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Direktbanken und Neobanken im Vergleich: Girokonto, Tagesgeld und Depot


Online-Banking
Für diese Kunden lohnt sich eine Direktbank


Aktualisiert am 27.05.2024Lesedauer: 6 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Direktbanken bieten viele Vorteile - vor allem für zeitlich oder mobil eingeschränkte KundenVergrößern des Bildes
Direktbanken bieten viele Vorteile - vor allem für zeitlich oder mobil eingeschränkte Kunden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Viele Filialen schließen, Kunden nutzen vorwiegend Onlinebanking. Direktbanken nutzen das, um neue Kunden an sich zu binden. Für wen lohnt der Wechsel?

Die klassische Bankfiliale verliert an Anziehungskraft: Drei von vier Deutschen wickeln ihre Finanztransaktionen mittlerweile über das Onlinebanking ab. Und: Jeder dritte Onlinebanking-Kunde sucht eine Bank gar nicht mehr auf, zeigt eine Studie des Digitalverbandes Bitkom.

Kunden bis 64 Jahren wollen mehrheitlich auch nicht mehr für Filialen bezahlen, die sie kaum mehr nutzen. Immer mehr Menschen zieht es deshalb zu sogenannten Direktbanken im Netz mit kostenlosen Konten. Doch sind Onlinebanken am Ende wirklich günstiger? Und worauf müssen Sie als Kunde dafür verzichten? t-online klärt die wichtigsten Fragen.

Was ist eine Direktbank?

Direktbanken sind Kreditinstitute, die ihre Geschäfte online anbieten und keine eigenen Filialen betreiben. Aufträge können Sie als Kunde zwar auch per Post oder Telefon abgeben, der Fokus der Direktbanken aber liegt auf dem Online-Banking. Deswegen werden Direktbanken auch Onlinebanken genannt. So erkennen Sie einen guten Anbieter für Ihr Girokonto.

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Als ein Kunde einer Direktbank steht Ihnen ein Netz an Geldautomaten für Abhebungen zur Verfügung. Die Bank ING etwa wirbt damit, dass Kunden mit Girocard an 1.000 ING-Geldautomaten abheben können, mit Visacard an rund 58.000 Automaten in Deutschland. Die Direktbank Comdirect kooperiert mit der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Postbank.

Mit dem Aufstieg der Direktbanken haben sich auch Bankanbieter gegründet, die nur auf das Smartphone-Banking setzen. Hier werden alle Geschäfte über eine Smartphone-App ausgeführt, der Kundenkontakt läuft über Chat oder Mail. Telefonberatungen gibt es bei diesen Anbietern selten. Auch bei der Geldauszahlung setzen diese sogenannten Neobanken Limits – dafür sind sie meist günstiger als die Konkurrenz.

Was kosten Direktbanken?

Die einfachen Konten bieten die meisten Direktbanken gratis an. Es zeichnet sich aber ein Trend ab, dass die Banken Zusatzleistungen wie Kreditkarten nicht mehr kostenlos zu ihren Basiskonten dazugeben. Seit 2021 stellen große Banken wie die Comdirect oder die ING Bedingungen, damit das Konto kostenlos bleibt.

Dazu gehören unter anderem ein monatlicher Geldeingang, eine Mindestanzahl an Überweisungen oder auch Bezahlvorgänge mit Apple oder Google Pay. Auch Smartphone-Banken versuchen mit ähnlichen Bedingungen, Kunden zu motivieren, das Konto bei der Direktbank als Hauptkonto zu nutzen. Handybanken versprechen dafür aber meist Vergünstigungen, während immer mehr Direktbanken Geld verlangen, wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden.

Egal ob am Smartphone oder im Browser: Die Direktbanken sind günstiger als die klassische Filialbank. Im Gegensatz zu Volksbanken, Sparkassen oder großen Geldhäusern wie der Deutschen Bank müssen die Direktbanken keine Filialmiete oder Mitarbeiter und Möbel vor Ort bezahlen. Die Smartphone-Banken verweisen zudem auf ihre Cloud-Systeme, die ebenfalls Kosten im Vergleich zum Kauf eigener Server sparen.

