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VW-Skandal: Niedersachsen verlangt Verzicht auf Millionen-Boni

Volkswagen-Manager unter Druck  

Politik verlangt Verzicht auf Millionen-Boni bei VW

11.04.2016, 15:24 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

VW-Skandal: Niedersachsen verlangt Verzicht auf Millionen-Boni. Ex-VW-Chef Martin Winterkorn (li.) und sein Nachfolger Matthias Müller. (Quelle: Reuters)

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn (li.) und sein Nachfolger Matthias Müller. (Quelle: Reuters)

Durch den Abgas-Skandal ist Volkswagen in die größte Krise der Konzern-Geschichte geschlittert. Jetzt werden die üblichen Bonuszahlungen für den Vorstand fällig. Schon länger wird intern über eine Kürzung diskutiert, nun schaltet sich die Politik ein: Millionen-Boni und Krise, das passt nicht zusammen, meint das Land Niedersachsen. Zu einer Einigung im VW-Präsidium kam es bisher nicht.

"Die Vorstandsboni sind Gegenstand laufender Diskussionen in den VW-Gremien, deren Ergebnis kann und möchte ich nicht vorweggreifen", sagte Aufsichtsrat Stephan Weil im Anschluss an die knapp dreistündige Sitzung in Wolfsburg. Bis zum 28. April muss es eine Einigung geben. Dann will der Autobauer seine Jahresbilanz vorstellen.

Bei den obersten Kontrolleuren von VW gehen die Meinungen über die Bonuszahlungen weit auseinander. Nach dpa-Informationen befürworten der Betriebsrat, das Land Niedersachsen und die IG Metall wegen des Abgas-Skandals eine deutliche Reduzierung der millionenschweren Sonderzahlungen. Das Bundesland Niedersachsen ist einer der drei Hauptaktionäre von VW.

Große öffentliche Signalwirkung

Dem Vernehmen nach liegen bereits mehrere Ansätze auf dem Tisch. So soll Vorstandschef Matthias Müller eine Senkung um rund ein Drittel vorgeschlagen haben. Müller und einige seiner Vorstandskollegen haben zusätzlich zu ihren Gehältern in Millionenhöhe Anspruch auf Boni in Höhe von 2,5 Millionen Euro und mehr. Das gilt selbst dann, wenn VW das Geschäftsjahr 2015 wegen der Abgas-Affäre mit Verlust abschließen sollte. 

Innerhalb des Vorstands gebe es auch Vertreter, die auf vollen Zahlungen entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen bestehen. Andere Forderungen gehen von einem Komplettverzicht bis zur Abführung eines Teils der Boni in eine Stiftung.

Die Boni sind ein sehr heikles Thema für den kriselnden Konzern. Ihre Höhe oder ein möglicher freiwilliger Verzicht dürften im Strudel der Abgas-Affäre nicht nur eine große öffentliche Signalwirkung haben - auch bei den Mitarbeitern werden die Verhandlungen genau verfolgt.

Vorstände müssten zustimmen

Die variablen Vorstandsvergütungen sind einerseits vertraglich fest geregelt. Sie hängen am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und zudem an individuell mit den Managern vereinbarten Zielen für die persönliche Leistung. Sowohl für einen Komplett- als auch für einen Teilverzicht müssten die Vorstände jeweils einwilligen und von den vertraglichen Regelungen zurücktreten. 

Die Jahre 2012 bis 2014, nach deren Entwicklung sich die Bonuszahlungen richten, liefen gut für den Konzern, der Gewinne in Milliardenhöhe machte und zufriedene Kunden und Mitarbeiter hatte. Dennoch seien nach Ansicht des Landes Niedersachsen wegen der Abgasaffäre hohe Boni niemandem vermittelbar, weder der Bevölkerung noch den Geschäftspartnern und Kunden von VW.

Die von Müller vorgeschlagene Kürzung um knapp ein Drittel würde die neun Vorstandsmitglieder betreffen, aber auch 2015 ausgeschiedene Top-Manager wie Martin Winterkorn. "Spiegel Online" hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass die Top-Manager von VW allenfalls eine Kürzung ihrer Boni hinnehmen würden.

Winterkorn besteht auf sein Geld

Winterkorn hatte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" jedoch bereits signalisiert, nicht auf sein Geld verzichten zu wollen. Winterkorn ist zwar im vergangenen Jahr aus dem Konzern ausgeschieden, sein Vertrag mit Volkswagen läuft noch bis Ende 2016. Neben seinem regulären Gehalt hat er demnach rechtlich weiterhin Anspruch auf die Boni.

VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben, die den Schadstoffausstoß im Testbetrieb als zu niedrig ausweist. Weltweit drohen dem Konzern hohe Straf- und Entschädigungszahlungen.

Die Vergütungen und Boni der VW-Vorstände in der Vergangenheit*

* Die genauen Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor. Mehr spannende Grafiken finden Sie bei Statista.

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