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Peru | Gesundheitsnotstand ausgerufen: Guillain-Barré-Syndrom nimmt zu


Seltene Nervenkrankheit nimmt zu: Peru ruft Gesundheitsnotstand aus

Von afp, sha

Aktualisiert am 10.07.2023Lesedauer: 2 Min.
imago 66254211Vergrößern des BildesKrankenhaus in Peru: In dem Land gibt es eine Zunahme von Patienten mit dem Guillain-Barré-Syndrom. (Quelle: IMAGO / ZUMA Press)
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Mehr Personen als gewöhnlich sind in Peru an einem lebensbedrohlichen Nervenleiden erkrankt. Das Land hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Die ersten Symptome sind oft ein Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen, Armen oder im Gesicht. Dann fallen einzelne Muskelgruppen aus und später ist der gesamte Körper gelähmt. Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene Nervenkrankheit.

Weil die Erkrankung in Peru überdurchschnittlich häufig auftritt, hat das Land jetzt den Gesundheitsnotstand ausgerufen. "Aufgrund der ungewöhnlichen Zunahme von Fällen des Guillain-Barré-Syndroms wird für 90 Tage der nationale Gesundheitsnotstand verhängt", erklärte das peruanische Gesundheitsministerium.

Betroffen sind demnach alle 25 Regionen des insgesamt rund 33 Millionen Einwohner zählenden Andenstaates. In den vergangenen Wochen habe es einen hohen Anstieg von Fällen gegeben, "der uns zu Maßnahmen auf staatlicher Ebene zwingt, um die Gesundheit und das Leben der Bevölkerung zu schützen", erklärte Gesundheitsminister César Vásquez vor Journalisten.

Bislang sind vier Menschen verstorben

Seit Januar sei die Zahl der Erkrankungen auf 180 angestiegen, vier Menschen seien bereits gestorben. Die Ausrufung des Gesundheitsnotstands ermöglicht demnach den Kauf von Immunglobulinen zur Behandlung betroffener Menschen über die nächsten zwei Jahre.

Immunglobuline (Antikörper) sind Eiweiße, die der Körper bei der Infektabwehr einsetzt. Bei der Therapie des Guillain-Barré-Syndroms gilt die Verabreichung von zusätzlichen Antikörpern als Mittel der Wahl, um schwere Verläufe zu verhindern.

Dem GBS geht in der Regel eine Erkrankung der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts voraus, zum Beispiel eine Infektion mit Campylobacter-Bakterien. Auch Dengue- und Zika-Virus können Auslöser sein. Meist bleibt es bei Einzelfällen, Ausbrüche sind selten.

In Peru wurde allerdings auch schon 2019 eine größere Welle erfasst. Im Zeitraum vom 20. Mai bis 27. Juli wurden 683 vermutete oder bestätigte GBS-Fälle festgestellt, wie es in einer 2020 im Fachblatt "Emerging Infectious Diseases" vorgestellten Analyse heißt. In Französisch-Polynesien folgte 2013/14 eine Häufung von GBS-Fällen auf eine Zika-Infektionswelle.

Deutscher Fußballprofi war betroffen

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die eine fortschreitende Muskelschwäche verursacht. Die Muskelschwäche verstärkt sich normalerweise innerhalb von zwei bis vier Wochen und kann das Atemsystem beeinträchtigen – bis hin zum Atemstillstand.

Eines der häufigsten Symptome ist Kribbeln und Kraftlosigkeit in den Extremitäten. Wird die Krankheit behandelt, kann sie in der Regel schnell geheilt werden. Das Guillain-Barré-Syndrom wurde in den vergangenen Monaten wiederholt mit Impfungen gegen Covid-19 in Verbindung gebracht.

Ein bekannter vom Guillain-Barré-Syndrom Betroffener ist der ehemalige Profifußballer Markus Babbel. Er erkrankte 2021 und litt unter Symptomen der Krankheit wie einer zeitweisen Lähmung der Beine. Babbel wurde behandelt und erholte sich vollständig.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
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