Was bieten Direktbanken an?

Die großen Direktbanken stehen in ihrem Angebot den Filialbanken nicht wesentlich nach. Wichtigster Unterschied: Der persönliche Kontakt zu einem Kundeberater in der Filiale um die Ecke fällt weg. Klassische Bankgeschäfte können Sie allerdings auch bei Direktbanken abschließen, zum Beispiel:

  • Kredite beantragen
  • Bausparverträge abschließen
  • Immobilien finanzieren
  • Tagesgeld- und Festgeldkonten eröffnen
  • Onlinedepots verwalten
  • Versicherungen abschließen

Bei vielen Direktbanken können Kunden in einer Banking-App ihr Girokonto, ihr Tagesgeldkonto und ihr Depot in einem verwalten. Anders als bei externen Wertpapier-Brokern können Sie also ohne längeres Warten per App schnell Aktien oder ETFs kaufen und Sparpläne abschließen.

Die Kosten für Ihr Depot und pro Order sind bei Direktbanken dabei meist günstiger als bei Filialbanken. Konkurrenz den Direktbanken seit Kurzem jedoch sogenannte Neobroker, die mit sehr geringen Ordergebühren oder Orderflatrates locken. Viele Direktbanken halten in diesem Wettbewerb mit günstigen Werbeangeboten für Neukunden dagegen – Bestandskunden profitieren von diesen Aktionen oft nicht.

Der Vorteil der Direktbanken beim Aktienhandel: Sie bieten bei ihren Brokern meist mehr Handelsplätze an, mehr Wertpapiere als die meisten Neobroker, in die Kunden investieren können, sowie eine Vielzahl an Anlageinstrumenten.

Auch bei der Immobilienfinanzierung nutzen inzwischen viele Menschen die Angebote von Direktbanken. Diese bieten den Kreditnehmern zum Teil günstigere Konditionen als die Filialbank vor Ort an. Auch bei anderen Krediten haben Direktbanken einen Vorteil: Meist sind diese schneller als die Bank vor Ort. Zwischen dem Kreditantrag und der Auszahlung des Geldes liegen meist nur wenige Tage. Als Bedingung verlangen die Direktbanken oft, dass der Kreditnehmer auch ein Girokonto bei ihnen führt.

Smartphone-Banken beschränken sich am Anfang häufig auf das Girokonto. Wenn die Bank dann mehr Kunden gewinnt und größer wird, kommen meist ebenfalls Angebote wie Kredite oder Versicherungen dazu.

Vergleich der größten Direktbanken

In Deutschland haben Sie eine breite Auswahl an Direktbanken – und es kommen stetig neue hinzu. Neben zahlreichen kleineren Anbietern gibt es jedoch mehrere große:

Die fünf größten Banken vergleichen wir für Sie in den wichtigsten Aspekten:

Kostenloses Girokonto

Erst einmal die gute Nachricht: Bei allen der genannten Direktbanken ist das Girokonto kostenlos. Aber: Nicht bei allen ist das Gratis-Konto auch bedingungslos. Mittlerweile knüpfen die Comdirect, die ING, die Consorsbank und die DKB ihr kostenloses Modell an Gegenleistungen, wie etwa ein monatlicher Geldeingang in einer gewissen Höhe oder eine bestimmte Anzahl an Transaktionen.

Kurz gesagt: Dieses Konto müssen Sie regelmäßig nutzen, damit es kostenlos bleibt. Als Zweitkonto können hier Gebühren anfallen. N26 knüpft ihr Basis-Girokonto noch nicht an solche Bedingungen.

