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Helfen im Ukraine-Krieg: Darum tut es auch der eigenen Gesundheit gut


Darum tut Helfen auch der eigenen Gesundheit gut

Eine Kolumne von Ulrike Scheuermann

Aktualisiert am 03.04.2022Lesedauer: 3 Min.
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Helfende Hand: Schon kleine Gesten tun sowohl anderen als auch uns selbst gut.
Helfende Hand: Schon kleine Gesten tun sowohl anderen als auch uns selbst gut. (Quelle: kieferpix/getty-images-bilder)
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"Ich will helfen" ist angesichts von Millionen aus der Ukraine geflüchteten oder dort notleidenden Menschen ein Impuls bei vielen. Doch Helfen unterstützt nicht nur die anderen – sondern tut auch uns selbst gut.

Wenn man anderen hilft, geht es denjenigen besser, das ist naheliegend. Aber beim Helfen geht es nicht nur um die anderen. Viele Studienergebnisse zeigen, dass Mitgefühl und Altruismus die Zufriedenheit, Gelassenheit und den Selbstwert derjenigen erhöhen, die helfen.

Menschen, die anderen helfen, sind am glücklichsten und gesündesten. Beim Helfen werden Glückshormone ausgeschüttet und wir erleben das das 'Helper’s High'. Von all dem haben Menschen, die mit Hilfe geizen, dann automatisch weniger. Es lohnt sich also, überall Ausschau zu halten, wo und wie man helfen kann. Und bei der Weltlage ist es das Beste, was man tun kann.

Stressabbau und Angstlöser

Anderen zu helfen, löst die Angst und macht uns glücklicher
Hilfe federt die negativen Effekte von Stress ab: Wir erleben diesen weniger oder bewältigen ihn besser. Die Sozialpsychologin Elizabeth Dunn weist mit ihren Forschungsarbeiten über Großzügigkeit und Freude nach, dass es uns glücklich macht, wenn wir anderen helfen. Das kann auch zum Beispiel mit Geldspenden sein.

Und je zufriedener und glücklicher wir selbst sind, desto lieber helfen und geben wir anderen. Das wiederum macht uns glücklicher und wir helfen wieder lieber – und so weiter. Diesen positiven Feedback-Loop-Effekt fand eine Forschungsgruppe um Lara Aknin heraus. Was wir säen, das ernten wir. Man nennt das auch egoistischen Altruismus: Wir haben etwas für uns selbst davon, wenn wir anderen helfen.

Eine Belohnung für uns und unsere Gesundheit

Helfen hilft uns auch auf einer ganz körperlichen Ebene: Gegenseitig Hilfe und Kooperation aktiviert Gehirnareale, in denen auch Belohnungen verarbeitet werden.

Hilfe fühlt sich für unser Gehirn wie eine Belohnung an – und so wird unser Körper mit Glückshormonen geflutet. Auch Entzündungswerte sinken, stellten Wissenschaftler und Forscherinnen 2022 fest. Allein wenn wir an unsere Fähigkeit glauben, andere Mitmenschen unterstützen zu können, fördert das schon unsere Gesundheit.

Die richtige Einstellung macht die richtige Wirkung

Bei allem egoistischen Altruismus kommt es jedoch auch darauf an, wie wir helfen. Eine größere Wirkung erleben wir, wenn wir mit der richtigen Haltung das Helfen nicht nur als moralische Verpflichtung oder als eigennützige Gesundheitstherapie sehen, sondern wenn wir uns darauf und darüber freuen.

Das gelingt, indem wir uns vorstellen oder erleben, wie unsere Hilfe ankommt und welchen Unterschied sie ausmacht. Dann kann Helfen eine Quelle tiefer Freude sein. Wenn wir geben, bauen wir Beziehungen auf, wir sind in Kontakt, weniger einsam und besser im sozialen Ganzen integriert. Dadurch erleben wir mehr Freude, Hoffnung und Liebe – und davon brauchen wir im Moment so viel wie möglich.

Auf beiden Seiten wirkt Hilfe Depressionen entgegen und stärkt das Selbstbewusstsein. Man fand außerdem heraus, dass Menschen, die sich für andere ehrenamtlich engagieren, das Gefühl haben, mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Anderen Zeit zu schenken, gibt uns am Ende selbst mehr Zeit.

Finden Sie die Hilfeform, die zu Ihnen passt

Es gibt viele Hilfemöglichkeiten, so dass für jede und jeden etwas dabei ist. Von Spenden für Menschen in der Ukraine über konkrete Hilfe für Geflüchtete bei der Ankunft im eigenen Heimatort, oder Friedensdemonstrationen, deren Bilder ein wichtiges Signal in die Welt senden.

Was können wir konkret tun? Nicht alle Hilfeformen sind das Richtige für jeden. Sie sollten zu Ihrer Persönlichkeit, Ihren besonderen Fähigkeiten und Vorlieben passen. Es gibt drei Fragen, die ich auch meinen Seminar-Teilnehmenden: Was kann ich gut? Was macht mir Freude? Was kann ich damit bewirken?

Introvertierte Menschen werden sich vielleicht eher schwertun, auf einem überfüllten Bahnhof ankommende Flüchtlinge zu begrüßen und weiterzuleiten. Extrovertierten Menschen, die gerne mit vielen in Kontakt treten, macht das möglicherweise gerade Freude.

Wer Geld hat, aber keine Zeit, spendet Geld. Andere spenden Dinge. Wer kein Geld hat, aber Zeit, hilft vor Ort. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen hat auf seiner Seite Informationen zur Ukraine-Nothilfe gesammelt und vertrauenswürdige Organisationen aufgelistet. Überall im Internet können Sie sich inzwischen informieren, wie Sie wo helfen können.

Ich wünsche Ihnen ein richtig schönes "Helpers High" und noch oben drauf diesen positiven Feed-back-Loop-Effekt.

Ulrike Scheuermann ist Diplom-Psychologin und Bestsellerautorin. Seit 25 Jahren hilft sie Menschen dabei, ihr Leben mit modernsten Methoden der Psychologie innerlich frei und ohne Blockaden besser und gesünder zu gestalten. Ihre Self-Care- und Coaching-Programme finden in ihrer Akademie in Berlin und online statt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Ulrike Scheuermann
  • Ulrike Scheuermann: Freunde machen gesund – Die Nummer 1 für ein langes Leben: deine Sozialkontakte (Knaur Balance, 2021)
  • Deutsche Zentralinsitut für Soziale Fragen
  • Dunn, Elizabeth W. et al: Spending Money on Others Promotes Happiness. Science 319, Nr. 5870 (2008): S. 1687–88.
  • Rilling, James K. et al.: A Neural Basis for Social Cooperation. Neuron 35, Nr. 2 (2002): S. 395-405. DOI
  • Jiang, Tao et al.: Perceived Social Support-Giving Moderates the Association between Social Relationships and Interleukin-6 Levels in Blood. Brain, Behavior and Immunity, Nr. 100 (2022): S. 25-28. DOI: 10.1016/j.bbi.2021.11.002
  • Aknin, Lara B. et al.: Happiness Runs in a Circular Motion: Evidence for a Positive Feedback Loop between Prosocial Spending and Happiness. Journal of Happiness Studies 13, Nr. 2 (2012): S. 347-355
  • Mogilner, Cassie et al.: Giving Time Gives You Time. Psychological Science 23, Nr. 10 (2012): S. 1233-1238.
  • https://www.wcsu.edu/community-engagement/benefits-of-volunteering/
  • https://www.britannica.com/science/collective-behaviour/The-results-of-collective-behaviour
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