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Nach Wirecard-Bilanzskandal: Diese fünf Tochterfirmen sind jetzt auch pleite

Bilanzskandal  

Fünf Wirecard-Tochterfirmen sind pleite

02.07.2020, 13:43 Uhr | mak, dpa, AFP

Nach Wirecard-Bilanzskandal: Diese fünf Tochterfirmen sind jetzt auch pleite. Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München: Fünf Tochtergesellschaften des insolventen Konzerns sind ebenso pleite. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München: Fünf Tochtergesellschaften des insolventen Konzerns sind ebenso pleite. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Vergangene Woche hat der Zahlungsdienstleister Wirecard einen Insolvenzantrag gestellt, weil zwei Milliarden Euro in der Bilanz fehlen. Jetzt trifft es auch fünf Tochtergesellschaften des Dax-Konzerns.

Der Bilanzskandal beim Dax <DE0008469008>-Konzern Wirecard <DE0007472060> zieht nach der Muttergesellschaft nun auch fünf Tochterfirmen finanziell in Mitleidenschaft. Wie das Münchner Amtsgericht am Donnerstag mitteilte, haben diese fünf Firmen nun ebenfalls Insolvenz beantragt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist wie bei der Mutter Wirecard AG der Rechtsanwalt Michael Jaffé.

Alle fünf Töchter sind wie die Wirecard AG im Münchner Vorort Aschheim ansässig, dabei handelt es sich um Unternehmen, die Dienstleistungen und Software für die Muttergesellschaft anbieten. Dazu zählen etwa die Vertriebs- und Marketinggesellschaft Wirecard Global Sales und die Softwarefirma Wirecard Issuing Technologies.


Der Wirecard-Konzern hatte eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld vermutlich gar nicht existiert. Der Aktienkurs brach daraufhin ein – eine Aktie kostet mittlerweile nur noch rund drei Euro. Mitte Juni lag sie noch bei mehr als 100 Euro. Vor einer Woche stellte die Wirecard-Muttergesellschaft einen Insolvenzantrag.

Anlegerschützer: "Brauchen keine Untoten im Dax"

Aktionärsschützer fordern derweil den sofortigen Rauswurf der Skandalfirma Wirecard aus dem Deutschen Aktienindex (Dax). Der bisherige Verbleib von Wirecard im deutschen Leitindex tue dem Dax, der Börse und dem Standort Deutschland nicht gut, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die nächste Überprüfung der Zusammensetzung des Dax steht im September an. Dies ist für Tüngler jedoch zu spät. Die Deutsche Börse könne jetzt nicht an ihrem Regelwerk festhalten, sondern müsse reagieren – "zum Schutz anderer Unternehmen und der Aktienkultur".

Im Dax sollten nur "gute Unternehmen" sein und nicht solche, "die pleite sind oder betrogen haben". Der Aktionärsschützer hob hervor, dass andere Indizes wie der EuroStoxx bereits gehandelt und Wirecard nach dem Insolvenzantrag des Unternehmens verabschiedet hätten. "Wir brauchen keinen Untoten und kein Mahnmal im Dax", sagte Tüngler.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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