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Debatte über Weihnachtsbeleuchtung: "'Licht aus' bedeutet schlicht: Der Spaß ist vorbei"


"Licht aus? Dann ist der Spaß vorbei"

Von Frederike Holewik

Aktualisiert am 03.10.2022Lesedauer: 3 Min.
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Leerer Weihnachtsmarkt in Dresden (Archivbild): Schausteller wehren sich gegen Sparvorschläge in der Weihnachtszeit. (Quelle: Sean Gallup/Getty Images)
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Überall soll Energie gespart werden, auch bei der Beleuchtung. Schausteller und Handel sorgen sich um ihr Weihnachtsgeschäft.

Bleiben an Weihnachten die Lichter aus? Die Deutsche Umwelthilfe fordert genau das: Weihnachtsmärkte, Einkaufsstraßen, Fußgängerzonen – alles soll im Winter dunkel bleiben, um Energie zu sparen.

Schausteller- und Handelsvertreter schlagen deshalb Alarm. "Licht gehört wie Duft auch zum Weihnachtsmarkt dazu und ist ein elementarer Bestandteil der Stimmung", sagt Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbunds, im Gespräch mit t-online."'Licht aus' bedeutet auf dem Weihnachtsmarkt schlicht: Der Spaß ist vorbei."

Natürlich gelte es in diesem Jahr noch einmal besonders, dass beim Stromverbrauch Maß gehalten werden muss. "Das tun die Schausteller aber ohnehin – auch aus eigenem Interesse", so Hakelberg weiter. Denn die hohen Energiepreise spüren die Schausteller eben auch selbst. Die Forderungen der Umwelthilfe hält er für Symbolpolitik.

Umwelthilfe: "Beleuchtungsorgien" verbrauchen viel Strom

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, gehen die Bemühungen der Branche hingegen wohl nicht weit genug. "In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten wie auch auf die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Resch wies auf den Stromverbrauch hin. "Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht." Hinzu kämen die möglichen Einsparungen durch den Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten und Gemeinden.

Hakelberg übt harsche Kritik an Reschs Vorstoß: "Ich halte die Forderung ein Stück weit für Symbolpolitik. Denn natürlich verbrauchen Weihnachtsmärkte Strom, aber unsere 160 Millionen Gäste würden stattdessen auch nicht in ihren dunklen Wohnungen sitzen und auf ihr Essen verzichten."

Frank Hakelberg ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes.
Frank Hakelberg ist der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes. (Quelle: Jörg F. Klam)

Und er hält auch mit Zahlen dagegen: Eine Berechnung seines Verbands kommt zu dem Ergebnis, dass ein Abend auf dem Weihnachtsmarkt insgesamt rund 0,2 Kilowattstunden Strom verbraucht. Ein gemütlicher Abend zu Hause inklusive Filmschauen und Kochen verursache hingegen je nach Anzahl der Personen zwischen 0,5 bis 0,9 Kilowattstunden Stromverbrauch.

"Die meisten Beleuchtungen auf Weihnachtsmärkten sind von uns schon vor vielen Jahren – damit schon deutlich vor den gesetzlichen Vorgaben – auf LED umgestellt worden und sparen damit 90 Prozent Strom. Gleichzeitig wird in manchen Kommunen noch über den Austausch alter Straßenbeleuchtung aus DDR-Zeiten diskutiert", so Hakelberg.

"Stimmung ist ein Kernbereich"

Darüber hinaus sei ein Weihnachtsmarkt oder auch der Einkaufsbummel für Geschenke kaum denkbar ohne entsprechende Beleuchtung. "Die weihnachtliche Stimmung ist ein Kernbereich unserer Arbeit, da lassen wir uns nur sehr ungern reinreden", sagt der Schausteller-Vertreter.

Doch es geht um mehr als weihnachtliche Stimmung – Hakelberg sieht auch existenzielle Sorgen. "An jedem Schaustellerbetrieb hängt letztlich auch eine Familie." Und dabei denkt er nicht nur an die direkt betroffenen Budenbesitzer.

"Alle Innenstädte würden unter solch einer Regelung leiden, denn Schausteller locken mit den Weihnachtsmärkten Menschen in die Fußgängerzonen", so Hakelberg. "Nach zwei Pandemiejahren ist das gerade auch für den dortigen Einzelhandel von enormer Bedeutung." Denn dass der Einzelhandel in vielen Innenstädten Probleme hat, ist bekannt. Die Corona-Pandemie hat noch mehr Kunden zum Online-Einkauf getrieben.

Handelsverband: Dunkle Innenstädte nicht vorstellbar

Diese Sorge teilt auch der Handelsverband. "Besonders in der Vorweihnachtszeit sind dunkle Innenstädte für den Handel nicht vorstellbar", so ein Verbandssprecher zu t-online. Letztlich müssten aber die Kommunen gemeinsam mit den Werbegemeinschaften und der Bevölkerung entscheiden.

"Besonders geeignet erscheinen kooperative Ansätze, in denen die Kommunen zusammen mit den Innenstadtakteuren und Bürgern Lösungen zur Energiereduzierung während der Weihnachtszeit erarbeiten", so der Sprecher weiter, denn Einsparpotenziale müssen genutzt werden. Gleichzeitig dürfe gerade jetzt auch nicht alles unterlassen werden, was für "ein wenig gute Stimmung" sorgt.

Davon ist auch Hakelberg überzeugt: "Eine kleine Auszeit, ein bisschen Vergnügen und Weihnachtsstimmung sind gerade in Krisenzeiten wichtig für die Menschen."

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Frank Hakelberg (Handelsverband)
  • Statement Handelsverband
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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