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Rückenschmerzen: Sieben Sünden für die Wirbelsäule

Sieben Sünden für die Wirbelsäule

29.08.2011, 13:24 Uhr | tze

Rückenschmerzen: Sieben Sünden für die Wirbelsäule. Rückensünde Nummer eins: Bewegungsmangel (Foto: Archiv)

Rückensünde Nummer eins: Bewegungsmangel (Foto: Archiv)

Rückenschmerzen sind ein verbreitetes Leiden. Noch immer glauben viele, dass falsches Heben oder falsches Sitzen besonders schlecht für den Rücken sind. Doch das ist nicht ganz richtig, denn es gibt Dinge, die ihm noch mehr schaden. Einige Fehler lassen sich vermeiden, andere kann man ausgleichen. Unsere Foto-Show zeigt sieben Rücken-Sünden.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Bewegungsmangel ist die größte Sünde

Die größte Sünde für die Wirbelsäule ist Bewegungsmangel, darin sind sich Experten einig. Bei Menschen unter 60 Jahren gilt Bewegungsmangel als Hauptursache für Rückenschmerzen. Kein Wunder, denn viele Menschen verbringen einen großen Teil des Tages im Sitzen - auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz und nach Feierabend. "Wenn wir uns außerhalb der Sitz-Zeit ausreichend bewegen würden, könnte der Rücken gut damit klar kommen. Schon zehn Minuten Gymnastik oder 30 Minuten Spazierengehen täglich reichen dem Rücken, um gesund zu bleiben", betont der Sportwissenschaftler Professor Ingo Froböse auf seiner Website.

Dicker Bauch belastet den Rücken

Bewegungsmangel führt langfristig in einen Teufelskreis von Übergewicht, Rückenschmerzen und Schonhaltung. Vor allem ein dicker Bauch ist eine enorme Belastung für den Rücken. Für eine stabile, gesunde Körperhaltung ist das Zusammenspiel von Bauch- und Rückenmuskeln wichtig. Wenn die Bauchmuskeln erschlaffen, kippt das Becken nach vorne und die Wirbelsäule biegt sich zum Hohlkreuz. Wenn sich auch noch überflüssige Pfunde am Bauch angesammelt haben, können die Rückenmuskeln und Bänder kaum noch stabilisierend gegenhalten. Also weg mit dem Bauchspeck, dann bessern sich auch die Rückenschmerzen.

Und wenn es die Bandscheibe ist?

Lauf Professor Froböse werden Rückenschmerzen nur in fünf Prozent der Fälle durch die Bandscheiben ausgelöst. Überdies müsse ein Bandscheibenvorfall nicht zwangsläufig Schmerzen bereiten. Viele Bandscheibenvorfälle seien "stumm" und würden zufällig beim Röntgen entdecke. Nur bei Taubheitsgefühlen und Lähmungserscheinungen müsse man sofort zum Arzt.

Geradesitzen und ergonomische Stühle sind nicht gut

"Sitz gerade!", wurde man als Kinder oft ermahnt. Doch wer stundenlang stocksteif und angestrengt aufrecht sitzt, belastet die Bandscheibe und verspannt seine Rückenmuskulatur. Auch ergonomische Bürostühle seien wider Erwarten keine Lösung gegen Rückenschmerzen, weil sie sich dem Körper anpassten und der Rücken passiv bleibe, erklärt Froböse. Rückenexperten empfehlen heutzutage dynamisches Sitzen mit häufig wechselnder Sitzposition.

Noch problematischer als Büroarbeitsplätze sind Tätigkeiten, die immer wieder dieselben Bewegungsabläufe oder großen Kraftaufwand erfordern. Bau- und Bandarbeiter, LKW-Fahrer, Krankenpfleger und viele Handwerker spüren im Lauf der Jahre, wie sehr ihnen die Arbeit aufs Kreuz geht.

Stress und Kummer lösen Rückenschmerzen aus

Nicht zu unterschätzen ist, dass auch seelische Last auf den Rücken schlägt. Wer sich unter Stress und Zeitdruck am Arbeitsplatz verspannt oder von Kummer gebeugt ist, bekommt Rückenschmerzen. Studien haben gezeigt, dass über 80 Prozent der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen auch Symptome einer leichten Depression zeigen. Es entsteht ein Teufelskreis aus Muskelverspannungen, Antriebslosigkeit, Bewegungsmangel, Haltungsschwäche und Schmerzen. Gegensteuern ist angesagt! Auf die Schnelle helfen Wärme und Entspannungsübungen, langfristig hält Sport Körper und Seele gesund. Bei Bewegung werden Hormone und Endorphine ausgeschüttet, die Schmerzen dämpfen und das Wohlbefinden steigern.

Bei Rückenschmerzen nicht schonen

Wenn Rückenschmerzen einsetzen, sollte man nicht dem Impuls folgen, sich zu schonen. Das verschlimmert die Beschwerden, denn die Muskulatur verkümmert und die Bandscheiben werden nicht ausreichend durchblutet und verlieren an Elastizität. Zunächst gilt es, den Schmerz zu lindern - entweder mit einem frei verkäuflichen Schmerzmittel oder mit einer Spritze oder verschreibungspflichtigen Medikamenten vom Arzt. Auch warme Bäder, Dehn- und Entspannungsübungen helfen. Wenn der Schmerz erträglicher wird, ist Bewegung die beste Medizin gegen Rückenbeschwerden. (Ratgeber: Die besten Rückenübungen für Zuhause)

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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