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Atomenergie: Deutscher Atomausstieg sorgt fröstelnde Franzosen


Deutscher Atomausstieg sorgt fröstelnde Franzosen

dapd, afp, t-online, dapd, AFP

Aktualisiert am 07.12.2011Lesedauer: 2 Min.
Französisches AKW Cruas: Strom reicht im Winter nichtVergrößern des BildesFranzösisches AKW Cruas: Strom reicht im Winter nicht (Quelle: Reuters-bilder)
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Frankreichs Strom stammt zu rund 80 Prozent aus Kernkraftwerken, die Meilerdichte ist mit 59 Reaktoren weltweit die höchste. Deshalb gilt es auch als Atom-Land Nummer 1. Doch jetzt laufen den Franzosen angesichts des kommenden Winters kalte Schauer über den Rücken. Grund ist der deutsche Atomausstieg, der die Reserven für die Stromproduktion verringert hat. Es bleibt weniger für den Export nach Frankreich, das darauf vor allem im Winter angewiesen ist.

Der französische Stromkonzern EDF warnte bereits vor Engpässen. Zwar habe Deutschland während der Sommermonate unter anderem auch französischen Atomstrom gekauft. Doch würde Frankreich im Winter gerne deutsche Elektrizität importieren. Das liegt daran, dass französische Häuser meist noch mit Strom beheizt werden und der Verbrauch deshalb im Winter stark ansteigt, vor allem am Abend gegen 19.00 Uhr. Der französische Energieminister Eric Besson kündigte bereits an, "wachsam" zu sein. Das Risiko bezeichnete er aber als "gemäßigt".

Deutschland kann vermutlich weniger exportieren

Besson sagte, der Import von 3000 Megawatt aus Deutschland wie im vergangenen Winter könnte auf ein Drittel zurückgehen. Die Hälfte könnte durch Importe aus Belgien ausgeglichen werden. "Die Auswirkung der Abschaltung von deutschen Reaktoren auf die Stromsicherheit in Frankreich in diesem Winter ist real, auch wenn man sie relativieren muss, das heißt weder bestreiten noch überschätzen", sagte Besson. Laut dem französischen Netzbetreiber RTE könnte es vor allem zwischen Mitte November und Mitte Dezember zu Schwierigkeiten kommen

Deutschland wird wegen der Stilllegung von acht seiner 17 Reaktoren in diesem Winter vermutlich selbst zum Strom-Importland. In Folge der Atomkatastrophe von Fukushima hatte die Bundesregierung im Sommer den stufenweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, der die Abschaltung aller Meiler in Deutschland bis zum Jahr 2022 vorsieht.

Streit um Atom-Arbeitsplätze

Derweil streitet Frankreich außerdem über die Arbeitsplätze in den Atomkraftwerken. Die grüne Spitzenkandidatin im Präsidentschaftswahlkampf, Eva Joly, warf EDF-Chef Henry Proglio vor, die Angestellten zu betrügen. Proglio hatte am Mittwoch behauptet, mit einem Ende der Atomenergie gingen in Frankreich rund eine Millionen Jobs verloren."Ohne unsere atomare Energie verlieren wir 400.000 direkte Jobs und 500.000 Jobs in der energieintensiven Industrie, die dann Frankreich verlassen würden", hatte Proglio gesagt.

Laut Joly arbeiteten in den 58 französischen Meilern nur 120.000 Menschen, und diese könnten in Zukunft für die Produktion von erneuerbaren Energien arbeiten. "Deutschland hat es vorgemacht", sagte Joly. Für 40.000 Jobs in der Nuklearindustrie seien in Deutschland 370.000 neue bei den erneuerbaren Energien entstanden.

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