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Gasrechnung im Osten ist um 16 Prozent höher als im Bundesschnitt

Von t-online, mak

04.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Hand auf der Heizung (Symbolbild): Die Gaspreise unterscheiden sich in den BundeslÀndern deutlich.
Hand auf der Heizung (Symbolbild): Die Gaspreise unterscheiden sich in den BundeslÀndern deutlich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Seit einigen Tagen herrscht wieder Frost in Deutschland – mancherorts schneite es sogar. Eine aktuelle Auswertung zeigt nun: Wer mit Gas heizt, muss je nach Bundesland deutlich mehr zahlen.

Die extreme Preisentwicklung beim Gas trifft Haushalte in Ostdeutschland stĂ€rker. Weil der Bedarf und der Gaspreis höher sind, liegen die Kosten rund 16 Prozent ĂŒber dem Bundesschnitt. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox, die t-online exklusiv vorliegt.

Demnach bezahlt ein Haushalt in Deutschland im Schnitt 2.791 Euro fĂŒr Gas, in den neuen BundeslĂ€ndern sind es durchschnittlich 3.232 Euro. Das ist ein Plus von 441 Euro oder 15,8 Prozent. Die GrĂŒnde: ein höherer Verbrauch, wohl vor allem durch schlechtere DĂ€mmung – als auch höhere Preise insgesamt.

So liegt der jĂ€hrliche Gasverbrauch in Deutschland laut Wechseldaten von Verivox bei durchschnittlich 21.504 Kilowattstunden (kWh) pro Haushalt. In Ostdeutschland benötigen Haushalte durchschnittlich 23.561 Kilowattstunden fĂŒr ein warmes Zuhause, also knapp zehn Prozent mehr.

Und: WĂ€hrend Gas im bundesdeutschen Mittel aktuell 12,98 Cent je Kilowattstunde kostet, sind es in Ostdeutschland durchschnittlich 13,72 Cent.

In Berlin ist der Verbrauch am geringsten

Je nach Bundesland liegen Gasbedarf und Kosten sogar noch deutlich höher. So belÀuft sich die jÀhrliche Gasrechnung in Sachsen auf 3.930 Euro. Zugrunde liegt ein durchschnittlicher Verbrauch von 27.357 Kilowattstunden. Damit haben Haushalte in Sachsen 41 Prozent höhere Kosten als im deutschen Mittelwert.

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Auch in Hessen (3.459 Euro fĂŒr 26.033 kWh), ThĂŒringen (3.046 Euro fĂŒr 22.929 kWh), im Saarland (3.034 Euro fĂŒr 22.575 kWh), in Bremen (3.018 Euro fĂŒr 25.238 kWh) und in Bayern (2.926 Euro fĂŒr 23.232 kWh) mĂŒssen Verbraucher ĂŒberdurchschnittlich hohe Gaskosten stemmen.

Am wenigsten bezahlen Verbraucher mit 1.836 Euro in der Hauptstadt, auch weil der Verbrauch mit durchschnittlich 15.250 Kilowattstunden am geringsten ist.

Große Übersicht: So stark unterscheiden sich die Gasrechnungen in den BundeslĂ€ndern

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Starke Unterschiede je nach Sanierungsstand

"Je nach Wohnort, WohnungsgrĂ¶ĂŸe und Sanierungsstand des GebĂ€udes ist die Belastung durch hohe Gaspreise unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

"In BundeslĂ€ndern, in denen der Gasbedarf ĂŒberdurchschnittlich hoch ist, leben vergleichsweise viele Menschen in teil- oder unsanierten Ein- und ZweifamilienhĂ€usern." Wie Sie Ihr Dach gĂŒnstig selbst dĂ€mmen können, lesen Sie hier.

Bund beschloss riesiges Entlastungspaket

"Die kĂŒrzlich verabschiedeten Maßnahmen der Bundesregierung bilden die regional sehr unterschiedliche Belastung nicht ab und fangen die hohen Zusatzkosten in vielen Haushalten nicht auf", so Storck weiter. Der Bund hatte jĂŒngst ein milliardenschweres Entlastungspaket geschnĂŒrt.

Geplant sind unter anderem eine Energiepreispauschale, eine Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe fĂŒr drei Monate sowie Hilfen fĂŒr Familien und Geringverdiener. Hinzu kommen fĂŒr drei Monate billige Tickets fĂŒr Busse und Bahnen im öffentlichen Personennahverkehr (mehr dazu lesen Sie hier).

Außerdem zieht die Bundesregierung ihr Ziel fĂŒr den Heizungsneubau um ein Jahr vor: Nun soll schon ab dem Jahr 2024 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Zuvor hatte der Bund etwa den Heizkostenzuschuss verdoppelt.

Zur Methodik: Verivox wertete alle im Jahr 2021 ĂŒber das Vergleichsportal abgeschlossenen GasvertrĂ€ge aus, bei denen der Verbrauch individuell in den Vergleichsrechner eingegeben wurde. Die Gaskosten der einzelnen BundeslĂ€nder wurden anhand des Verivox-Verbraucherpreisindex ermittelt, die Preise bilden den aktuellen Stand ab. Der Verivox-Verbraucherpreisindex berĂŒcksichtigt die Preise der örtlichen Grundversorger sowie die Neukundenpreise der wichtigsten ĂŒberregionalen Versorger.

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  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff
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