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Deutsches Geldhaus ist insolvent – Kommunen fürchten um Millionen

Von rtr
Aktualisiert am 16.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Schild der Greensill Bank (Symbolbild): Die Privatbank ist nicht mehr zu retten – Millionen stehen auf dem Spiel.
Schild der Greensill Bank (Symbolbild): Die Privatbank ist nicht mehr zu retten – Millionen stehen auf dem Spiel. (Quelle: Eckhard Stengel/imago-images-bilder)
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Die Finanzaufsicht hat die Bremer Greensill Bank Anfang März dichtgemacht. Nun steht fest: Eine Rettung ist nicht mehr möglich. Sparer sollen ihr Geld zurückerhalten, aber für viele Kommunen stehen Millionen auf dem Spiel.

Die Bremer Greensill Bank ist nicht mehr zu retten. Wenige Tage, nachdem die Finanzaufsicht Bafin das Institut geschlossen hat, leitete sie beim Amtsgericht Bremen nun die Insolvenz ein.

"Bei uns ist gestern Abend ein Antrag von der Bafin auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bezüglich der Greensill Bank AG eingegangen", sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts am Dienstag zu Reuters. Damit dürfte demnächst die Entschädigung der Privatanleger beginnen. Von der Bafin war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Die Greensill Bank wollte sich nicht äußern.

Der Entschädigungsfonds der privaten Banken springt für die privaten Spareinlagen ein, da die Greensill Bank Mitglied in dem Fonds ist. Insider rechnen damit, dass auf den Fonds Zahlungen von etwa drei Milliarden Euro zukommen.

Kommunen beschuldigen Bafin

Die investierten Gelder von institutionellen Anlegern wie etwa Bund, Ländern, Kommunen oder bankähnlichen Kunden unterliegen aber seit Oktober 2017 nicht mehr der Sicherungseinrichtung. Insidern zufolge stehen bei der Kundengruppe rund 500 Millionen Euro im Feuer.

Viele Kommunen werfen der Finanzaufsicht vor, zu spät über die Probleme bei der Greensill Bank informiert zu haben. Die Bafin wehrt sich dagegen.

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Dass die Gelder von Kommunen nicht mehr geschützt seien, habe der Bankenverband kommuniziert und auch in der Fachpresse für Kämmerer sei dies deutlich gemacht worden, erklärte die Behörde. Sie schloss die Bank Anfang März wegen drohender Überschuldung und zeigte das Management bei der Staatsanwaltschaft Bremen an, weil für Forderungen in der Bilanz teilweise kein Nachweis erbracht werden konnte.

Versprechen auf hohe Zinsen

Das Bremer Institut hatte jahrelang über Onlineportale wie "Weltsparen" und "Zinspilot" mit vergleichsweise hohen Zinsen Milliarden an Spareinlagen eingesammelt, mit denen Geschäfte der britisch-australischen Mutterfirma Greensill Capital abgesichert wurden.

Das Wachstum war enorm: Alleine im Jahr 2019 stieg die Bilanzsumme der Bank von 760 Millionen Euro auf 3,8 Milliarden Euro. Ende 2020 belief sie sich auf 4,5 Milliarden Euro.

Die Interessenvertretung Finanzwende kritisierte die Aufsichtsbehörde, die bereits wegen des Wirecard-Bilanzskandals in ein schlechtes Licht gerückt ist. "Die hohen Zinsen und das enorme Bilanzwachstum waren klare Warnsignale, trotzdem haben die Beteiligten zu spät reagiert", sagte Michael Peters von Finanzwende. Das Land brauche eine Aufsicht, die Banken innerhalb einer Konzernstruktur beleuchte.

Auch Kommunen stehen im Kreuzfeuer

Auch die Kämmerer müssten zu ihrer Verantwortung stehen. "Sie haben das Geld ihrer Einwohner wegen ein paar Promille höherer Zinsen einer Bank anvertraut, die bereits seit einiger Zeit von kritischer Berichterstattung begleitet wurde."

Die Muttergesellschaft der Bremer Bank, Greensill Capital, meldete vor ein paar Tagen Insolvenz an, nachdem Versicherungen für ihre Fonds weggefallen waren. Das Kerngeschäft der 2011 vom Australier Lex Greensill gegründeten Firma ist die Lieferketten-Finanzierung.

Sie übernimmt Forderungen eines Lieferanten und zahlt sie mit einem kleinen Abschlag an die Gegenpartei aus. Die Forderungen bündelt sie zu Wertpapieren und verkauft sie an Investoren. Unter anderem betrieb sie das Fondsgeschäft mit der Schweizer Bank Credit Suisse. Diese stellt sich wegen des Zusammenbruchs von Greensill Capital auf finanzielle Belastungen ein.

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