Dispozins

Alle Banken bieten die Möglichkeit an, das Konto etwas zu überziehen. Aber dafür werden Zinsen fällig. Am teuersten kommt Sie derzeit (Stand: 21. September 2023) das Überziehen bei der Smartphone-Bank N26 zu stehen. 13,15 Prozent Zinsen nimmt N26 als Dispokredit, die Consorsbank verlangt mit 11,75 Prozent ebenfalls relativ hohe Zinsen. Etwas günstiger sind die Comdirect mit 10,75 Prozent und die ING mit 9,99 Prozent. Am wenigsten Zinsen nimmt mit 9,89 Prozent die DKB.

Produktvielfalt:

Die großen Direktbanken wie die ING, die DKB und die Comdirect bieten alle Dienstleistungen an, die Sie auch von Ihrer klassischen Filialbank gewohnt sind. Tages- und Festgeldkonten, Baufinanzierungen, Depot und Versicherungen können Sie hier aus einer Hand wählen. Auch die Consorsbank bietet bis auf Versicherungen alle gängigen Bankdienstleistungen an.

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Die Smartphone-Bank N26 verknüpft bei ihren Premiumkonten zwar auch Versicherungsleistungen für die Reisen, Mobilität und Handys, hat aber noch kein Depot integriert. Mittlerweile können Sie als Kunde auch ein Tagesgeldkonto bei N26 eröffnen, ein Festgeldkonto gibt es aber nicht. Auch eine Baufinanzierung bietet die Smartphone-Bank nicht an, aber Sie können zumindest kleinere Kredite bis 25.000 Euro über N26 aufnehmen.

Broker und Kosten

Alle der vorgestellten Direktbanken außer der N26 bieten ein integriertes Depot an. Die Kosten unterscheiden sich dabei allerdings: Eine Auswahl an Sparplänen ist bei allen Banken umsonst. Teurer wird es, wenn Sie nicht in Sparpläne investieren möchten.

So verlangt etwa Comdirect Ordergebühren von 3,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert als Provision. Bei der ING betragen die Ordergebühren 4,90 Euro zuzüglich 0,25 Prozent Orderprovision. Hinzu kommen noch Handelsplatzgebühren. Auch bei Verkäufen nehmen die Banken Ordergebühren.

Günstige Alternativen bieten Neobroker wie Scalable, Trade Republic oder Smartbroker. Hier sind die Order entweder kostenlos oder die Gebühren liegen unter einem Euro. Allerdings gibt es zu den günstigen Konditionen bei den meisten Anbietern nur ein kleineres Angebot an ETFs und Aktien zum Handeln. Alles zu Neobrokern erfahren Sie hier.

Lohnt sich eine Direktbank für mich?

Das kommt auf Ihre Wünsche an. Wenn Sie auf der Suche nach einem kostengünstigen Konto sind und ohnehin Ihre Bankgeschäfte bevorzugt online abschließen, bietet sich eine Direktbank für Sie an. Bevorzugen aber Sie einen persönlichen Ansprechpartner in einer Filiale, werden Sie bei einer klassischen Bank glücklicher.

Die Sorge, dass Direktbanken nicht dieselben Leistungen erbringen könnten, ist mittlerweile nicht mehr berechtigt. Die großen Direktbanken bieten alles an, was Ihnen die Filialbank um die Ecke ebenfalls verkaufen könnte – außer dem direkten Draht zu einem Berater vor Ort und einem Bankschalter. Allerdings sind längst nicht mehr alle Direktbanken noch so günstig wie vor wenigen Jahren: Viele rücken von den bedingungslosen Kontomodellen ab und knüpfen ihre Gratis-Konten an Bedingungen wie einen regelmäßigen Geldeingang.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Bitkom: Studie "Digital Finance 2020"
  • Finanztip: Direktbank
  • Verivox: Direktbank
  • DKB: Offizielle Seite
  • Finanzcheck: Direktbanken
  • Finanztip: Depotvergleich
  • Consorsbank: Offizielle Website
  • ING: Offizielle Website
  • N26: Offizielle Website
  • Comdirect: Offizielle Website
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