuell betreffen die Absagen geplanter Kurse bzw. die Nichtübernahme von Teilnehmern laufender Kurse rund 700 geplante Neueinstellungen." 600 davon seien für die Kabine geplant gewesen, die anderen beim Bodenpersonal an den Flughäfen.

Aktie der Airline weiter im freien Fall

Anleger beruhigten die angekündigten Maßnahmen am Donnerstag nicht. Die Aktie der Lufthansa fiel am Nachmittag zwischenzeitlich auf unter 12 Euro – so wenig waren die Anteile des Unternehmens zuletzt Ende 2016 wert. 

Auch die im MDax gelistete Fraport-Aktie erlitt einen Kursverlust. Nach einem anfänglichen Verlust von 3,5 Prozent am Vormittag lag der Kursrückgang am Nachmittag immer noch bei 3,3 Prozent. "Die Auswirkungen der Corona-Epidemie treffen uns in einer Phase, in der besonders der deutsche Luftverkehr ohnehin mit großen Herausforderungen kämpft", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Die Dauer und der Umfang der Flugstreichungen lassen sich derzeit nicht voraussagen. Auch die Folgen für die Gewinne beider Unternehmens sind kaum absehbar. Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr will Fraport bei der Bilanzvorlage am 13. März veröffentlichen. Die Lufthansa präsentiert ihre Unternehmenszahlen am 19. März.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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