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Berichte über Wirecard-Skandal: Ermittlungen gegen Journalisten eingestellt


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Wirecard-Skandal: Ermittlungen gegen Journalisten eingestellt

Von afp, dpa, t-online, mak

Aktualisiert am 04.09.2020Lesedauer: 2 Min.
Wirecard-Schriftzug an der Firmenzentrale (Symbolbild): Journalisten der "Financial Times" hatten bereits vor einigen Jahren schwere Vorwürfe gegen den mittlerweile insolventen Konzern erhoben.
Wirecard-Schriftzug an der Firmenzentrale (Symbolbild): Journalisten der "Financial Times" hatten bereits vor einigen Jahren schwere Vorwürfe gegen den mittlerweile insolventen Konzern erhoben. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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Lange bevor der Skandal um die Wirecard-Bilanzen öffentlich wurde, berichteten britische Journalisten über Unregelmäßigkeiten. Wirecard – und die deutsche Finanzaufsicht – zeigten sie an. Ohne Erfolg.

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I ihre Ermittlungsverfahren gegen Journalisten der britischen "Financial Times" ("FT") eingestellt. Das teilte die Behörde am Donnerstagabend mit.

Die Journalisten, Stefania Palma und Dan McCrum, hatten bereits Anfang 2019 über Luftbuchungen bei Wirecard in Asien berichtet, der Aktienkurs des Zahlungsdienstleisters stürzte deshalb zeitweise ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz gegen die Journalisten.

"Im Zuge der Ermittlungen sowie der Ermittlungen in weiteren Verfahren konnte mittlerweile festgestellt werden, dass die Berichterstattung der Beschuldigten grundsätzlich zutreffend ist und jedenfalls vom Standpunkt der damaligen Informationslage aus weder falsch noch irreführend war", teilte die Staatsanwaltschaft nun mit. Auch Anhaltspunkte, die Journalisten hätten Insiderinformationen weitergegeben, hätten sich nicht ergeben.

Auch Finanzaufsicht hatte Strafanzeige gestellt

Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass Wirecard selbst damals Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Marktmanipulation erstattet habe – und danach die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ebenso.

Die BaFin habe die Journalisten verdächtigt, über eine Zusammenarbeit mit Aktienhändlern von zu erwartenden Kursverlusten nach Bekanntwerden ihrer Berichte profitieren zu wollen.

BaFin-Chef: "Wir waren nicht blind"

Doch auch die BaFin selbst sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt – unter anderem weil sie zu nachlässig kontrolliert hätten. Aber auch die Anzeige gegen die FT-Journalisten erntete harsche Kritik. Formal war die BaFin nur für einen Teil des als Technologieunternehmen eingestuften Wirecard-Konzerns zuständig: die Wirecard Bank.

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"Wir haben uns selbstverständlich auch das Unternehmen Wirecard sehr genau angeschaut", hatte BaFin-Chef Felix Hufeld am Mittwoch bei der "Handelsblatt"-Bankentagung gesagt.

"Wir waren an dieser Stelle nicht blind. Aber wir haben uns zu lange auf die formal korrekten Verfahren verlassen." Der BaFin-Chef räumte ein: "Mit dem Wissen von heute hätten wir die Staatsanwaltschaft angerufen und hätten gesagt: Verhaftet diesen Haufen Krimineller."

Bundesverdienstkreuz für FT-Journalisten?

Der Grünen-Abgeordnete und Leiter des Wirtschaftsbeirates der Partei Danyal Bayaz begrüßte, dass die Klage fallengelassen wurde. Er lobte besonders den Einsatz des FT-Journalisten Dan McCrum und kündigte an, ihn für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen.

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Wirecard soll jahrelang seine Bilanzen gefälscht haben. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die auf Konten in Asien liegen sollen, sind nicht auffindbar. Der Konzern meldete Insolvenz an, die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Der ehemalige Wirecard-Chef Markus Braun wurde verhaftet, der frühere Finanzchef Jan Marsalek befindet sich auf der Flucht. Im Bundestag soll bald ein Untersuchungsausschuss den Fall klären und etwa die Rolle von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) beleuchten.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur AFP und dpa
  • Twitter-Account von Danyal Bayaz
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Von Frederike Holewik
BaFin
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