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"Champagner-Krieg" in Frankreich: Winzer streiten über Erntemenge und Preis

Streit über Preise  

In Frankreich tobt wegen Corona der "Champagner-Krieg"

10.08.2020, 10:07 Uhr | fls, t-online

"Champagner-Krieg" in Frankreich: Winzer streiten über Erntemenge und Preis. Champagnerflaschen reifen in einem Keller (Symbolbild): In Frankreich gibt es Streit um den Preis für den Schaumwein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Eloi_Omella)

Champagnerflaschen reifen in einem Keller (Symbolbild): In Frankreich gibt es Streit um den Preis für den Schaumwein. (Quelle: Eloi_Omella/Thinkstock by Getty-Images)

Im Zuge der Corona-Krise streiten Winzer und Champagner-Häuser über die Erntemenge für die luxuriöse Champagner-Weinsorte. Dabei geht es um viel Geld. Die Franzosen sprechen bereits vom "Krieg".

Wie teuer sollte eine Flasche Champagner sein? Über diese Frage streiten derzeit die Hersteller und Händler des bekannten Luxus-Schaumweins aus nordöstlichen Provinz Frankreichs.

Hintergrund ist der deutlich gesunkene Absatz von Champagner in der Corona-Krise. Während die großen Marken wie Veuve Clicquot und Pommery eine Reduktion der Ernten fordern, um die Menge künstlich zu verknappen und die Preise hoch zu halten, fürchten die Winzer, die den Wein anbauen, Medienberichten zufolge um ihre Existenz.

Der Streit spitzte sich zuletzt zu, als sich beide Seiten zuletzt nicht auf eine feste Menge für die anstehende Ernte einigen konnten. Normalerweise geschieht das dem österreichischen Fernsehsender ORF zufolge bis Ende Juli. Französische Medien sprächen bereits von einem "Grabenkrieg".

Absatz könnte um 100 Millionen Flaschen sinken

In den Depots vieler Weinhändler hätten sich demnach bereits jetzt große Lagerbestände aufgebaut. Ihre Befürchtung: Wächst das Champagner-Angebot in diesem Jahr durch eine zu große Ernte weiter an, könnten sie auf ihren Flaschen sitzen bleiben – oder sie müssten die Preise drastisch reduzieren.

Aktuell geht der Verband der Champagnerhersteller UMC davon aus, dass die Branche im laufenden Jahr rund 100 Millionen Flaschen weniger absetzt als 2019. Das entspräche einem prozentualen Rückgang um 34 Prozent.

Die Champagner-Weinbauer hingegen haben Angst vor dem Ruin, sollten sie weniger Wein der Luxus-Rebsorte an die Marken verkaufen. Konkret geht es laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP von vor wenigen Wochen um eine Differenz von bis zu 2.500 Kilogramm geernteten Wein pro Hektar, über die sich beide Seiten streiten.

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg keine Absprache

"Die Winzer wollen 8.500 Kilogramm pro Hektar ernten und die Marken wollen nur 6.000 bis 7.000 Kilogramm", zitiert die Agentur Bernard Beaulieu, einen Winzer aus dem Dorf Mutigny nahe der Champagne-Großstadt Reims. Ihm zufolge sei es "seit dem Zweiten Weltkrieg" nicht mehr vorgekommen, dass so kurz vor der Ernte noch keine Vereinbarung zwischen Weinbauern und -händlern stehe.

Die diesjährige Ernte startet am 20. August. Ob sich der "Champagner-Krieg" bis dahin entschieden ist, bleibt offen. Das nächste Treffen beider Seiten ist für den 18. August geplant.

Verwendete Quellen:

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