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Thyssenkrupp: Stahlsparten-Verkauf gescheitert – so geht es weiter

Gespräche abgebrochen  

Thyssenkrupp sagt Verkauf der Stahlsparte ab

18.02.2021, 07:52 Uhr | dpa

Thyssenkrupp: Stahlsparten-Verkauf gescheitert – so geht es weiter. Thyssenkrupp-Zentrale in Essen (Archivbild): Der Vorstand hat die Gespräche mit Liberty Steel beendet. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen (Archivbild): Der Vorstand hat die Gespräche mit Liberty Steel beendet. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Der Ruhrkonzern muss an seinem Stahlgeschäft festhalten. Mit dem einzigen Interessenten Liberty Steel konnte sich der Vorstand nicht einigen. Thyssenkrupp will seine Werke nun selbst fit machen.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp wird sein Stahlgeschäft nicht an den Konkurrenten Liberty Steel verkaufen. Die Gespräche mit Liberty Steel über einen möglichen Erwerb von Thyssenkrupp Steel Europe seien beendet worden.

Eine Veräußerung des Stahlgeschäfts an Liberty Steel werde damit nicht zustande kommen, teilte Thyssenkrupp am Mittwochabend mit. Die Vorstellungen über Unternehmenswert und Struktur der Transaktion hätten weit auseinander gelegen. Thyssenkrupp werde nun eine zukunftsfähige Aufstellung des Stahls aus eigener Kraft weiter vorantreiben, hieß es weiter.

Sorgenkind Stahlsparte lief zuletzt wieder besser

Die Stahlsparte litt stark unter den Folgen der Corona-Pandemie und häufte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von fast einer Milliarde Euro an. Zuletzt aber konnte das Sorgenkind eine gute Entwicklung verbuchen.

Die Kernsparte des Konzerns konnte ihr Ergebnis im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 im Vergleich zum Vorjahr von minus 144 Millionen Euro auf einen Gewinn von 22 Millionen Euro steigern. Neben der wieder angezogenen Autoproduktion habe sich eine gute Nachfrage in der Hausgeräte- und der Bauindustrie positiv bemerkbar gemacht. Thyssenkrupp profitierte zudem wie die gesamte Branche vom gestiegenen Stahlpreis.

Thyssenkrupp will 700 Millionen in Stahlsparte investieren

Der Revierkonzern hatte ein Kaufangebot des britisch-indischen Unternehmers Sanjeev Gupta geprüft, der die Stahlerzeugung der Essener in seinen Konzern Liberty Steel aufgehen lassen wollte. Einen Verbleib beim Konzern oder eine Abspaltung waren aber ebenfalls Optionen gewesen.

Schon Anfang Februar hatte Konzernchefin Martina Merz erklärt, bei dem vom Wettbewerber Liberty vorgelegten Kaufangebot gebe es bei einer "Reihe komplexer Themen noch Klärungsbedarf".

Für die Modernisierung seiner Stahlsparte gab Thyssenkrupp zuletzt Investitionen von gut 700 Millionen Euro frei. Im Gegenzug will der Konzern beim Stahl aber mehr Stellen streichen als bisher geplant.

Mit dem nach Unternehmensangaben größten Investitionsprogramm beim Stahl seit fast zwei Jahrzehnten will Thyssenkrupp seine Werke in Duisburg und Bochum fit für die gestiegenen Anforderungen der Autoindustrie machen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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