Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Verbraucher >

Toilettenpapier wird teurer! "Preise gehen durch die Decke" – warum?


"Preise gehen durch die Decke"  

Toilettenpapier wird teurer – aus diesem Grund

14.04.2021, 20:19 Uhr
Toilettenpapier wird teurer! "Preise gehen durch die Decke" – warum?. Toilettenpapier im Supermarkt (Symbolbild): Die Preise für das Hygieneprodukt könnten steigen. (Quelle: imago images/Manfred Segerer)

Toilettenpapier im Supermarkt (Symbolbild): Die Preise für das Hygieneprodukt könnten steigen. (Quelle: Manfred Segerer/imago images)

Seit vergangenem Jahr ist Klopapier ein Symbol der Corona-Krise. Nun haben einige Hersteller angekündigt, die Preise anzuziehen. Doch warum? t-online erklärt, was dahinter steckt.

Kaum ein anderes Produkt hat in der Corona-Krise in Deutschland so viel Berühmtheit erlangt wie das Toilettenpapier. Zeitweise waren die Regale in den Supermärkten und Discountern leer gekauft – weil einige Bürger offenbar Angst vor steigendem Stuhlgang durch Corona hatten.

Nun rücken die Papierrollen erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Denn: Einige Hersteller kündigten an, die Preise für das begehrte Gut zu erhöhen. Der Grund dafür sind die gestiegenen Produktionskosten.

"Rohstoffpreise gehen durch die Decke"

Toilettenpapier besteht hauptsächlich aus Zellstoff. Die Preise für Kurzfaser-Zellstoff sind zuletzt deutlich gestiegen, wie der Branchendienst Euwid zuletzt mitteilte. So kostete eine Tonne gebleichter Kurzfaser-Zellstoff aus Skandinavien, Südamerika und Portugal oder Spanien im März 770 Euro. Einen Monat zuvor lag der Preis noch bei 685 Euro. Auch die Preise für andere Zellstoffe und Recyclingpapier legten zu.

"Die Rohstofffpreise gehen durch die Decke", kommentierte Gregor Andreas Geiger vom Verband Deutscher Papierfabriken (VDP). Und diese Entwicklung könnte noch weitergehen. Laut einer auf dem Handelsplatz Norexeco veröffentlichten Prognose könnte auch der Preis für gebleichten Weichholz-Zellstoff aus nördlichen Ländern in den kommenden Monaten stark anziehen.

Während der Preis für eine Tonne Weichholz-Stoff im Januar noch bei 902 US-Dollar lag, rechnen die Analysten in der Prognose für den kommenden September mit einem Preis von bis zu 1.220 Dollar pro Tonne – also einem Plus von rund 35 Prozent in den kommenden sechs Monaten.

Daran liegt der Preisanstieg

Die Ursache für den starken Preisanstieg, da sind sich Hersteller und Beobachter einig, liegt in der gestiegenen Nachfrage aus China. Auch Gregor Andreas Geiger vom VDP sagte t-online: "Die Nachfrage aus Ostasien ist jüngst stark gestiegen." Hintergrund dafür ist wiederum, dass China die Corona-Krise hinter sich lässt und die Wirtschaft in Fernost stark anzieht.

Dazu kommt: Einige europäische Hersteller von Zellstoff hatten jüngst ihre Produktion gedrosselt, um ihre Fabriken zu warten, wie der Geiger sagte. Einige Hersteller machen zudem die gestiegenen Energiepreise für Öl, Strom oder Gas für die Kostensteigerung verantwortlich.

Hersteller kündigten Preiserhöhungen an

Als wahrscheinlich gilt, dass die Produzenten die gestiegenen Kosten an die Händler weiterreichen, die sie wiederum an die Verbraucher durchreichen dürften. So sagte etwa Hakle-Chef Volker Jung der "Lebensmittel Zeitung": "Einen solchen Anstieg habe ich in mehreren Dekaden noch nicht erlebt. Wir sind mit den Händlern in Gesprächen und bereiten sie auf die Situation vor."

Auch Essity mit Marken wie Tork, Zewa, Danke oder Tempo kündigte jüngst an, die Preise für Toilettenpapier, Taschen-, Haushalts- oder Kosmetiktücher "im Schnitt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich" zu erhöhen – und mit den Händlern in Gespräche zu gehen. Mehr wollte Essity auf t-online-Anfrage nicht dazu sagen. Andere Tissuehersteller wie Wepa oder Fripa äußerten sich auf t-online-Anfrage nicht zu ihrer Preispolitik.

Wie stark die Preise im Handel steigen werden, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Klar ist nur: Es ist wenig sinnvoll, erneut die Supermarktregale zu stürmen. Denn auch wenn es mehr kosten sollte, ist nicht mit Engpässen zu rechnen. "Hamsterkäufe sind daher unnötig", so Geiger.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Euwid Preisspiegel: Zellstoff März 2021
  • Norexceo Forward Curve NBSK
  • Gespräch mit Gregor Andreas Geiger
  • Mitteilung von Essity
  • Lebensmittel Zeitung: "Tissuehersteller kündigen Preiserhöhungen an"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal